Sichere Passwörter haben einen Nachteil: Sie sind nicht leicht zu merken

Die Österreicher sind sorglos mit ihren Passwörtern

Freitag, 16. Februar 2018 | 13:44 Uhr

Die Österreicher pflegen einen recht sorglosen Umgang mit ihren Passwörtern. 51 Prozent verwenden häufig idente Begriffe. Nur jeder Fünfte unterscheidet die Passwörter nach Plattform oder Account. Das ergab eine am Freitag veröffentlichte IMAS-Umfrage, die im Vorfeld der EU-Datenschutz-Grundverordnung das Verhalten der Österreicher zu dieser Thematik unter die Lupe genommen hat.

Die 1.037 Über-16-Jährigen Testpersonen wurden gefragt, ob sie für verschiedene Bereiche wie Sparbücher, E-Mail-Fächer, soziale Medien oder Online-Shopping-Plattformen unterschiedliche Passwörter vergeben. Nur 19 Prozent halten sich an diese Empfehlung. 30 Prozent verwenden den selben Code für mehrere, 21 Prozent gar für fast alle Bereiche. 30 Prozent beantworteten die Frage nicht eindeutig.

Die Passwörter für E-Mail-Postfächer und soziale Medien werden im Durchschnitt alle 19 Monate gewechselt, wobei 56 Prozent der Befragten sie seltener als alle drei Jahre oder gar nie erneuern. Viele kombinieren auch mehrere Nachlässigkeiten: 67 Prozent verwenden nicht nur für unterschiedliche Zugänge die selben Passwörter, sondern wechseln diese auch nur selten. Datenschutz-Musterschüler mit unterschiedlichen und zudem regelmäßig wechselnden Codes sind nur fünf Prozent. Den Rat, dass ein Passwort aus Ziffern, Sonderzeichen, Klein- und Großbuchstaben bestehen sollte, befolgen lediglich 14 Prozent – jüngere eher als ältere User.

Etwas genauer nehmen es die meisten beim Geld: Rund der Hälfte der Online-Banking-Nutzer hat das vorgegebene Passwort sofort geändert, 27 Prozent etwas später, ein Viertel noch nie. Die Meinungsforscher folgern daraus, dass die Finanzgeschäfte im Bewusstsein der Österreicher einen schützenswerteren Platz einnehmen als andere Onlineaktivitäten.

Sensibel sind die Österreicher offenbar auch, wenn es um die digitale Spur ihres Handys geht: Ein Drittel hat den Ortungsdienst am Smartphone immer deaktiviert, 35 Prozent schalten ihn nur bei Bedarf zu. Bei der Verwendung der Kundendaten durch Privatunternehmen gehen jeweils 44 Prozent von einem eher bzw. einem eher weniger vertrauensvollen Umgang aus.

Von: apa