Die PS5 kann Bilder in 4K-Auflösung in bisher unbekannter Qualität zaubern

Die Playstation 5 im Test

Donnerstag, 12. November 2020 | 10:50 Uhr

Xbox legt vor, Playstation zieht nach: Sony läutet mit der Playstation 5 eine neue Konsolengeneration ein. Das Design ist dabei eher gewöhnungsbedürftig – aber es kommt ja auf die inneren Werte an.

Die Playstation 5 sticht ins Auge. Ob positiv oder negativ, ist wohl eine Frage des Geschmacks. Vorbei die Zeit, als man einen dezenten, matt-grauen Block unter dem Fernseher hatte.

Die neue Konsole von Sony fällt auf. Und auch nach knapp einer Woche im Wohnzimmer hat man sich an den Anblick dieses Wolkenkratzers mit hochgestelltem Hemdkragen noch nicht so richtig gewöhnt.

Mit viereinhalb Kilo Gewicht, 40 Zentimeter Höhe und 26 Zentimeter Tiefe inklusive Ständer passt die Maschine wohl auch nur in wenige Regale. Wobei es immerhin die Option gibt, das Gerät horizontal oder vertikal zu positionieren.

Die Größe soll bei der Kühlung helfen. Einer der Hauptkritikpunkte am Vorgänger war das laute Lüftergeräusch bei ressourcenhungrigen Spielen. Dieses Problem tritt mit der neuen Konsole kaum auf. Allerdings ist im Test ein leises Surren des Lüfters teilweise auch im Standby zu hören. Das fällt aber nur auf, wenn es sonst ganz still ist.

Zwei Versionen – mit nur einem Unterschied

Die Konsole kommt in zwei Ausführungen: mit und ohne Bluray-Laufwerk. Das schlägt sich zunächst in der Optik nieder, das Laufwerk wirkt regelrecht rangeklatscht. Auch preislich macht die Bluray-Option einen Unterschied: Mit Laufwerk kostet die PS5 rund 500, ohne rund 400 Euro. Wobei die Möglichkeit, auf der Konsole mit Laufwerk auch gebrauchte Spiele nutzen zu können, den höheren Preis rechtfertigen kann.

Beim Controller hat sich ebenfalls einiges getan, auch optisch: Die Form des DualSense ist runder und stromlinienförmiger als beim Vorgänger DualShock 4. Immer weniger erinnert an den Ursprungcontroller der ersten Playstation. Auch die farbigen Knöpfe haben ausgedient – die geometrischen Symbole, seit jeher Markenzeichen der Playstation, sind nun grau auf weiß.

Haptisches Feedback für realistische Oberflächen

Wirklich neu ist aber das, was im Controller drinsteckt: Der DualSense ist zu beeindruckendem haptischen Feedback fähig, das vor allem im vorinstallierten Spiel “Astro’s Playroom” demonstriert wird.

So gibt es darin beispielsweise einen Bereich, in dem sich der niedliche Roboter-Protagonist in eine Kugel verwandelt und über verschiedene Oberflächen rollt: Sand, Felsen, Matsch, Gras, Eis – und alles fühlt sich durch die Vibration im Controller wirklich so an, als würde man über genau diese Oberflächen rollen. Die Soundeffekte aus dem Controller-Lautsprecher verstärken die Wirkung noch.

Auch die hinteren Schultertasten (Trigger) geben den Spielenden Feedback. Durch einen Mechanismus können sie teilweise kräftige Widerstände erzeugen. “Astro’s Playroom” nutzt das zum Beispiel beim Bogenschießen oder um einen Kaugummiautomaten zu simulieren. Klingt banal – ist in der Praxis aber durchaus beeindruckend.

Wie sehr andere Spiele diese Möglichkeiten nutzen werden, ist allerdings fraglich. Die Controller der Nintendo Switch haben eine ähnliche Funktion, die aber nur in ganz wenigen Spielen wirklich genutzt wird. Gerade bei großen Entwicklern, die Spiele für mehrere Plattformen herstellen, sollte man hier nicht zu viel erwarten.

Spider-Man in neuer Qualität

Einen ersten Hinweis darauf liefert ein weiterer Starttitel der PS5, “Marvel’s Spider-Man: Miles Morales”. Hier wird das haptische Feedback insgesamt weniger und auch deutlich weniger nuanciert eingesetzt.

Dafür rücken bei diesem Spiel die anderen technischen Vorzüge der neuen Generation mehr in den Vordergrund. Miles Morales schwingt sich wahlweise entweder mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde (fps) oder mit hoher 4K-Auflösung und hübscheren Grafikeffekten durch das winterliche Manhattan. Zumindest für letzteres braucht es allerdings einen passenden Fernseher.

Die schnellen Ladezeiten, die durch den SSD-Speicher mit 825 Gigabyte (GB) ermöglicht werden, fallen ebenfalls sofort auf. Spiele laden teilweise in einem Viertel oder der Hälfte der Zeit im Vergleich zur Playstation 4. Vom Einschalten der Konsole bis zum Laden des letzten Spielstandes in “Miles Morales” dauert es im Test gerade einmal 73 Sekunden.

Der Speicher soll sich außerdem mit einer internen Festplatte erweitern lassen. Weitere Details dazu will Sony zu einem späteren Zeitpunkt mitteilen.

Kleine Exklusiv-Auswahl

Insgesamt gibt es vier Playstation-exklusive Titel zum Start: neben den erwähnten noch das Hüpfspiel “Sackboy: A Big Adventure” sowie das Remake von “Demon’s Souls”, die zum Zeitpunkt dieses Textes jedoch noch nicht getestet werden konnten. Insgesamt gibt es knapp 25 Spiele für die PS5 zum Start. Mit dem Streaming-Dienst PS Now gibt es für rund 10 Euro monatlich Zugang zu hunderten Spielen.

Außerdem ist die PS5 abwärtskompatibel zum Vorgänger. Die allermeisten Spiele der PS4 sind also auch auf der neuen Konsole spielbar, oft lassen sich auch Spielstände übertragen. Einige Games, bei denen es Versionen für beide Generationen gibt, lassen sich auch kostenlos auf die neue Fassung upgraden – darunter etwa “FIFA 21”, “Dirt 5”, “Borderlands 3” oder “Doom Eternal”.

Für die Zukunft hat Sony außerdem diverse exklusive Spiele angekündigt, darunter “Ratchet & Clank: Rift Apart” oder “Gran Turismo 7”. Natürlich bleibt die PS5 auch weiterhin als Medien-Zentrale nutzbar, mit Streaming-Apps wie Spotify, DAZN, Joyn, Twitch oder Netflix, wofür die entsprechenden Mitgliedschaften nötig sind.

Ein echter Generationswechsel?

Im Vergleich mit den neuen Konsolen des Konkurrenten Microsoft fühlt sich die PS5 etwas mehr nach einer neuen Generation als nur einem Upgrade des Bekannten an. Das merkt man schon am neuen Layout der Startoberfläche. Vor allem aber ist es der DualSense-Controller, der mit seinem haptischen Feedback tatsächlich ein neues Spielgefühl wecken kann.

Eine Investition in die PS5 lohnt sich wohl besonders für die, die bereits einen Fernseher mit 4K-Auflösung zu Hause haben und unbedingt eins der neuen Spiele zocken wollen. Wirklich exklusiv für die PS5 gibt es zunächst aber nur sehr wenig.

Und obwohl Sony beeindruckende neue Hardware hergestellt hat, sollten wohl die meisten Interessierten mit dem Kauf noch warten – etwa, bis weitere Exklusivtitel erscheinen. Einige werden sicherlich auch zum Warten gezwungen: Die Vorbestellungen waren in Deutschland schnell vergriffen, zum Start am 19. November werden die beiden Konsolenversionen nur in begrenzten Kontingenten und nur online erhältlich sein.

Von: APA/dpa

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