Der Streik in der Slowakei könnte bald ein Ende haben

Ende von Streik bei VW in Slowakei in Reichweite

Samstag, 24. Juni 2017 | 19:05 Uhr

Nach mehrtägigem Streik bei Volkswagen in der Slowakei sieht die Gewerkschaft einen Lohnabschluss in Reichweite. “Wir sind nahe an einer Einigung”, sagte Gewerkschaftschef Zoroslav Smolinsky am Samstag. Nach zwei Verhandlungsrunden ohne Ergebnis könne beim nächsten Treffen ein Kompromiss erzielt werden. Sollte es rasch dazu kommen, könne die Produktion am Montag wieder hochgefahren werden.

Die Gewerkschaft verlangt bislang eine Lohnerhöhung von 13,9 Prozent, das Management bietet ein Plus von neun Prozent.

VW beschäftigt in der Slowakei 12.300 Mitarbeiter. 70 Prozent davon beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben an dem seit Dienstag laufenden Streik. Es ist die erste Arbeitsniederlegung bei VW in der Slowakei. Dort ist der Konzern der größte Arbeitgeber aus der Privatwirtschaft. Wichtigster Impulsgeber für das Wirtschaftswachstum ist die Autobranche. In der Slowakei mit 5,4 Millionen Einwohnern werden mehr als eine Million Autos im Jahr produziert. Auf eine derartige Quote kommt kein anderes Land.

Der Streik wird von der Regierung unterstützt, die sich für höhere Einkommen einsetzt. Nach Gewerkschaftsangaben verdienen die VW-Beschäftigten im Schnitt 1.800 Euro im Monat einschließlich Boni. Das sei zwar das Doppelte des Durchschnittseinkommens in der Slowakei. Die VW-Kollegen in Deutschland bekämen aber für vergleichbare Arbeit mit 4.200 Euro deutlich mehr. In Bratislava werden etwa der Geländewagen Touareg, der Kleinwagen Up und der Audi Q7 gebaut.

Von: APA/ag.