Datenverarbeitung unverzichtbar

Digitales Gesundheitswesen: Schael besucht Tagung in Rom

Freitag, 25. September 2015 | 18:17 Uhr

Rom – Hochwertige Gesundheitsleistungen sind heutzutage nicht mehr ohne hochwertige Datenverarbeitung denkbar. In welche Richtung die Entwicklungen gehen, welche Lösungen derzeit angeboten werden und welchen Anforderungen EDV-Systeme im Gesundheitsbereich künftig genügen müssen, darüber informierten sich Generaldirektor Dr. Thomas Schael und EDV-Direktor Dr. Christian Steurer gestern aus erster Hand auf der von Federsanità/Anci organisierten Tagung in Rom „Information im Digitalen Gesundheitswesen: Qualität, Sicherheit und Datenschutz“. Am Kongress nahmen Vertreter des Gesundheitsministeriums, der „Agentur für das Digitale Italien (AgID)“, der Sanitätsbetriebe, der Gewerkschaften und der Wirtschaft teil.

Aus den Diskussionen ging die klare Notwendigkeit hervor, einen durchgängigen Informationsfluss von den Krankenhäusern zum und vom Territorium (Hausärzte, Altersheime, Sozialassistenz u.a.) zu garantieren, um die Patientinnen und Patienten in einem ganzheitlichen Ansatz betreuen zu können. Im Rahmen der Tagung wurde auch eine sog. „Cloud-Lösung“ vorgestellt, welche diesen übergreifenden Ansatz schon jetzt ermöglicht: „Speziell bei chronischen Krankheiten ergeben sich hier durch den Einsatz von gemeinsam genutzten EDV-Plattformen Optimierungsmöglichkeiten zur Steigerung der Behandlungsqualität, der Betreuungseffizienz und –kontinuität“, so Generaldirektor Schael.

Ein Thema ist nach wie vor Brennpunkt in allen Regionen Italiens: der Datenschutz. Die Referenten wiesen auf die Schwierigkeit hin, Datenschutzgesetz und konkrete Arbeit am Patienten in Einklang zu bringen. Auch die Stärkung der Eigenverantwortung des Patienten („Empowerment“) war Thema: Über mobile Applikationen am Mobiltelefon („Apps“) sollen Patient bzw. Patientin verstärkt selbst die Möglichkeit bekommen, Vitaldaten erfassen zu lassen und diese z.B. mit Vertrauensarzt oder Krankenhaus zu teilen. „Eine Neuerung, die sicher für beide Seiten nutzbringend ist“, ist auch Steurer überzeugt.

Genau in diese Richtung geht auch die erst kürzlich von Generaldirektor Dr. Thomas Schael getroffene Entscheidung, einen telemedizinischen Betreuungsservice für Diabetes Patienten (vom Typ 2) in den Grundversorgungskrankenhäusern von Schlanders, Sterzing und Innichen einzurichten. Generaldirektor Dr. Thomas Schael: „Wir wollen das Abfragen des Gesundheitszustandes auf telematischem Weg ermöglichen, z.B. bezüglich Blutzucker, Gewicht und Blutdruck. Dadurch können Wege ins Krankenhaus oder zum Sprengel vermieden werden. Die Patienten und Patientinnen werden von Fachleuten überwacht und eventuelle therapeutische Interventionen können schnell vorgenommen werden“. Durch die telemedizinische Unterstützung wird die viel bemühte „Initiativmedizin" ermöglicht.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen