Stofner: "Beweis für Qualität der ausgewählten Projekte"

“Elser” und “Vergine Giurata” im Rennen für mehrere Filmpreise

Mittwoch, 10. Juni 2015 | 14:52 Uhr

Bozen – Gleich mehrfach für renommierte europäische Filmpreise nominiert sind zwei Filme, die zum Teil in Südtirol gedreht und von der Südtiroler Filmförderung unterstützt wurden: “Vergine Giurata”, das Regiedebüt von Laura Bispuri, ist Anwärter für zwei Kategorien des „David di Donatello“, für drei Kategorien des „Nastro d’Argento“ und für einen „Globo d’Oro“, während das Drama „Elser – Er hätte die Welt verändert“ von Oliver Hirschbiegel Chancen auf den Gewinn in gleich sieben Kategorien des Deutschen Filmpreises und auf den Deutschen Kamerapreis hat. Die Tragikomödie „Honig im Kopf“ von Til Schweiger erhält hingegen den Deutschen Filmpreis „Lola“ für den "besucherstärksten Film des Jahres". Alle drei Produktionen wurden von der Business Location Südtirol (BLS) betreut.

Die römische Vivo Film und die Colorado Film Production aus Mailand, Produzenten des Dramas „Vergine Giurata“, dürfen sich über die Nominierung von Regisseurin Laura Bispuri in der Kategorie beste Regiedebütantin und von Alba Rohrwacher als beste Hauptdarstellerin für den „Premio David di Donatello“ freuen. Der Preis wird am 12. Juni vom „Ente David di Donatello dell’ Accademia del Cinema Italiano“ vergeben, einer Organisation, die von den nationalen Verbänden der Unterhaltungsindustrie und der Filmwirtschaft getragen wird. Prämiert werden dabei schwerpunktmäßig italienische Produktionen. In eben diesen Kategorien sowie in der Kategorie „beste Kamera“ hat der Film auch Gewinnchancen beim „Nastro d’Argento“, der am 27. Juni von der Berufsvereinigung der italienischen Filmjournalisten SNGCI verliehen wird. Nominiert ist das Drama zudem für den „Globo d’Oro“ als bestes Spielfilmdebüt; diese alljährliche Verleihung von Filmpreisen durch die Auslandsjournalisten in Italien findet heuer am 16. Juni statt.

„Vergine Giurata“ ist die Adaption des gleichnamigen Romans von Elvira Dones. Der Film erzählt die Geschichte der Albanerin Hana, die zur „Eisernen Jungfrau“ wird, um die Anerkennung zu bekommen, die man in ihrem Land sonst nur als Mann haben kann. Drei Wochen lang wurde dafür an verschiedenen Orten in Bozen und Meran gefilmt, die Produktion wurde von der Südtiroler Filmförderung mit 198.000 Euro unterstützt. Im Filmteam mitgearbeitet haben zahlreiche Südtiroler Filmfachkräfte; auch eine der Koprotagonistinnen des Films kommt aus Bozen, nämlich die blutjunge Schwimmerin Emily Ferratello vom Club Bolzano Nuoto, die hier zum ersten Mal vor der Kamera stand.

In gleich sieben Kategorien des deutschen Filmpreises nominiert ist das historische Drama „Elser – Er hätte die Welt verändert“ mit Christian Friedel in der Hauptrolle, der auch für die beste männliche Hauptrolle vorgeschlagen wurde. Der Film um den Hitlerattentäter Georg Elser, dessen selbstgebaute Bombe 1939 im Münchner Bürgerbräukeller ihr Ziel nur um 13 Minuten verfehlte, schlägt sich zudem am 19. Juni unter anderem in den Kategorien bester Schnitt, bestes Kostümbild und beste Kamera. Kamerafrau Judith Kaufmann wartet gespannt auch auf die Verleihung des deutschen Kamerapreises am Tag danach, bei dem sie ebenfalls nominiert wurde. Für das Projekt der Lucky Bird Pictures aus München wurde im Sommer 2014 zehn Tage lang in Terlan, Meran, Bozen, Auer und am Mendelpass gedreht. Mit dabei waren nicht nur zahlreiche Südtiroler in der Filmcrew, sondern auch mehrere Südtiroler Schauspieler. Die Produktion wurde vom Südtiroler Filmfonds mit 500.000 Euro unterstützt.

Und last, but not least bekommt die Tragikomödie "Honig im Kopf" von Regisseur und Schauspieler Til Schweiger den Deutschen Filmpreis „Lola“ für den "besucherstärksten Film des Jahres". Die Alzheimer-Geschichte mit Schweiger, seiner Tochter Emma und Dieter Hallervorden in den Hauptrollen hat seit Dezember 2014 mehr als 6,8 Millionen Besucher angezogen. Der undotierte Preis wird mit den anderen „Lolas“ am 19. Juni vergeben. Gedreht wurde das Roadmovie rund um die kleine Tilda und ihren an Alzheimer erkrankten Großvater Amandus unter anderem auf Schloss Prösels, der Dreizinnenhütte, am Bozner Bahnhof und am Dürrensee. Am Set beschäftigt waren auch hier Südtiroler Fachkräfte, vom Location Manager bis zum Casting Agenten, das Projekt erhielt 150.000 Euro aus dem Südtiroler Filmfonds.

„Diese Nominierungen freuen uns sehr. Wir halten den beiden Produktionen die Daumen, dass sie sich in die mittlerweile lange Liste der Südtirol-unterstützten Filmprojekte einreihen können, die bereits ausgezeichnet wurden. Diese Prämierungen sowie die Tatsache, dass sehr viele unserer Filme auf internationalen Festivals jeder Größenordnung vertreten sind, zeigen eindrucksvoll, wie sehr bei der Auswahl der unterstützten Projekte auf Qualität geachtet wird“, sagt  BLS-Direktor Ulrich Stofner.

Von: ©lpa

Bezirk: Bozen