Juncker droht Trump mit raschen Reaktionen

EU droht mit Gegenreaktionen bei US-Strafzöllen

Montag, 18. Februar 2019 | 15:30 Uhr

Der Handelsstreit zwischen den USA und Europa könnte sich in den nächsten Monaten wieder verschärfen. Die EU-Kommission und die deutsche Regierung bekräftigten am Montag, in dem Konflikt nicht nachgeben zu wollen. Sollte US-Präsident Donald Trump zusätzliche Zölle auf europäische Autos verhängen, werde die EU umgehend reagieren, sagte ein Sprecher der Brüsseler Behörde.

Das US-Handelsministerium hatte am Wochenende einen Prüfbericht über die Bedrohung der nationalen Sicherheit durch Auto-Importe an Trump übergeben. Der Republikaner hat nun 90 Tage Zeit, um auf dieser Basis zu entscheiden, ob er Zölle von bis zu 25 Prozent auf Auto-Einfuhren verhängt.

Eigentlich hat Trump zugesagt, auf zusätzliche Auto-Zölle zunächst zu verzichten und stattdessen mit der EU über den Abbau von Handelshemmnissen zu verhandeln. Die Sonderabgaben würden vor allem deutsche Hersteller wie BMW, Daimler und Volkswagen hart treffen.

“Die Europäische Union wird ihr Wort halten, solange die USA das auch tun”, sagte der Sprecher der EU-Kommission. Die EU habe ein Interesse daran, die Handelsbeziehungen zu den USA zu verbessern. Die deutsche Regierung äußerte sich ähnlich. Das US-Handelsministerium gehe davon aus, dass Auto-Importe die nationale Sicherheit bedrohten. Es werde nun abgewartet, was Trump aus dem Bericht ableite, sagte ein Regierungssprecher in Berlin. Sollte Trump neue Zölle verhängen, werde gemeinsam in der EU eine Antwort erarbeitet.

Die Finanzmärkte treibt der Streit seit Monaten um. Weil eine Eskalation befürchtet wird, zogen sich Anleger zum Wochenauftakt aus Aktien zurück. BMW, Daimler und VW gehörten an der Frankfurter Börse zu den größten Verlierern mit einem Minus von bis zu 1,3 Prozent. “Eine Einstufung deutscher Auto-Importe als Sicherheitsrisiko und die Erhebung von Strafzöllen wäre ein Armageddon-Szenario für die deutsche Autoindustrie”, sagte Experte Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Das Münchner Ifo-Institut hatte zuletzt gewarnt, dass die deutschen Auto-Exporte in die USA langfristig um fast die Hälfte einbrechen könnten, sollten die Vereinigten Staaten dauerhaft Abgaben in Höhe von 25 Prozent verlangen.

Der Präsident des deutschen Industrieverbandes BDI, Dieter Kempf, sagte, der Handel mit Autos stelle keine Gefahr für die USA dar. “Trump ist gefordert, sich an geltendes Handelsrecht zu halten. Er sollte von einer Einführung von Zöllen oder Quoten absehen.” Auch die US-Autobranche hat sich gegen Sonderzölle ausgesprochen. Sie dürften die Autopreise um mehrere Tausend Dollar nach oben treiben und Hunderttausende Stellen in den USA kosten, weil es dann weniger Investitionen gebe. “Kein einziges Unternehmen in der heimischen Autobranche hat diese Untersuchung verlangt.”

Von: apa

Kommentare

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8 Kommentare auf "EU droht mit Gegenreaktionen bei US-Strafzöllen"


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ifinger947
ifinger947
Tratscher
1 Monat 7 Tage

Jawohl das ist die richtige Antwort ! Dieser Typ versteht nur diese eine harte Sprache ,was er kann können wir auch ! Und USA braucht Made in Germany dringender als umgekehrt !  

typisch
typisch
Kinig
1 Monat 7 Tage

Klar brauchen sie made in germany dringender😄 deutschland ist ja sooo groß bzw mit soooo einer großen produktpalette👍🏼

tschonwehn
tschonwehn
Tratscher
1 Monat 7 Tage

@ifinger947
Und jetzt behauptet er allen Ernstes, die deutschen Autos bedrohen die nationale Sicherheit der USA. Der Schläfer hat noch gar nicht gemerkt, daß Mercedes, BMW und Co. eigene Werke in den USA haben. Mein Vorschlag: die Werke schließen und die Belegschaften entlassen. Dann hätte er die Quittung für sein selbstherrliches Benehmen. Dann wäre “America first”, und zwar bei den Arbeitslosen.

Tabernakel
1 Monat 6 Tage

@typisch

Die Amis bezihen einen Großteil der Autoteile aus Europa. Ohne die bauen die auch keine Amischlitten.

Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

Strafzölle auf amerikanische Flieger, das würde was bewirken und nicht auf Schnaps und diese paar Mofas!

typisch
typisch
Kinig
1 Monat 7 Tage

Nun ja europa ist schon amerika, deswegen diese lächerlichen strafzölle

Tabernakel
1 Monat 7 Tage

Das weltweit größte BMW Werk steht in den USA. Eigentor und einige Arbeitslose mehr.

tschonwehn
tschonwehn
Tratscher
1 Monat 2 Tage

@Tabernakel
Richtig. Amerika braucht Deutschland (und die EU), Deutschland aber nicht Amerika.

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