Windenergie spielt eine wichtige Rolle in der E-Wirtschaft

E-Wirtschaft deponiert ihre Wünsche für die Energiewende

Mittwoch, 19. September 2018 | 15:14 Uhr

Für die Energiewende im Elektrizitätsbereich, also die ab 2030 bilanziell übers Jahr gesehen 100-prozentige Stromaufbringung aus erneuerbaren Energien, hat die E-Wirtschaft eine Reihe von Forderungen. Dazu zählen Investitionssicherheit, schnellere Genehmigungsverfahren, ein günstiges neues Tarifsystem und eine neue marktgerechte Ökostromförderung, so Präsident Leonhard Schitter am Mittwoch.

Bei den Leitungsgebühren sollte ein neues Regulierungssystem aufgesetzt werden, dass der immer stärkeren Stromerzeugung mit Sonnenenergie durch Private Rechnung trage. Die Tarife sollten in Richtung Leistungspreise gehen, es sollte “ein gleiches Spielfeld für alle” geben, forderte Schitter zu Beginn eines zweitägigen Kongresses des Branchenverbandes “Oesterreichs Energie” in Pamhagen im Burgenland.

Die derzeitige Verzinsung der Stromnetze, wie sie der Branche zugestanden werde, müsse “anders, neu, besser” gestaltet werden für die neuen Öko-Anlagen, die künftig installiert werden sollen. “Wir dürfen nicht davor zurückschrecken, Netze zu bauen, es muss aber sicher sein, dass wir die investierten Gelder wieder zurückverdienen”, so Schitter vor Journalisten. Noch mehr Dissens mit der E-Control als beim Netztarifthema gebe es zu der 2019 startenden vierten Regulierungsperiode, “da hängt es noch”, sagte Generalsekretärin Barbara Schmidt. In der vierten, für fünf Jahre laufenden Periode geht es um ein verschärftes Benchmarking, also in kürzerer Zeit zu erzielende Effizienzsteigerungen.

Mit dem für 2020 geplanten Energiegesetz soll die Förderung von Ökostrom auf neue Beine gestellt werden – es soll auf marktgerechte Anreize umgestellt werden, erinnerte der Chef der Salzburg AG. Dabei sollen künftig bestimmte Kontingente an Wasser- und Windkraft, Photovoltaik und Biomasse ausgeschrieben werden, “zu einem Preis, der auch den Marktpreis inkludiert”. Das sei die sinnvollste Möglichkeit, um die erneuerbaren Energien noch stärker in den Markt zu bringen. Dabei solle der Wettbewerb abgebildet werden, es solle für alle die gleichen Bedingungen geben.

Noch für heuer plant die auch für Energie zuständige Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) die Festlegung der Eckpfeiler für ein “Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz”. Das EAG solle in seinen Eckpunkten Ende 2018 beschlossen und bis 2020 auf Schiene kommen, als Teil des Energiegesetz-Pakets. Mit dem EAG solle die Ökostromförderung auf neue Beine gestellt werden, um den Ausbau effizienter zu gestalten. Das EAG werde das umfangreichste gesetzliche Energie-Vorhaben sein, das Österreich auf absehbare Zeit umsetzen werde, so Köstinger.

Die E-Wirtschaft geht von einem Stromverbrauchsanstieg in Österreich bis zum Jahr 2030 von 65 auf 88 Terawattstunden (TWh) aus, wie Schitter erinnerte. Darin sei sowohl das Bevölkerungswachstum als auch die E-Mobilität schon mit berücksichtigt. Allein für die E-Mobilität hat die Branche rund ein Siebentel oder etwa 15 Prozent mehr an Strombedarf veranschlagt.

2030 soll ja der heimische Stromverbrauch – übers Jahr gerechnet – zur Gänze mit erneuerbaren Energien gedeckt werden – das ist auch in der Klima- und Energiestrategie der Regierung festgehalten. Den größten Teil davon wird weiterhin die Wasserkraft bestreiten. Insgesamt soll die heimische Erzeugungskapazität bis in zwölf Jahren um 35 auf 88 TWh ausgebaut werden; dabei sollen 6 bis 8 TWh an Wasserkraft dazukommen, 15 TWh an Windenergie und 14 TWh aus Photovoltaik. 2016, als der Stromverbrauch (samt Nettostromimporten) 72,8 TWh betragen hatte, stammten von der Inlandserzeugung an “sauberem Strom” 40,8 TWh aus Wasserkraft, erst 5,4 TWh aus Windkraft und gar nur 1,1 TWh aus Photovoltaik.

Von: apa

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