EU-Wirtschaftskommissar Gentiloni dämpft die Erwartungen

EU dämpft Wachstumsprognose für Österreich und Eurozone

Freitag, 11. November 2022 | 12:25 Uhr

Die EU-Kommission dämpft ihre Wachstumsprognose für Österreich. Sie erwartet für 2023 nur noch ein Plus von 0,3 Prozent. 2024 soll das Wachstum mit 1,1 Prozent wieder anziehen. Für das laufende Jahr 2022 sagt die EU-Behörde in ihrer am Freitag veröffentlichten Herbstprognose ein Plus von 4,6 Prozent voraus. Die Inflation wird von heuer 8,7 Prozent auf 6,7 Prozent 2023 und 3,3 Prozent im Jahr 2024 zurückgehen, erwartet die Kommission.

In ihrer Sommerprognose vom Juli hatte die EU-Kommission für 2023 noch mit einem Plus von 1,5 Prozent in Österreich gerechnet. Für 2022 hatte sie ein Wachstum von 3,7 Prozent vorausgesagt. Die Inflation hatte die Kommission im Juli mit 7,4 Prozent (2022) und 4,4 Prozent (2023) auch noch niedriger bewertet. Treiber der Teuerung seien die hohen Energiepreise, vor allem Strom und Gas, sie werden erst Ende 2023 langsam zurückgehen, erwartet nunmehr die EU-Kommission.

Für die gesamte Eurozone sagt die EU-Kommission in ihrer Herbstprognose im kommenden Jahr ebenfalls ein Wachstum von nur mehr 0,3 Prozent voraus. Im Sommer hatte die EU noch mit 1,4 Prozent Wachstum gerechnet. 2024 soll die Wirtschaft der Eurozone dann wieder um 1,5 Prozent wachsen. Wegen eines überraschend guten Wachstums in der ersten Jahreshälfte 2022 dürfte die Wirtschaft im Gesamtjahr aber um 3,2 Prozent zulegen und damit stärker als noch im Sommer mit 2,6 Prozent gedacht. Die Inflationserwartung für die gesamte Eurozone beträgt heuer 8,5 Prozent, 2023 6,1 Prozent und 2024 2,6 Prozent.

Für das vierte Quartal 2022 erwartet die Kommission, dass die Eurozone insgesamt und die meisten ihrer Mitgliedsstaaten in eine Rezession rutschen. Grund dafür seien große Unsicherheit, hoher Energiepreisdruck, Kaufkraftverluste bei den privaten Haushalten, das schwächere außenwirtschaftlichen Umfeld und striktere Finanzierungsbedingungen.

Relativ stabil schätzt die EU-Behörde den Arbeitsmarkt in Österreich für die kommenden zwei Jahre ein. Die EU-Kommission führt dies auf einen erwarteten höheren Anteil von Frauen und Älteren bei den Erwerbstätigen zurück. Die Arbeitslosenrate wird demnach in Österreich von heuer 5,0 Prozent auf 5,2 Prozent in 2023 und 5,3 Prozent in 2024 leicht steigen.

Die EU-Behörde erwartet, dass Österreich sein Budgetdefizit weiter reduzieren wird. Für 2022 rechnet die Kommission mit einem Defizit von 2,8 Prozent, für 2024 sagt sie eine Neuverschuldung von 1,9 Prozent voraus, gegenüber 3,4 Prozent im laufenden Jahr. Auch die österreichische Gesamtverschuldung soll von heuer 78,5 Prozent der Wirtschaftsleistung auf 76,6 Prozent im kommenden Jahr und 74,9 Prozent 2024 zurückgehen.

Von: apa

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