Förderung des CO2-armen Verkehrs

Diskussionen über Quote für E-Autos

Montag, 07. August 2017 | 16:54 Uhr

Der Debatte über hohe Abgaswerte von traditionellen Verbrennungsmotoren gibt Überlegungen in Deutschland und der EU über neue Instrumente zur Förderung der Elektro-Mobiliät einen Schub. Insbesondere wird über eine Quote für E-Autos diskutiert. Einig ist man sich in Deutschland, “Autoland” bleiben zu sollen.

“Wir wollen, dass Deutschland auch in Zukunft das Automobilland Nummer 1 ist”, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Themen wie neue Technologien bei Antrieben entschieden darüber, wer künftig an der Spitze stehen werde. Deshalb solle über ein verbindliches Ziel für die Elektromobilität in Europa und damit auch in Deutschland gesprochen werden.

Das Umweltministerium hatte sich bereits offen für eine E-Auto-Quote gezeigt, die die Hersteller in den Verkehr bringen müssten.

Die Quote ist aber umstritten. Das Verkehrsministerium will keine Technologie bevorzugen: Man wolle sich nicht festlegen, welche Antriebsart die Zukunft prägen könnte. “Deshalb plädieren wir an dieser Stelle für Technologieoffenheit”, betonte ein Sprecher. “Wir wollen, dass Deutschland ein Automobil-Land bleibt.” Auch die Autoindustrie hat sich gegen eine Quote ausgesprochen.

Auch die EU-Kommission erklärte, man wolle schadstoffarme Autos fördern, eine Quoten-Regelung sei aber nicht geplant. Ein Sprecher der EU-Kommission erklärte, Quoten für E-Autos seien nicht vorgesehen, da man keine Technologie diskriminieren wollen.

Das “Handelsblatt” hatte zuvor berichtet, in der EU-Kommission werde über eine verbindliche Quote für emissionsarme Fahrzeuge wie Elektroautos in Europa ab 2025 nachgedacht. Eine konkrete Mindestabsatzquote könnte neben schärferen Grenzwerten für CO2 bereits Teil eines Maßnahmenpakets zur klimaschonenden Mobilität werden, das die Kommission Ende bis zum Jahresende vorlegen werde, berichtete die Zeitung unter Berufung auf EU-Kreise. Die deutschen Autohersteller lehnen eine solche Quote ab.

Derzeit werden Elektro-Autos in Deutschland über eine Kaufprämie gefördert, die aber keinen großen Schub ausgelöst hat. Weit unter 100.000 Autos mit E-Antrieb sind in Deutschland unterwegs. Die deutsche Bundesregierung hatte daher schon zu Beginn des Jahres ihr Ziel kassiert, bis 2020 eine Million E-Autos auf die Straßen zu bringen. Das Umweltministerium hat auch deswegen Sympathie für eine Quote, weil damit die Klimaziele für den Verkehr leichter erreicht werden können. Wegen des Verkehrswachstums und des Trends zu immer stärker motorisierten Fahrzeugen hat der Sektor im Vergleich zu 1990 bisher kein Klimagas eingespart.

In dem für die deutschen Autohersteller wichtigen Markt China will die Regierung den E-Anteil auch mit einer Quote nach oben treiben. Bei den deutschen Autobauern lösten diese Pläne massive Sorgen aus. Inzwischen ist davon die Rede, dass die Quote 2019 gelten soll und damit ein Jahr später als zunächst geplant.

Von: apa

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