Steuerabkommen zwischen Apple und Irland nicht zulässig

EU-Kommission fordert Milliarden-Zahlung von Apple an Irland

Montag, 29. August 2016 | 21:47 Uhr

Die EU-Kommission wird nach Angaben von Insidern die umstrittenen Steuerabkommen zwischen Apple und Irland für nicht zulässig erklären. Wie die Nachrichtenagentur Reuters von zwei mit der Sache vertrauten Personen erfuhr, soll eine entsprechende Entscheidung am Dienstag fallen. Irland werde dann angewiesen werden, mehr als eine Milliarde Euro an nicht gezahlten Steuern vom US-Konzern einzuholen.

Die genaue Summe solle Irland selbst bestimmen, erklärte ein Insider. Die Kommission lehnte am Montag eine Stellungnahme ab. Die Apple-Aktie notierte im Verlauf kaum verändert in einem freundlichen Umfeld.

Die EU-Kommission hatte Irland 2014 vorgeworfen, internationale Steuerregeln umgangen zu haben, um Arbeitsplätze ins Land zu holen. Apple habe seinerseits auf diese Weise Milliardengewinne nicht versteuern müssen. In dem Streit geht es um Steuervereinbarungen aus der Zeit zwischen 1991 und 2007. Nach Ansicht der Kommission handelte es sich dabei um unerlaubte Beihilfe.

Sie hat bereits in zwei ähnlichen Steuerfällen ein Urteil gefällt: Die Niederlande soll sich von Starbucks und Luxemburg sich von Fiat Chrysler Geld zurückholen. Die Summen dabei sind allerdings mit jeweils 30 Millionen Euro deutlich niedriger als im jetzigen Fall.

Irland und Apple haben die Vorwürfe zurückgewiesen. Apple beschäftigt 5.500 Mitarbeiter – etwa ein Viertel seiner europäischen Belegschaft – in Cork, wo die Kalifornier der größte private Arbeitgeber sind. Der iPhone-Hersteller hat beteuert, die vorgeschriebenen irischen Steuern von 12,5 Prozent zu zahlen. Irlands vergleichsweise niedrigen Unternehmenssteuern sind seit 20 Jahre ein zentraler Aspekt der Wirtschaftspolitik des Inselstaates.

Die Entscheidung könnte zu politischen Verwerfungen führen. Erst am Mittwoch hatte das US-Finanzministerium das Vorgehen der Europäer in diesem und ähnlichen Fällen kritisiert. Es sei uneinheitlich und entspreche nicht der gängigen Rechtspraxis, hieß es in einer Analyse. Zudem seien amerikanische Firmen übermäßig hart betroffen. Die EU-Kommission hat erklärt, sie lege bei allen Unternehmen die selben Maßstäbe an.

Von: APA/ag.

Kommentare

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5 Kommentare auf "EU-Kommission fordert Milliarden-Zahlung von Apple an Irland"


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Sims
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

Solong die Stuiern so hoach und die ausgobm undurchschaubor sein, werd ollm a weg zur hinterziehung gsuacht werdn.

ITler
Neuling
1 Monat 21 h

Dir ist sicherlich klar dass das keine Hinterziehung ist! Apple hatte mit Irland einen Deal den Irland nicht abschließen hätte dürfen. Das groteske daran ist dass nun wohl Apple an Irland Nachzahlungen leisten muss. Eigentlich sollte nicht Apple sondern Irland die Nachzahlungen leisten und nicht an sich selbst sondern an alle anderen EU-Staaten die sie mit dem Deal betrogen haben! (sonst sind sie die einzigen Gewinner durch den Betrug den sie selbst eingefädelt haben)!

Neumi
Grünschnabel
1 Monat 21 h

Das klingt fast so, als würdest du daran glauben, dass weniger hinterzogen würde, wenn es nicht so wäre.

Neumi
Grünschnabel
1 Monat 21 h

Dass Apple bezahlt, bezweifle ich nicht. Nur mache ich mir so meine Gedanken darüber, was sie alles an zu versteuerbaren Einnahmen angeben und was sie alles abschreiben dürfen.

Gredner
Grünschnabel
1 Monat 20 h

Das ist doch nur mehr ein Hickhack zwischen den USA und der EU: wenn VW 18 Milliarden Schadenersatz an die USA zahlen soll, dann ist diese 1 Milliarde von Apple nur der Anfang. Weitere “Strafen” werden folgen… Kein Konzern ist sauber – da wird getrickst was das Zeug hält.

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