Regierungschef Alexis Tsipras wollte offenbar Drachme zurück

Enthüllungsbuch löst Ärger in Athen aus

Samstag, 15. Oktober 2016 | 12:26 Uhr

Griechische Regierungskreise sind verärgert über ein französisches Enthüllungsbuch. Darin heißt es, der griechische Regierungschef Alexis Tsipras habe auf dem Höhepunkt der Eurokrise seines Landes im Sommer 2015 Russland gebeten, die alte Währung Drachme zu drucken. Hintergrund sei ein möglicher Austritt Griechenlands aus der Eurozone gewesen.

Athen habe Moskau nie darum gebeten, teilten Regierungskreise in Athen am Samstag der Deutschen Presse-Agentur mit. Französische Journalisten der Zeitung “Le Monde” berichten in einem Enthüllungsbuch über die Amtszeit ihres Staatschefs Francois Hollande, dieser habe in einem Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin davon erfahren. Putin habe Hollande gesagt, Tsipras habe ihn gefragt, ob die neuen Drachmen in Russland gedruckt werden könnten, da Griechenland keine Möglichkeiten für den Druck habe. Das Buch “Ein Präsident sollte dies nicht sagen” soll auf der Grundlage von Erzählungen Hollandes entstanden sein.

Die griechische Opposition wirft Tsipras vor, er habe 2015 tatsächlich Pläne gehabt, die Eurozone zu verlassen. Hollande bestätige dies mit seinen Äußerungen. Im Sommer 2015 stand Griechenland vor dem Austritt aus der Eurozone und der Pleite. Nach langen und turbulenten Verhandlungen stimmte Tsipras damals einem neuen Spar- und Reformprogramm zu. Im Gegenzug soll dem Land mit bis zu 86 Milliarden Euro unter die Arme gegriffen werden.

Von: APA/dpa

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