Nicht nur Ex-Bankchef Martin Pucher im Visier der Justiz

Ermittlungen in Causa Commerzialbank dauern an

Sonntag, 14. März 2021 | 11:20 Uhr

In der Causa Commerzialbank Mattersburg dauern die Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) weiter an. Derzeit gebe es 28 Beschuldigte, betonte eine Sprecherin der WKStA gegenüber der APA. Dabei handle es sich um 18 Personen und zehn Verbände, wie auch der “Kurier” zuletzt berichtete. Ermittelt wird unter anderem wegen gewerbsmäßig schweren Betruges, Untreue, betrügerischer Krida und Geldwäscherei. Ein Ende des Verfahrens sei nicht abschätzbar.

Die Zahl der Beschuldigten sei “kontinuierlich gestiegen”, hieß es seitens der WKStA. Eine Prognose über die Dauer des Verfahrens wäre zum jetzigen Zeitpunkt “unseriös”. Bekannt ist bis dato, dass Ex-Bankchef Martin Pucher und die ehemalige Bankvorständin Franziska Klikovits als Beschuldigte geführt werden. Außerdem wurde ein in Eisenstadt anhängiges Finanzstrafverfahren gegen den früheren dritten Aufsichtsratschef-Stellvertreter Ernst Zimmermann in das Hauptverfahren einbezogen.

Ermittelt wird zudem gegen drei Mitarbeiter der Finanzmarktaufsicht (FMA). Im Untersuchungsausschuss gaben auch der im Zuge der Causa zurückgetretene Landesrat Christian Illedits und die Mattersburger Stadtchefin Ingrid Salamon (beide SPÖ) sowie der Zemendorfer Bürgermeister Josef Haider (ÖVP), ein Vertreter des insolventen Hotels Florianihof in Mattersburg und ein mutmaßlicher Kuvertbote von Pucher an, dass gegen sie ermittelt werde. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Im U-Ausschuss ist die Arbeit nach den letzten Befragungen Ende Februar noch nicht ganz zu Ende. Am 24. März steht eine interne Arbeitssitzung, in der die ausstehenden Protokolle der Befragungen vorgelegt werden, auf dem Programm. Verfahrensrichter Walter Pilgermair arbeitet unterdessen an seinem Abschlussbericht, der bis Anfang April fertig werden soll.

Zusätzlich zu seinem Bericht wird es voraussichtlich auch einen der drei Oppositionsparteien ÖVP, FPÖ und Grünen geben. Wie FPÖ-Landesparteiobmann Alexander Petschnig ankündigte, wollen die drei Fraktionen, die den U-Ausschuss beantragt haben, in einem gemeinsamen Bericht ihre jeweiligen Erkenntnisse darlegen. Die SPÖ plant keinen eigenen Bericht. Man sehe keinen Grund, am Abschlussbericht des Verfahrensrichters zu zweifeln, hieß es aus dem Landtagsklub.

Von: apa

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