EU-Kommissar Breton will den Autoherstellern freie Hand lassen

EU-Kommission gegen konkretes Datum für Verbrenner-Aus

Sonntag, 04. Juli 2021 | 18:06 Uhr

EU-Industriekommissar Thierry Breton hält nichts von einem Verbot für die Produktion von Verbrennungsmotoren in der EU. Entscheidend sei, dass das EU-Ziel von Klimaneutralität im Jahr 2050 erreicht werde, sagte der Franzose der “Stuttgarter Zeitung” und den “Stuttgarter Nachrichten” (Montagsausgabe). Damit erteilte er einer entsprechenden Forderung von mehreren EU-Verkehrsministern, darunter Leonore Gewessler (Grüne), eine Absage.

Breton sagte, dass beim Erreichen der Klimaneutralität das E-Auto eine wichtige Rolle haben werde, “aber auch die Brennstoffzelle sowie synthetische Kraftstoffe sind gefragt. Hier ist die Politik klug beraten, den Unternehmen freie Hand zu lassen.” Gewessler und acht Amtskolleginnen hatten die EU-Kommission im März gebeten, ein Datum für das Ende von Verbrennungsmotoren zu nennen. Sie äußerten dabei keine eigene Präferenz, auch Gewessler gab sich bedeckt. Als Bandbreite nannte sie das Jahr 2025, in dem Norwegen aus dem Verbrennungsmotor aussteigen will, und das Jahr 2040, das Frankreich anpeilt.

Breton schweben indes andere konkrete EU-Vorgaben vor, und zwar im Bereich Tank- und Landeinfrastruktur für Autos mit Alternativantrieb. “Ich möchte, dass die Mitgliedstaaten verbindliche Vorgaben für den Aufbau einer Infrastruktur für alternative Antriebe bekommen”, sagte er. “Die Vorgaben könnten sich etwa an der Flottengröße von Autos mit E-Antrieb oder Brennstoffzelle im jeweiligen Mitgliedstaat orientieren.” Es sollte eine EU-Richtlinie gebe, die dann von den Mitgliedsstaaten eins zu eins umgesetzt werden müsste.

Breton bekräftigte, dass sein für Ende des Jahres angekündigter Vorschlag für die nächste Stufe der Schadstoffregulierung von Autos und Lieferwagen (Euro 7) ambitioniert ausfallen werde: “Wir wollen den Verbrennungsmotor so sauber machen wie technisch möglich.” Euro 7 werde den Herstellern einen hohen finanziellen Beitrag für die Schadstoffoptimierung des Verbrenners abverlangen. Breton betonte aber auch: “Die Kommission wird darauf achten, dass die Kosten der Mobilität für den Verbraucher nicht aus dem Ruder laufen.” Auch in Zukunft solle sich die Produktion von Klein- und Mittelklasse-Autos in Europa finanziell lohnen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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7 Kommentare auf "EU-Kommission gegen konkretes Datum für Verbrenner-Aus"


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Kinig
24 Tage 1 h

Wenigstens Einer in der EU kapiert oder traut sich laut zu sagen, dass der E-Antrieb nicht der Weisheit letzter Schluß ist. Noch ehrlicher wäre jedoch gewesen, wenn er auch erwähnt hatte, dass es KEIN !! EU-Mitgliedsstaat in der vorgegebenen Zeit schaffen würde, sowohl ausreichend ökologisch erzeugten Strom zur Verfügung zu stellen, als auch eine flächendeckende Lade-Infrastruktur zu schaffen. Denn in den nächsten Jahrzehnten müssen in den privaten, den öffentlichen und industriellen Bereichen erst einmal die Milliardenschäden, die durch Corona entstanden sind, aufgearbeitet werden.

Spitzpassauf
Spitzpassauf
Superredner
23 Tage 11 h

Ist die herstellung und die ensorgung der Batterien für die e Autos etwa Umweltfreundlich und Nachhaltig? Vielleicht sollte man sich darüber mal informieren……..

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
22 Tage 23 h

Ich kaufe kein E Auto weil ich nicht will das Kinder Kobald schürfen

Missx
Missx
Kinig
22 Tage 22 h

@Spiegel
Nur gut, dass dir das egal ist, wenn Kinder seltene Erden für dein Smartphone, Laptop usw schürfen müssen.

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
23 Tage 5 h

Mindestens ist die EU-Kommission kohärent…
Klare Aussagen waren ja auch bisher Mangelware bei diesen “Fachleuten”…

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
22 Tage 5 h

Wo soll der ganze Strom her kommen?
Wo sind ausreichend Ladesäulen?
Wie belastend für die Umwelt ist die Herstellung der Batterien?
Wie belastend ist dann die Entorgung?
und so weiter!

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