DIe "Milchrebellen" werden zu günstigeren Konditionen übernommen

Einlenken bei Berglandmilch: Milchbauern werden übernommen

Sonntag, 30. April 2017 | 11:27 Uhr

Eine Lösung für die 19 Milchbauern, die mit Schließung der Milchhandelsgesellschaft Alpenmilch Logistik (vormals Freie Milch Austria) seit April ohne Liefervertrag waren, ist gefunden worden. Nach einer Krisensitzung am Samstag übernahm Berglandmilch die ehemaligen “Milchrebellen”. Allerdings zahle man den Neukunden weniger, berichteten die “Oberösterreichischen Nachrichten” online.

In etwa einer Woche soll die Übernahme vollzogen sein. Wie Generaldirektor von Berglandmilch, Josef Braunshofer, gegenüber der Zeitung mitteilte, wolle man “die Sache nicht eskalieren lassen”. Den Bauern werde ein Angebot unterbreitet. Sie würden aber nicht denselben Milchpreis erhalten wie die Mitglieder der Molkerei, hieß es. Wie zuvor die Gmunder Milch und die NÖM würden die Neulinge um einige Cent pro Liter weniger bekommen.

Es seien bereits Mitarbeiter betraut worden, die nötigen Transportkapazitäten abzuklären. Von den 19 Bauern sind 13 aus Niederösterreich (Großteil Waldviertel) und sechs aus Oberösterreich. Sie liegen teils weit verstreut: zwei sind aus Gutau, je einer aus Bad Leonfelden, Bad Kreuzen, Pabneukirchen und Aschach an der Steyr.

Die Alpenmilch Logistik mit Sitz in Steyr hatte im September 2016 informiert, dass der Betrieb mit Ende März 2017 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt wird. Die von “Milchrebellen” rund um die IG-Milch im Jahr 2008 ins Leben gerufene alternative Milchhandelsgesellschaft “Freie Milch Austria” (später Alpenmilch Logistik GmbH) machte der niedrige Milchpreis und die Molkerei-Konzentration in Österreich zu schaffen. Nachdem sich anfangs Berglandmilch geweigert hatte, die 19 noch vertragslosen Milchbauern aufzunehmen, wurde heftige Kritik laut. IG Milch sowie Grüne und das Team Stronach sprachen von einer “Strafaktion”, nur weil Vermarktungswege abseits versucht wurden.

Von: apa