Die Erste Group hat ihr Eigenkapitalverzinsungsziel angehoben

Erste Group erhöhte Ertragsziele nach Gewinnsprung

Freitag, 02. November 2018 | 09:45 Uhr

Nach einem Gewinnsprung in den ersten neun Monaten und insbesondere auch im dritten Quartal hat die Erste Group für das Gesamtjahr 2018 ihr Eigenkapitalverzinsungsziel angehoben. Mehr Gewinn ermöglicht haben ein verbessertes Betriebsergebnis aufgrund von Kreditwachstum und Zinssteigerungen, aber auch Nettoauflösungen von Risikovorsorgen, weil sich die Kreditqualität weiter verbessert hat.

Der Nettogewinn kletterte heuer bis September im Jahresabstand um 24,4 Prozent auf 1,228 Mrd. Euro, wie das Institut am Freitag erklärte. Im dritten Quartal allein lag der Nettogewinn bei 454,0 Mio. Euro – nach 363,0 Mio. Euro ein Jahr davor bzw. 438,2 Mio. Euro im zweiten Quartal 2018. Angesichts der guten Ergebnisse erhöht die Erste Group ihr Eigenkapitalverzinsungsziel fürs heurige Gesamtjahr, was den ROTE (Return On Tangible Equity) betrifft, von über 10 Prozent auf “über 12 Prozent”, so Konzernchef Andreas Treichl. Ende des dritten Quartals waren es 14,2 Prozent. Dass die Dividende auch für 2018 steigen soll – für 2017 war sie um 20 Prozent auf 1,20 Euro/Aktie angehoben worden -, war schon früher erklärt worden, eine neue Aussage gibt es dazu nicht.

In allen Kernmärkten sieht das börsenotierte Institut ein kräftiges Wirtschaftswachstum, das die Privatkunden- und KMU-Kredite sowie auch die Einlagen wachsen ließ. Die Kundenkredite im Konzern stiegen insgesamt um 6,3 Prozent auf 148,3 Mrd. Euro, die Kundeneinlagen wuchsen um 5,9 Prozent auf 159,8 Mrd. Euro. Die Kreditqualität verbesserte sich nochmals – der Anteil notleidender Kredite am Bruttokreditvolumen (NPL-Quote) sank erneut auf nunmehr 3,5 Prozent, nach 4,0 Prozent ein Jahr davor.

Das Betriebsergebnis legte in den ersten neun Monaten im Jahresabstand um 3,7 Prozent auf 1,994 Mrd. Euro zu, dank eines Wachstums der Kernerträge. Der Zinsüberschuss wuchs nämlich um 4,4 Prozent auf 3,372 Mrd. Euro und der Provisionsüberschuss um 5,1 Prozent auf 1,431 Mrd. Euro. Die Betriebserträge insgesamt stiegen um 3,2 Prozent auf 5,096 Mrd. Euro. Um 2,9 Prozent auf 3,102 Mrd. Euro erhöhte sich der Verwaltungsaufwand, vor allem wegen gestiegener Personalaufwendungen von 1,831 Mrd. Euro (+4,8 Prozent). Die Kosten-Ertrags-Relation verbesserte sich leicht auf 60,9 (61,0) Prozent, so die Erste Group am Freitag.

Die harte Kernkapitalquote (CET1, Basel 3 final, pro forma) hat sich bei der Erste Group mit zuletzt 13,2 Prozent ebenfalls erheblich verbessert. Sie liege “somit in Reichweite unserer neuen internen Zielquote für das Jahr 2020 von 13,5 Prozent”, wird betont. Die veröffentlichte Harte Kernkapitalquote (Basel 3, final) sei zwar mit 12,4 Prozent nahezu unverändert geblieben – berücksichtige man aber den Gewinn des dritten Quartals inklusive aliquoter Dividendenabgrenzung sowie einen positiven Effekt von 30 BP aus der kürzlich erfolgten Anerkennung des neuen Modells zur Berechnung des operationellen Risikos, liege sie schon jetzt bei 13,2 Prozent. Die neue Zielquote für 2020 reflektiere den stetigen Anstieg in den lokalen Kapitalanforderungen in Tschechien und der Slowakei.

Wie 46 andere Großbanken aus Europa kommen heute Abend auch für die beiden heimischen Institute Erste Group und Raiffeisen Bank International (RBI) die Resultate des jüngsten Banken-Stresstests durch die europäische Bankenaufsicht EBA und die EZB.

Die Belastungen, die sich im “sonstigen betrieblichen Erfolg” niederschlagen, waren bei der Ersten heuer bisher etwas niedriger als voriges Jahr. Sie beliefen sich bisher auf 237,0 (296,6) Mio. Euro, allerdings waren voriges Jahr 45 Mio. Euro Aufwendungen für Verluste aus Konsumentenkrediten infolge höchstgerichtlicher Judikatur betreffend durch Banken in Österreich zu viel verrechnete Negativzinsen enthalten. Heuer in diesen Belastungen enthalten sind etwa an Aufwendungen für die jährlichen Beiträge für den Abwicklungsfonds 70,4 nach 65,6 Mio. Euro bzw. sonstige Steuern von 6,4 (nach 31,3) Mio. Euro. Von 82,1 auf 88,1 Mio. Euro stiegen die Banken- und Transaktionssteuern an, davon entfielen 13,8 (12,6) Mio. auf die ungarische Bankensteuer fürs Gesamtjahr.

Die Mitarbeiterzahl der Erste Group betrug in den ersten neun Monaten im Schnitt 47.431, nach 47.322 im gleichen Vorjahreszeitraum. Davon entfielen 9.154 auf Erste Group, EB Österreich und Töchter, 7.178 auf den Sparkassen-Haftungsverbund sowie unter anderem 10.157 auf den Teilkonzern Ceska sporitelna und 7.223 auf die Banca Comerciala (BCR) in Rumänien. In einem freundlichen Umfeld verloren die Erste-Aktien Freitagfrüh in den ersten Handelsminuten mehr als 3 Prozent.

Von: apa

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