Der Strom stammt oft aus "schmutzigen" Quellen

E-Autos nicht die beste Antwort auf Umweltprobleme

Dienstag, 18. Juli 2017 | 12:41 Uhr

Volvo will ab 2019 keine Autos mehr bauen, die nur mit einem Verbrennungsmotor angetrieben werden. Beim japanischen Autobauer Mazda heißt es hingegen, dass Hybrid- oder Elektroautos nicht zentral für die Zukunftspläne seien. Für ETH-Professor Konstantinos Boulouchos, der das Schweizer Kompetenzzentrum für effiziente Mobilität leitet, gibt es jedoch einen klaren Trend zum E-Auto.

“Im Moment spricht vieles dafür, dass der zukünftige Personenwagen ein Elektroauto sein wird”, sagt er der Nachrichtenagentur sda. Aber: Elektrofahrzeuge sind nicht die beste Antwort auf Umweltprobleme. “Auch im Bereich der Pkw wäre die technisch und ökologisch beste Lösung vorerst noch ein Benzin- oder ein Gashybridauto”, sagt er.

Der Grund dafür ist die Stromproduktion. So wird zum Beispiel in Europa noch viel Strom von Kohlekraftwerken erzeugt, was alles andere als klimaschonend ist. “Wenn man vor allem die CO2-Emissionen reduzieren wollte, wäre es sinnvoller, zuerst diese Kohlekraftwerke zu ersetzen anstatt damit E-Fahrzeuge zu betreiben”, sagt Boulouchos. Für die nächsten zehn bis 15 Jahre wäre dies eindeutig der schnellere Weg zur angestrebten Absenkung der CO2-Emissionen.

Langfristig dagegen bestimme die Entschiedenheit der Umsetzung die Entwicklung. “Wenn sehr viel Geld in neue Energien und in den Ausbau der Übertragungsnetze investiert wird, kann der Umstieg auch bezüglich Emissionen erfolgreich sein.” Boulouchos rät den europäischen Staaten in diesem Zusammenhang zudem ein verstärktes industriepolitisches Engagement.

“Vor allem bei den Batterien ist es wichtig, dass die europäische Industrie nicht abgehängt wird”, sagt er. Bei der Produktion ist sie bereits im Rückstand. China hat zudem mit der Sicherung wichtiger Schürfrechte für Batterie-Rohstoffe in Afrika die eigene Position in diesem Zukunftsmarkt weiter gestärkt.

Batterien sind aber auch technisch ein Schwachpunkt der E-Mobilität. Die als großer Fortschritt bezeichnete Schnellladung ist laut Boulouchos nämlich ein Trugschluss. Denn bis jetzt ertrage keine Batterie auf Dauer eine solche Prozedur. Aber auch bei diesem Argument gegen Elektroautos gilt, was Boulouchos über Batteriepreise und die Wirkung der Politik sagt. “Wir alle haben unterschätzt, wie schnell die Preise sinken und wie stark sich die Politik bei der Senkung der CO2-Emissionen der Autos ins Zeug legt.”

Für den immensen Trend zu Elektroautos sieht Boulouchos übrigens vor allem einen Grund: China. Das Reich der Mitte habe in der Fahrzeugproduktion neue Verhältnisse geschaffen, sagt er. Ausschlaggebend dafür sei neben der Größe des Landes und der starken Luftverschmutzung in vielen chinesischen Städten vor allem eine rigoros durchgesetzte Industriepolitik.

Tatsächlich hat sich China zum Ziel gesetzt, die Fahrzeuge für den eigenen Automarkt selbst zu produzieren. Allein aufgrund der immensen Größe des Heimmarkts wird China so zur Auto-Supermacht und damit zum Taktgeber der zukünftigen Mobilitätstechnik aufsteigen. Den Systementscheid zugunsten E-Fahrzeugen habe dabei die chinesische Regierung aus technischen und versorgungstechnischen Gründen gefällt, sagt Boulouchos.

So sei es der chinesischen Industrie bei den Benzinmotoren nicht gelungen, den Rückstand auf die westlichen Autobauer aufzuholen. Bei der E-Mobilität jedoch habe China sowohl die nötigen Rohstoffe sowie auch die industrielle und finanzielle Potenz, um den Markt zu dominieren, sagt der Mobilitätsexperte. “Damit hat China alle Hebel in der Hand, um den Trend vorzugeben.”

Vor diesem Hintergrund ist es auch nicht erstaunlich, dass sich ausgerechnet Volvo zum Elektroauto-Vorreiter aufschwingen will. Volvo gehört seit 2010 dem chinesischen Autokonzern Geely. Auch Übernahmen von westlichen Autobauern oder Autozulieferern können demzufolge Teil der chinesischen Expansionsstrategie sein.

Von: APA/ag.

Kommentare

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7 Kommentare auf "E-Autos nicht die beste Antwort auf Umweltprobleme"


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Dublin
Dublin
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

…E-Autos sind der grösste Umwelfrevel…wenn mal die Hälfte des Fuhrparks elektrisch fährt, dann fällt der Strom gratis vom Himmel…er wird mit Kohle- und Atomkraftwerken erzeugt…die Batterien sind auch noch zu entsorgen… 😅

Mistermah
Mistermah
Superredner
1 Monat 4 Tage

Zum Glück sind die Verbrennungsmotoren die beste Lösung 😰 Kein Wissenschaftler hat noch berechnet wie hoch die wärmeabgabe dieser Motoren an die Atmosphäre ist! Den co2 mist 💩 glaubt auch nur ein kleiner Teil der Wissenschaftler und die abzocker!!

moler
moler
Tratscher
1 Monat 4 Tage

Sel hon i long schun gsog daß der bau von die batterien und die stromproduktion viel mehr co2 produziern als a verbrennungsmotor a gonzes leben

Mistermah
Mistermah
Superredner
1 Monat 4 Tage

Ewiggestrig nennt man so eine Einstellung. Schmutzige Stromquellen 😱 Dann investiert in saubere Stromquellen und punkt. Hätte Europa schon vor 20 Jahren auf E Motoren gesetzt, wäre man in der Entwicklung schon 2 Schritte weiter. Der Verbrennungsmotor ist seit 50 Jahren ausgereift. Verbesserungen sind wenn, nur minimal. Nur um kurzfristige co2 Ziele zu erreichen, verbaut man Zukunft und Fortschritt. Man hätte nur vor 25 Jahren damit beginnen müssen. Fazit: dumm und dümmer oder geldgeil. Oder noch schlimmer, beides.

anonymous
anonymous
Tratscher
1 Monat 4 Tage

So ein Schmarrn, und wie schmuzig u Umweltschädlich ist Benzin u Diesel

poison
poison
Grünschnabel
1 Monat 4 Tage

fohr ma besser mit n traktor

Oltvatrische
Oltvatrische
Grünschnabel
1 Monat 4 Tage

jo wenn man net will kon man olls letz redn. wenn lai mehr nochfroge an e autos war, nua miasatn die herstella olla mitziachn. obo solong fin normalvobraucha a elektroauto net leistbor isch, werd sich so schnell nichts ändon. und die energie umweltfreindlich herzistell funktioniarat a. i bin iz amol mit an e auto gfohrn. i muss sogn supo. lai war er mir zi teuer.

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