Das Nachfüllen in Eigenregie ist nur begrenzt empfehlenswert

Druckpatronen nachkaufen oder nachfüllen?

Donnerstag, 07. Februar 2019 | 12:38 Uhr

Wer einen Drucker besitzt, sieht sich früher oder später mit leeren Tintenpatronen konfrontiert. Eins steht dann fest: Ersatz vom Hersteller kann ganz schön teuer werden. Lässt sich nicht einfach mit Patronen anderer Anbieter oder mit Nachfüllen viel Geld sparen?

Erst rebelliert der Drucker und fordert neue Tinte. Wer das ignoriert, hat irgendwann unschöne Streifen im Druckbild. Dann wird es höchste Zeit, neue Patronen zu kaufen oder die alten nachzufüllen. Denn die empfindlichen Druckköpfe können bei Druckversuchen ohne Tinte zerstört werden.

“Vom Nachfüllen rate ich außer bei sehr alten Druckern generell ab”, sagt Rudolf Opitz vom “c’t”-Fachmagazin. Der Vorgang sei je nach Patrone sehr kompliziert. “Besser ist es, eine wiederbefüllte Patrone im Fachgeschäft zu kaufen. Hier kann man sich Rat holen, nicht funktionierende Patronen reklamieren und Leerpatronen zurückgeben.”

Zum anderen gibt es die Option, Drucker mit einem festen Tintentank zu kaufen. Diese sind zwar in der Anschaffung teurer, amortisieren sich aber insbesondere für Vieldrucker wegen der niedrigen Folgekosten schnell. In der Regel gilt diese Variante als die günstigste, wenn es vor allem um den Farbdruck geht. “Originaltinte gibt es in Flaschen zum leichten Nachfüllen. Eine Füllung für 5.000 bis 6.000 Seiten kostet im Schnitt 45 Euro”, so Opitz.

Wer sich dagegen auf dem freien Markt nach Tinte zum Nachfüllen seiner Tanks umsieht, stößt auf zwei Arten: Universaltinte, auch Dye-Tinte genannt, und Pigment-Tinte. “Generell gilt, dass man keine Universaltinte kaufen sollte”, sagt Florian Rigotti vom Fachportal “Druckerchannel.de”. Pigment-Tinte sei zwar teurer, sorge aber für eine bessere Qualität beim Druck auf Normalpapier. Und weil die Druckerhersteller verschiedene Systeme und leichte Variationen der Grundfarben Cyan, Magenta und Gelb nutzen, muss man beim Kauf der Tinte auf einen ausdrücklichen Vermerk achten, für welchen Hersteller die Tinte gedacht ist.

Wer dagegen neue Patronen kauft, muss sich zwischen Originalersatz des Herstellers und Patronen anderer Anbieter entscheiden. Dazu stellt die Stiftung Warentest in ihrem jüngsten Vergleich von Tintenpatronen fest: “Billigpatronen rechnen sich oft. Bis auf wenige Ausnahmen arbeiten die Geräte problemlos mit Fremdpatronen.” Mit dem Kauf von Patronen anderer Anbieter würden Konsumenten meist viel Geld sparen – und die Qualität sei in der Regel passabel.

“Meist haben die alternativen Tinten zwei Schwächen”, merkt Opitz an. “Sie sind nicht so lichtstabil – bleichen also in der Sonne schneller aus – und trocknen zudem schneller ein.”

In der Vergangenheit ist es immer wieder einmal vorgekommen, dass Hersteller Fremdpatronen blockiert haben. Das ist zwar aktuell nicht mehr so. Aber weil es jederzeit wieder Firmwareupdates geben kann, die Patronen sperren, rät Florian Rigotti zu Vorsichtsmaßnahmen: “Man sollte sich beim Einsatz von Fremdpatronen also überlegen, dass man automatische Firmwareupdates über den Drucker deaktiviert oder dem Drucker über seinen Router auch den Internetzugang sperrt.” Die veröffentlichten Updates sollte man dann aber trotzdem im Blick behalten, um sehr wichtige Updates identifizieren und gegebenenfalls doch noch aufspielen zu können.

Einen großen Bogen machen sollte man insbesondere um die allerbilligsten Fremdanbieter-Patronen machen, rät Rudolf Opitz. “Von vermeintlichen Schnäppchen aus China sollte man die Finger lassen, da die Tintenqualität oft fragwürdig ist und sich je nach Charge ändern kann.”

Auch Florian Rigotti warnt vor solchen schlechten Nachbauten: “Man erkennt diese Angebote meist recht einfach am unschlagbar günstigen Preis und an großen Patronen-Bundles – beispielsweise 40 Patronen zum Preis von 40 Euro”, so der Experte. “Wir haben diese Billigpatronen schon öfters getestet und festgestellt, dass sowohl die Verarbeitung der Tintenpatronen also auch die verwendete Tinte von geringer Qualität sind.”

Vor dem Druckerkauf sollte immer die Überlegung zur Höhe des Druckaufkommens stehen: Denn es gibt auch Drucker mit einer Patronen-Druckkopf-Einheit. Geräte mit diesen sogenannten Kombipatronen, die es nur vom Hersteller gibt, eignen sich insbesondere für Wenigdrucker. Denn bei hoffnungslos verstopften Düsen oder einem defekten Druckkopf ist das Problem mit einer neuen Patrone gleich gelöst.

Bei höheren Druckaufkommen ab etwa hundert Seiten pro Monat sollten Nutzer grundsätzlich auf Drucker mit großen Patronen und damit hoher Druckreichweite achten oder zu einem Tintentank-Modell greifen.

Von: APA/dpa