Draußen reicht es bei Beamern in aller Regel nur für Abendspiele

Die Fußball-WM groß im Bild: Gute Beamer gibt es ab 400 Euro

Mittwoch, 23. Mai 2018 | 12:07 Uhr

Public Viewing funktioniert auch privat, etwa daheim im Garten – vorausgesetzt, man nennt einen Beamer samt Leinwand sein Eigen, und die Sonne hat sich schon verabschiedet. Doch nicht jeder Projektor hat das Zeug zum Spielmacher.

Welcher Fußballfan träumt für die Spiele der Fußball-WM (14. Juni bis 15. Juli) nicht von einer riesigen Bilddiagonale? Dieser Wunsch muss kein Traum bleiben. Denn gute Beamer gibt es schon für um die 400 Euro. Und die Projektoren sind inzwischen so weit entwickelt, dass in einem Vergleich der Stiftung Warentest 10 von 15 Beamern die Note “gut” erhielten (“test”-Ausgabe 6/18). Dabei muss es kein Gerät mit UHD-Auflösung sein: Zwar mache sich die höhere Pixeldichte im Sehtest bemerkbar, unterm Strich seien die Unterschiede zu den viel günstigeren Full-HD-Beamern aber recht gering, so die Warentester.

Wunder vollbringen aber auch die besten Beamer nicht: Selbst die hellsten Geräte im Test können bei Tageslicht kein kontrastreiches Bild auf die Leinwand bringen. Auch Laser-Beamer als die leuchtstärksten Geräten im Test liefern nicht genug Helligkeit für ein Nachmittagsspiel bei Sonnenschein.

Die Problematik liegt den Experten zufolge auch darin begründet, dass Leinwände jedes Licht reflektieren. Während ein Fernseher, um Schwarz darzustellen, einzelne Pixel ganz abschalten kann, wirft die Leinwand auch dann Licht zurück, wenn sie Schwarz wiedergeben soll. Fußballfans nervt das besonders dann, wenn Rasen im Schatten ist oder man die Farbe dunkler Trikots kaum erkennen kann.

Weil gerade bei schönem Wetter niemand gerne mit dem Beamer in einen abgedunkelten Raum umziehen wollen wird, empfiehlt sich als Backup-Lösung zum Fußballgucken am Nachmittag ein Fernseher, den man herausstellen kann. Dann gibt es zwar nicht mehr die enorme Bilddiagonale vom Beamer, aber immerhin genug Leuchtkraft für draußen und einen guten Kontrast.

Am besten (Note 2,2) schnitten der Epson EH-TW5400 (735 Euro) und der Eispon EH-TW5650 (920 Euro) ab, gefolgt vom 790 Euro teuren Acer P5530 (Note 2,3). Kaum schlechter (Note 2,4) sind der Viewsonic PJD7720HD (430 Euro), der Epson EB-U05 (615 Euro) und der Benq W1700 (1480 Euro).

Ohne Zubehör läuft bei einem Beamer aber nichts: Wer keine Leinwand hat oder kaufen möchte, braucht zumindest eine glatte weiße Wand als Projektionsfläche. Und ohne angeschlossene Bildquelle wie einen DVB-T2-HD- Sat-, oder Satelliten-Receiver gibt es auch kein Fußballspiel. Für guten – oder im Freien auch ausreichend lauten – Ton sollte eine Anlage angeschlossen werden. Die übertönt dann im Zweifel auch die teils nervigen Lüftergeräusche der Beamer.

Von: APA/dpa