Abgas-Manipulationen im Visier

Ermittlungen gegen Ex-Audi-Chef steuern auf Anklage zu

Freitag, 30. November 2018 | 18:45 Uhr

Im Dieselskandal bei Audi steuert die Staatsanwaltschaft München Insidern zufolge auf Anklagen gegen frühere Spitzenmanager zu. Der ehemalige Audi-Chef Rupert Stadler und weitere im Abgasskandal geschasste Führungskräfte müssten sich voraussichtlich vor Gericht verantworten, sagten mehrere Verfahrensbeteiligte am Freitag zu Reuters. Darüber hatte zuerst der “Spiegel” berichtet.

Wegen der von Audi und der Konzernmutter Volkswagen eingeräumten massenhaften Abgas-Manipulationen ermitteln Strafverfolger in mehreren Städten wegen Betrugsverdachts. Stadlers Verteidiger äußerte sich am Freitag nicht dazu. Stadler, der mehrere Monate in Untersuchungshaft saß, hat die Vorwürfe der Strafverfolger in den Vernehmungen nach Angaben von Verfahrensbeteiligten zurückgewiesen.

Die Staatsanwaltschaft München lehnte am Freitag eine Stellungnahme zur Wahrscheinlichkeit von Anklagen gegen einzelne Beschuldigte ab. Ein Sprecher der Behörde wies jedoch Angaben des “Spiegel” zurück, wonach die Behörde spätestens bis zum Frühsommer Anklage erheben wolle. Aussagen über den Zeitraum der weiteren Ermittlungen seien “reine Spekulation”, sagte der Sprecher. “Dazu ist keine seriöse Prognose möglich.”

Richtig sei aber, dass die Staatsanwaltschaft generell jene Fälle vordringlich bearbeite, in denen Untersuchungshaft angeordnet worden sei, sagte der Sprecher. Außer Stadler saßen in dem Verfahren auch der frühere Audi- und Porsche-Manager Wolfgang Hatz und ein früherer Audi-Ingenieur vorübergehend hinter Gittern. Diese Untersuchungshaftbefehle wurden unter Auflagen lediglich außer Vollzug gesetzt, gelten aber formal weiter. Auch Hatz und der betreffende Ingenieur haben die Betrugsvorwürfe zurückgewiesen. Ihre Verteidiger äußerten sich am Freitag ebenfalls nicht.

Die Zahl der Beschuldigten, gegen die die Staatsanwaltschaft München ermittelt, ist nach deren Angaben mittlerweile auf 24 gestiegen. Die Behörde machte deutlich, dass nicht alle zum selben Zeitpunkt auf die Anklagebank kommen dürften. “Wir werden nicht alle Ermittlungen gleichzeitig abschließen”, sagte der Sprecher. Denkbar sei auch, dass Ermittlungen gegen einzelne eingestellt würden, wenn sich der Tatverdacht nicht erhärte.

Von: APA/ag.

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