Deutlich mehr schädliche Abgase als angenommen

Diesel-Pkw: Österreich besonders von zu viel NOx betroffen

Mittwoch, 26. April 2017 | 11:00 Uhr

Moderne Diesel-Pkw überschreiten im Alltag die EU-Grenzwerte für gesundheitsschädliche Stickoxide um ein Vielfaches, das haben Tests und Berechnungen für das deutsche Umweltbundesamt (UBA) gezeigt. Österreich ist von den NOx-Emissionen wegen des hierzulande viel höheren Diesel-Anteils stärker betroffen als Deutschland, erklärte der VCÖ dazu am Mittwoch.

In Österreich sei der Anteil von Diesel-Pkw mit 57 Prozent deutlich höher als in Deutschland mit 33 Prozent, so der VCÖ zu den am Dienstag bekannt gewordenen Messergebnissen im Nachbarland. Allein seit dem Jahr 2010 seien in Österreich 1,32 Mio. Diesel-Pkw neu zugelassen worden, insgesamt seien momentan 4,84 Mio. Diesel-Pkw unterwegs. Für Österreichs Luftqualität sei der Dieselboom negativ, Dieselautos seien Hauptverursacher der NOx-Emissionen.

Neue Diesel-Pkw stoßen auf der Straße im Schnitt sechs Mal so viel Stickoxide aus als unter Laborbedingungen ermittelt, wurde am Dienstag in Deutschland bekannt. Demnach stoßen Dieselfahrzeuge, die der aktuell gültigen Abgasnorm Euro 6 entsprechen, auf der Straße im Schnitt 507 Milligramm Stickoxide/km – der Grenzwert liegt bei nur 80 Milligramm. Rechtlich reicht es bisher allerdings, wenn die Diesel unter Laborbedingungen die EU-Vorgaben erfüllen.

Als am schmutzigsten erwiesen sich (bei Einberechnung der Temperaturen) Euro-5-Diesel mit einem NOx-Ausstoß von durchschnittlich 906 Milligramm pro Kilometer – das Fünffache des EU-Grenzwerts von 180 Milligramm. Euro-4-Diesel, für die ein Grenzwert von 250 Milligramm gilt, stoßen demnach im Schnitt 674 Milligramm Stickoxide aus.

Die gesamte deutsche Dieselflotte aus neueren und älteren Autos ist dem UBA zufolge viel schmutziger als angenommen, so das deutsche Umweltbundesamt. Bisher sei man davon ausgegangen, dass 2016 im Schnitt 575 Milligramm Stockoxide – auch NOx genannt – aus dem Auspuff kamen. Laut UBA waren es in Wirklichkeit aber durchschnittlich 767 Milligramm.

Von: apa