Easyjet reduziert sie Kosten

Easyjet lässt Flieger am Boden – AUA hofft

Montag, 30. März 2020 | 17:02 Uhr

Der britische Billigflieger Easyjet hat wegen der Reisebeschränkungen zur Bekämpfung des Coronavirus den Flugbetrieb eingestellt. Derzeit sei unklar, wann die 344 Maschinen wieder abheben können, teilte Easyjet am Montag mit. Um die Auswirkungen auf die Bilanz möglichst gering zu halten, würden Kosten reduziert.

Zudem traf Easyjet mit der Gewerkschaft eine Urlaubsregelung mit teilweiser Lohnfortzahlung für die rund 4.000 Flugbegleiter, die ab 1. April für zwei Monate gilt. Kabinenmitarbeiter mit Erste-Hilfe-Ausbildung wären als Verstärkung in den Krankenhäusern willkommen, hatte die britische Gesundheitsverwaltung erklärt.

Verhandlungen mit der Pilotengewerkschaft Balpa laufen bei Easyjet noch. “Wir arbeiten unermüdlich daran, dass Easyjet weiterhin gut aufgestellt ist, um die Herausforderungen des Coronavirus zu meistern”, erklärte Konzernchef Johan Lundgren. Man werde die Situation aufgrund der Regelungen sowie der Kundennachfrage fortlaufend prüfen und die Märkte informieren, sobald man einen besseren Überblick habe. Die Airline will demnach die bereits angekündigten Finanzhilfen der britischen Regierung für Unternehmen nutzen und nicht um ein Sonderpaket bitten.

Die Regionalfluggesellschaft Loganair, die schottische Inseln anfliegt, erklärte hingegen, sich um Staatshilfe bemühen zu wollen. Es laufen noch Gespräche mit dem Finanzministerium über ein Maßnahmenpaket für die durch Corona nahezu lahmgelegte Luftfahrt. “Ich glaube, die große Mehrheit der britischen Fluggesellschaften werden in den kommenden Tagen die Einladung zu weiteren Gesprächen mit dem Finanzministerium annehmen, weil wir das tun müssen”, sagte Loganair-Chef Jonathan Hinkles dem Radiosender BBC.

Einreisebeschränkungen von Ländern in der ganzen Welt und sinkende Nachfrage zwingen Airlines dazu, den Flugbetrieb drastisch zurückzufahren. So hat etwa auch die Lufthansa wegen der Corona-Krise ihren Flugplan laut Konzernchef Carsten Spohr auf weniger als fünf Prozent reduziert. Etwa 700 der rund 760 Lufthansa-Maschinen sind am Boden, 31.000 Beschäftigte der Kernmarke Lufthansa gehen bis Ende August in Kurzarbeit. Ryanair verlängerte am Montag den auf weniger als zehn Prozent reduzierten Flugplan um eine Woche bis 9. April.

AUA-Chef Alexis von Hoensbroech rechnet unterdessen fest mit einem Comeback der AUA, auch wenn es länger dauern könnte, bis sich die Lage normalisiert. Genau absehbar sei die weitere Entwicklung aber noch nicht. “Es könnte durchaus einige Jahre dauern, bis die Nachfrage wieder auf das Vorkrisenniveau zurückkehrt”, sagte er im Gespräch mit Austrianaviationnet. Das Bedürfnis, Menschen zu treffen, bleibe aber.

“Wir werden auch nach der Corona-Krise Menschen bleiben, die ihre Grundbedürfnisse behalten. Dazu gehört auch die Mobilität.” Auch Welthandel und Globalisierung würden nicht abgeschafft. Die AUA bekomme viel Zuspruch und Unterstützung in der Bevölkerung und in der Politik. Es würden wohl “einige erkennen, dass es ganz gut ist, eine rot-weiß-rote Airline zu haben, die auch eine Langstrecke aus Wien heraus betreibt”, sagt der AUA-Chef: “Aber je länger die Krise dauert, desto mehr Unterstützung werden wir auch vom Staat benötigen”. Das ändere nichts daran, dass die Lufthansa-Tochter nach der Krise weiter seine strukturellen Probleme angehen müsse, “wie wir es vor der Krise bereits begonnen haben”.

Europas größte Billig-Airline Ryanair hält ihre Flotte weiterhin zum größten Teil am Boden. Der extrem eingeschränkte Flugplan mit einigen Verbindungen von und nach Irland und Großbritannien werde um eine Woche bis einschließlich Gründonnerstag (9. April) verlängert, teilte das Unternehmen am Montag in Dublin mit.

Von: APA/ag.