Aufwändigere Retuschen sind Stärken von Handy Photo

Die besten Apps für die mobile Bildbearbeitung

Donnerstag, 06. Oktober 2016 | 10:50 Uhr

Bilder mit dem Smartphone sind schnell geschossen. Aber nicht immer gelingen sie. Zum Glück sind die Geräte mittlerweile in der Lage, auch anständige Bildbearbeitung zu leisten: schnell das Bild beschneiden, gerade rücken, Farben anpassen. Doch auch wenn es noch ausgefeilter sein soll, helfen die richtigen Apps weiter.

In den vergangenen Jahren hat die mobile Bildbearbeitung massive Sprünge gemacht: “Neben einfachen Funktionalitäten wie Bilderrahmen, Zuschneiden oder Farbanpassungen, sind heute viel komplexere Anpassungen möglich”, sagt Fotograf Andreas Richter. “Das beginnt beim gezielten Aufhellen von dunklen Bildbereichen, über die selektive Korrektur von Bildfehlern und reicht hin bis zum Hinzufügen von Tilt-Shift-Effekten.”

Auch Heico Neumeyer von der Fachzeitschrift “Color Foto” ist begeistert, dass man Aufnahmen am Handy heute fast uneingeschränkt bearbeiten kann: “Fotos lassen sich im besonders hochwertigen RAW-Format aufnehmen und bearbeiten.” Sogar Montagen sind möglich. Obwohl das am ausgewachsenen Computer nach wie vor komfortabler geht, so Neumeyer.

Viele Funktionen beherrschen bereits die vorinstallierten Apps unter Android und iOS. “Schon ab Werk kann man Rand wegschneiden oder schiefen Horizont drehen”, sagt Neumeyer. Auch Farb- oder Kontrastkorrekturen erlauben diese mit ein paar Reglern oder per Ein-Tipp-Automatik. Seine Empfehlung: “Für alles darüber hinaus installieren Sie am besten separate Apps.” Zum Beispiel für besonders genaue Kontrast- und Perspektivkorrektur, Effekte, Rahmen, Collagen, Sprechblasen und Montagen.

“Möglich ist fast alles”, sagt Fotograf Robert Kneschke über die Bildbearbeitung mit dem Smartphone. “Wichtiger ist jedoch, dass die App das Ergebnis auch in bestmöglicher Qualität und höchstmöglicher Größe abspeichern kann.” Einige an sich gute Apps schwächeln hier seiner Meinung nach, was zu Qualitätsverlust im Laufe des Bearbeitungsprozesses führen kann.

Fünf Apps, mit denen auch die Profis arbeiten:

Snapseed: “Die Bildbearbeitungs-App eignet sich sehr gut, um beispielsweise Schatten und Spitzlichter anzupassen”, sagt Andreas Richter. “Auch die geometrische Korrektur von Verzerrungen, zum Beispiel stürzenden Linien, ist gut gelöst.” Seit kurzem gibt es auch Gesichtserkennung, die Parameter wie Hautglättung oder Glanz in den Augen anpassen lässt. Auch Fotograf Robert Kneschke setzt die App für iOS und Android regelmäßig ein: “Standard-Bearbeitungsschritte wie Bild gerade ausrichten, beschneiden, Helligkeit, Sättigung und so weiter mache ich immer mit Snapseed.”

Lightroom Mobile: “Profi-Funktionen gratis liefert Lightroom mobile für iOS und Android”, sagt Heico Neumeyer. Als Photoshop-Variante für erfahrene Fotografen gibt es mehr als 40 Parameter, die sich beeinflussen lassen. Wer bereit ist, sich bei der Adobe Creative Cloud gegen Geld anzumelden, erhält mehr Funktionen, Synchronisation mit der Desktop-App und kann unter iOS auch RAW-Dateien bearbeiten (ab dem iPhone 6S).

Photo Editor von Aviary: Die App für Android und iOS bietet bereits in der kostenlosen Variante hilfreiche Funktionen und zwölf Effekte. Weitere gibt es gegen Geld. “Die App lässt sich intuitiv bedienen und bietet neben den Standardkorrekturen zahlreiche vorgefertigte Bildeffekte. Auch Liebhaber von Rahmen oder Bildstickern kommen hier voll auf ihre Kosten”, sagt Richter.

Handy Photo: “Wenn aufwändigere Retuschen gemacht werden sollen, empfiehlt sich die App Handy Photo”, sagt Robert Kneschke. Die Android-App kostet rund 2,90 Euro und erlaubt, Objekte innerhalb eines Bildes zu verschieben. Filter wie Polaroid, Sepia oder Schwarzweiß können auch in ausgewählten Bereichen angewendet werden.

Stackables: “Wer mehr manuelle Einstellungsmöglichkeiten sucht, wird mit Stackables glücklich”, sagt Kneschke. Hier können verschiedene Bildebenen übereinander geschichtet und bearbeitet werden. Die iOS-App für rund drei Euro bietet auch viele Texturen, Effekte und Masken, die sich beliebig kombinieren lassen.

Von: APA/dpa