Deutschlands Kanzler Scholz war vor Singapur bereits in Vietnam

Deutscher Kanzler will Handel mit Asien ausbauen

Montag, 14. November 2022 | 12:31 Uhr

Deutschlands Bundeskanzler Olaf Scholz dringt auf den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen mit anderen asiatischen Staaten neben China. In Singapur machte er sich am Montag auf der Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft für den baldigen Abschluss von EU-Freihandelsabkommen mit Indien, Indonesien und Australien stark. Laut Redetext betonte Scholz auch, dass die EU offen für weitere Abkommen sei.

China werde sicher ein wichtiger Handels- und Wirtschaftspartner bleiben. Aber zum einen hänge dies von beiden Seiten ab. Zum anderen müsse Deutschland einseitige Abhängigkeiten etwa beim Bezug von Rohstoffen abbauen. Dazu gehöre der Ausbau des Handels mit anderen Staaten.

Singapur ist die zweite Station der Asien-Reise des Kanzlers, auf der er von einer Wirtschaftsdelegation begleitet wird. Zuvor hatte Scholz am Sonntag Vietnam besucht, am Dienstag nimmt er in Indonesien am G20-Treffen der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer teil. Scholz hatte bereits in Hanoi die Notwendigkeit betont, stärker mit Ländern wie Vietnam zusammenzuarbeiten. In Singapur unterzeichnete Wirtschaftsminister Robert Habeck, der sich ebenfalls auf einer Asien-Reise befindet, am Sonntag eine Rahmenerklärung zur Zusammenarbeit etwa im Energiesektor und bei Innovationen. Scholz hatte dort auch um Investitionen der Staatsfonds in Deutschland geworben. Mit Indonesien ist ein Abkommen zur Unterstützung der Energiewende in dem südostasiatischen Land geplant.

Scholz nannte ausdrücklich Japan als “interessantes Beispiel” dafür, wie man versuchen könne, seine technologische Souveränität und wirtschaftliche Sicherheit auszubauen. Deutsche Firmen hätten mit der Diversifizierung bereits begonnen, betonte er mit Blick auf die Forderung der Bundesregierung, sich nicht nur auf den größten Markt China zu verlassen. Der jüngste Parteikongress der kommunistischen Partei Chinas habe wenig Zweifel daran gelassen, dass die Volksrepublik sich in den vergangenen fünf Jahren geändert habe, warnte er. “Unser politischer und wirtschaftlicher Ansatz muss dies widerspiegeln.” Scholz betonte in seiner Rede, dass er bei seinem jüngsten Besuch in Peking sowohl die Menschenrechte als auch die Spannungen um Taiwan angesprochen habe. Die Asien-Pazifik-Region sei ohnehin sehr viel mehr als nur China.

Deutschland werde sein Engagement in der Region verstärken, sagte Scholz. In Anspielung auf chinesische Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer betonte er, dass für Deutschland die Freiheit der Seewege und die Einhaltung des internationalen Seerechts in der Region sehr wichtig sei. Nach der Teilnahme der deutschen Luftwaffe an von Australien organisierten Manövern werde sich die Bundeswehr im Sommer 2023 erneut an Übungen beteiligen.

Der Kanzler sprach sich zugleich gegen eine sogenannte Entkoppelung (decoupling) bei den Wirtschaftsbeziehungen mit China aus. “Oft sind diese Ideen nichts anderes als verkappter Protektionismus. Und Protektionismus führt nirgendwohin”, mahnte er. “Eine Welt mit neuen oder wiederauferstandenen Handelsschranken und separierten Volkswirtschaften wird kein besserer Ort sein.”

Von: APA/Reuters

Kommentare

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1 Kommentar auf "Deutscher Kanzler will Handel mit Asien ausbauen"


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Zugspitze947
22 Tage 14 h

Haha von Handel haben die Roten noch NIE was verstanden 😡😝👌Denn die Rot regierten Länder bekommen die Zuschüsse von erfolgreichen Südländern die Unionsregiert sind 😝👌

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