Schlechter Unterricht wird mit digitalen Medien nicht besser

Digitale Medien machen Schulunterricht nicht immer besser

Mittwoch, 02. Januar 2019 | 11:02 Uhr

Die Qualität von Schulunterricht wird nach einer aktuellen Untersuchung durch digitale Technik nicht unbedingt besser. Darauf schließen der Augsburger Schulpädagogikprofessor Klaus Zierer und der neuseeländische Bildungsforscher John Hattie nach der Auswertung der Daten von rund 80.000 Einzelstudien.

“Ein schlechter Unterricht wird mit digitalen Medien nicht besser”, sagte Zierer der Deutschen Presse-Agentur. Guter Unterricht könne hingegen vom Einsatz moderner Technik profitieren.

Mit der Untersuchung wurde eine frühere Analyse von Hattie mit zusätzlichen Daten fortgeschrieben. In den vergangenen Jahren hatte Hatties Untersuchung “Visible Learning” für viele Diskussionen bei Bildungsforschern und Politikern gesorgt. Seine Ergebnisse wurden oft mit dem Slogan “Auf den Lehrer kommt es an” zusammengefasst. Dies bestätige sich mit der neuen Untersuchung, erklärte Zierer. Auch bei der Digitalisierung der Klassenzimmer komme es letztlich darauf an, wie die Lehrer denken und was für einen Unterricht sie gestalten.

Der Analyse zufolge bringt die außerschulische Nutzung von Sozialen Medien und Smartphones durch die Schüler “negative, also schädliche Effekte”. Bei der Nutzung von Handys, Laptops und Computerpräsentationen im Klassenzimmer seien “nur niedrige positive, also kaum wirksame Effekte” festzustellen.

Hattie und Zierer haben 1400 Meta-Analysen ausgewertet, also Studien, die andere Studien zusammenfassen. Dies sei der größte Datensatz der empirischen Bildungsforschung, der jemals in einer Studie ausgewertet worden sei, sagte Zierer. Die Ergebnisse wurden kürzlich in einem Buch für den deutschen Markt veröffentlicht, im kommenden Jahr soll laut dem Professor der Augsburger Uni die englische Fassung erscheinen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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2 Kommentare auf "Digitale Medien machen Schulunterricht nicht immer besser"


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Fahrenheit
Fahrenheit
Grünschnabel
21 Tage 17 h

Es kommt leider immer und beinahe ausschließlich auf die Lehrperson an. Und gegen “schlechte Lehrer” ist leider kein Kraut gewachsen, die wird keine Schule mehr los! Deswegen wäre wenigstens eine Rotation der Lehrer innerhalb des eigenen Schulsprengels wünschenswert.

berthu
berthu
Superredner
21 Tage 11 h

Die Computerlobby hat da ganze Arbeit geleistet.
Leider hat man da sehr viel Geld in den Sand gesetzt, das besser bei mehr Lehrern, deren Ausbildung für viel mehr Lernerfolg einzusetzen wäre! Die PC-Systeme sind wegen schlechter Software und der andauernden Sicherheitsprobleme nur Resourcenverschwender. Dadurch lernen Schüler nicht mal die Sprache, Schrift und lesen. Im Web ist auch mehr Werbung, Suchtspiele und Fake News zu sehen, als wirklich Wichtiges. Das ist für ein konzentriertes Lernen nicht tragbar.

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