Die deutsche Kanzlerin will eine "unbefristete Ausnahme"

EU besteht auf dauerhafte Ausnahme von US-Schutzzöllen

Donnerstag, 17. Mai 2018 | 16:59 Uhr

Die EU will mit den USA nach Angaben von Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel erst über Handelserleichterungen sprechen, wenn die US-Regierung ihre angedrohten Schutzzölle für EU-Stahl- und Aluminium-Importe fallen lässt. “Hier haben wir eine gemeinsame Haltung”, sagte Merkel am Donnerstag in Sofia vor Beginn des EU-Westbalkan-Gipfels.

“Wir wollen eine unbefristete Ausnahme.” Danach sei man bereit, mit der US-Regierung darüber zu sprechen, wie man gegenseitig die Barrieren im transatlantischen Handel abbauen könne.

Auch EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger mahnt die Europäische Union im Handelsstreit mit den USA zur Geschlossenheit. Männer wie US-Präsident Donald Trump liebten das Spiel “teile und herrsche”, sagte Oettinger am Donnerstag. Wenn er die EU spalten könne, dann “würden wir stark geschwächt sein und verlieren”.

Trete die EU dagegen geschlossen auf, verfüge sie über eine hohe wirtschaftliche Autorität. Trump verachte Schwächlinge. Die EU dürfe nicht zu einer Art Juniorpartner der USA werden. Es gehe um eine Freundschaft auf Augenhöhe. Wer mit Sanktionen und Zöllen drohe, müsse wissen, dass er sich auch selbst schaden könne, sagte Oettinger mit Blick auf die US-Industrie.

Gleichzeitig übte Oettinger Selbstkritik: “Wir hätten vielleicht den Wahlkampf und die Ankündigungen von Trump für bare Münze nehmen müssen.” Dieser versuche seine Wahlkampfversprechen einzulösen – auch wenn sie Europa, der Welt und selbst Amerika schaden würden.

Sollte Trump seine Drohung mit Strafzöllen auf Stahl und Aluminium zurücknehmen, und ohne Erpressung frei verhandelt werden können, sei ein “beschränktes kleines TTIP” denkbar, das den Umbau, den Abbau und die Angleichung von Zöllen umfasse, sagte Oettinger weiter. Die USA haben angedroht, ab Juni Schutzzölle für Stahl- und Aluminiumimporte aus der EU zu erheben. Sie begründen dies mit ungleichen Handelsbedingungen.

Nach Ansicht von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ist im Handelsstreit nun US-Präsident Trump am Zug. Die EU-Staats- und Regierungschefs hätten “klar eine Erwartungshaltung definiert”, nun liege es an der US-Regierung, dies zu akzeptieren, sagte Kurz am Donnerstag. Die EU fordert von Trump eine dauerhafte Ausnahmeregelung, die Europa vor Schutzzöllen auf Stahl- und Aluminium-Importe schützt.

Erst dann könne über eine Vertiefung der Zusammenarbeit und einen Abbau von Zöllen diskutieren. Auf die Frage, ob dies ein Angebot an Trump sei, antwortete Kurz: “Angebot ist eine sehr freundliche Formulierung.” Wenn Trump diese “Message” nicht akzeptiere, “müssen wir weiter dazu beraten”, ergänzte der Bundeskanzler. Am 1. Juni läuft die von Trump erlassene Ausnahmeregelung für europäische Unternehmen aus.

Von: APA/ag.

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

14 Kommentare auf "EU besteht auf dauerhafte Ausnahme von US-Schutzzöllen"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
hans--
hans--
Grünschnabel
5 Tage 5 h

diese frau schadet ganz Europa mit ihren Gefolge 

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
5 Tage 4 h

Lass mich raten … es geht um die Flüchtlingspolitk

Leonor
Leonor
Tratscher
5 Tage 1 h

Neumi

Nein es geht vielmehr um die Arbeisplätze. Damit die Arbeiter aus dem Aluminium und Stahlsektor ihren Job behalten können.

typisch
typisch
Universalgelehrter
5 Tage 18 Min

@Neumi
nein nur um waffenexporte in kriegsgebiete

Tabernakel
4 Tage 18 h

@typisch

Österreichische Waffen an autoritäre Regime und in Krisenregionen

So liefern auch österreichische Waffenproduzenten keineswegs nur an
vergleichsweise unumstrittene Handelspartner, wie eine der letzten
größeren Aufstellungen der Exporte des Außenministeriums zeigt. Noch im
Jahr 2010 wurden beispielsweise Geschäfte mit Libyen unter Diktator
Muammar al-Gaddafi abgeschlossen. Im gleichen Jahr wurden auch
Waffenexporte nach Tunesien genehmigt. In einer Untersuchung von 2005
bis 2009 kritisierte Amnesty International scharf, dass Österreich neben
Italien das einzige Land war, das Waffenexporte nach Syrien genehmigte.

VES
VES
Grünschnabel
5 Tage 3 h

Impotsteuer PKW in die USA 2%; Importsteuer in die EU 10%;

Die EU protektioniert den eigenen Markt ungleich mehr als der Rest der Welt.

Wer die Fakten kennt kommt zum Ergebnis Trump hat vollkommen Recht !

Des weiteren sollte man sich mal bewußt machen, Trump ist der gewählte Präsident der USA und sollte mit gebührendem Respekt behandelt werden.

Es ist andererseits sehr bedenklich, welche Fakten in der EU der eigenen Bevölkerung durch Politik und Presse unterschlagen werden.

Orschgeige
Orschgeige
Tratscher
5 Tage 3 h

Merkel +Macron: Europäisch denken, national handeln. Umgekehrt wäre besser.

Dagobert
Dagobert
Superredner
5 Tage 1 h

Ja wenn das Mamma Angela verlangt, wird sich dieser Typ jenseits des Teiches sicher beugen.

Lumberjack
Lumberjack
Grünschnabel
5 Tage 2 h

Aber Onkel Trump wird die Liebe Frau Merkel und ihre “nationale EU” sicherlich früher oder später die Ausnahme aus den Zöllen gewähren, sofern sie nicht in der Zwischenzeit “Ohgsaglt” wird

honakoanonung
honakoanonung
Tratscher
4 Tage 20 h

ich kauf keine US-Produkte mehr und flieg nicht mehr in die USA (war schon 12 Mal dort. schaue grad dass ich von Android oder iOS wegkomme.

I_Bims
I_Bims
Neuling
4 Tage 20 h

Die Zölle nacg Europa sind auch viel zu hoch. Wenn ein auto in den USA 40.000€ kostet, kostet es in Europa 120.000€. Man müsste auch bei ddr Europäischen Seite etwas ändern.

Tabernakel
4 Tage 18 h

Nach Ansicht von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ist im Handelsstreit nun US-Präsident Trump am Zug.

nobody
nobody
Tratscher
4 Tage 12 h

Kommentar Frau Merkel? Wir schaffen das…..

Antivirus
Antivirus
Superredner
4 Tage 10 h

EU besteht aus dauerhaft bleibenden Versagern..

wpDiscuz