In vier Jahren 457.000 Kubikmeter an Dämmstoffen in Südtirol verbaut

“Entsorgung von Dämmstoffen wird immer wichtiger”

Mittwoch, 17. Juni 2015 | 17:49 Uhr

Bozen – Die KlimaHaus Agentur gibt Kriterien für energetisches Bauen und Sanieren vor. Damit verbunden ist ein großzügiger Einsatz von Dämmstoffen unterschiedlichster Zusammensetzung. Besonders im letzten Jahrzehnt kamen in Südtirol viele dieser Stoffe im Einsatz. Neben geschäumten Kunststoffen werden Glaswolle oder Naturdämmstoffe verwendet. Nicht nur in der Bauphase fallen Abfälle von Dämmstoffen an, sondern irgendwann müssen die Materialien gänzlich entsorgt werden. Der Freiheitliche Landtagsabgeordnete, Walter Blaas, ist sich sicher, dass die Abfallwirtschaft künftig vor großen umwelttechnischen Herausforderungen steht.
 
„In Südtirol wurden im Zeitraum der Jahre 2011 bis 2014 etwa 457.000 Kubikmeter an Dämmstoffen verbaut. Als Dämmstoffe wurden vorwiegend EPS, Holzfaserplatten und XPS verwendet“, informiert Blaas einleitend. „Jährlich werden etwa 250 Tonnen an Dämmmaterialien, die als nicht gefährlich eingestuft sind, entsorgt. In etwa 20 Jahren, wenn die technische Lebensdauer der Klimahäuser abgelaufen ist, wird sich herausstellen, wie groß die effektiv zu entsorgende Menge an Dämmmaterialien sein wird“, hält Blaas fest. „Die Abfallwirtschaft steht vor großen Herausforderungen und die Möglichkeiten der Entsorgung müssen erst geprüft werden“, unterstreicht der Freiheitliche Landtagsabgeordnete und erklärt, dass im Jahr 2012 von der Landesagentur für Umwelt eine Studie zur Verwertung des Abbruchmaterials von Klimahäusern herausgegeben worden sei.
 
„Natürliche Dämmstoffe auf organischer Basis können dem Müllverbrennungsofen zugeführt werden und deren gespeicherte Energie kann genutzt werden“, erklärt Walter Blaas, „während Dämmstoffe auf Kunststoffbasis teilweise aufwendig entsorgt und abgebaut werden müssen.“
 
„In Südtirol wurde eine Nachhaltigkeitsbewertung „KlimaHaus Nature“ entwickelt, die nicht nur die Energieeffizienz eines Gebäudes, sondern auch die Umweltverträglichkeit der eingesetzten Baumaterialien bewertet“, entnimmt der Freiheitliche Landtagsabgeordnete aus dem ihm vorliegenden Informationen. „Trotz der vielen Maßnahmen und Bewertungskriterien bleiben die Dämmstoffe ein Umweltfaktor, mit dem sich vor allem die künftigen Generationen auseinandersetzen werden müssen. Zwar mag der Anteil der nachwachsenden Dämmstoffe in Südtirol auf einem hohen Niveau liegen, aber deshalb dürfen nicht die Anstrengungen zur Vermeidung von Kunststoffen nachlassen“, fordert Walter Blaas abschließend.

Von: ©mk