Vergleiche des Rechnungshofes bezüglich Kosten laut BBT SE Vorstand "leider nicht korrekt"

EU-Rechnungshof zu BBT: Vorstand Bergmeister weist Kritik zurück

Donnerstag, 28. Juni 2018 | 09:15 Uhr

Nach dem kritisch ausgefallenen Bericht des Europäischen Rechnungshofes zum Brennerbasistunnel (BBT) hat der Vorstand der Brennerbasistunnel Gesellschaft (BBT SE), Konrad Bergmeister, die Kritik zurückgewiesen. Die Vergleiche des Rechnungshofes bezüglich der Kosten seien “leider nicht korrekt”, erklärte der Vorstand am Donnerstag in einer Aussendung. Der BBT sei nach wie vor ein Vorzeigeprojekt.

In den Jahren 1986/87 sei eine Machbarkeitsstudie durchgeführt worden, zwischen 1999 und 2002 ein Vorprojekt und erst 2005 sei mit der eigentlichen Planung begonnen worden. “Man kann nicht die ersten Kosten- und Zeitschätzungen von Studien und Vorprojekten mit verschiedenen Systemüberlegungen bei solch komplexen, grenzüberschreitenden Infrastrukturprojekten als Grundlage verwenden”, meinte Bergmeister zu der vom Rechnungshof geäußerten Kritik an der Kostensteigerung.

Die ursprünglich im Jahr 2002 genannten Kosten von 4,5 Mrd. Euro für die Errichtung würden aus dem Vorprojekt stammen, das mit dem finalen Bauwerk nicht verglichen werden könne. Damals seien kaum Erkenntnisse über die Baugrunderkundung, keine Berücksichtigung der Kosten für die UVP-Vorschriften und auch keine Kostendefinition eines Probebetriebs und einer Risikovorsorge miteingeflossen. “Die damalige Projektidee wurde sowohl in der Trassenführung, als auch im tatsächlichen Ausbauvolumen verändert”, so der Vorstand.

Seit der UVP-Genehmigung des Projekts in Italien und Österreich im Sommer 2009 und der Kostenprognose im Jahr 2010 seien die Baukosten stabil. Zudem überarbeite die BBT SE jährlich die Endkostenprognose des Bauvorhabens unter Berücksichtigung des Baufortschritts und der kontinuierlichen Projektanpassung, sagte er.

Bergmeister wies außerdem daraufhin, dass die Strecke zwischen München und Verona mit dem BBT keine Hochgeschwindigkeits-, sondern eine Hochleistungsstrecke sei. Durch den Tunnel können zukünftig schwerere und längere Güterzüge mit bis zu 1.600 Tonnen mit nur einer Lokomotive fahren. Auf der Bestandsstrecke seien derzeit zwei bis drei Lokomotiven für 800 Tonnen schwere Züge aufgrund der hohen Steigungen erforderlich.

Zudem würden die aktuellen Fahrzeiten der Züge zwischen Franzensfeste und Innsbruck auf ein Drittel schrumpfen. Während der gesamten Bauphase werden außerdem bis zu 15.000 Arbeitsplätze geschaffen, verwies Bergmeister auf den volkswirtschaftlichen Nutzen des Großprojekts.

Von: apa

Bezirk: Bozen

Kommentare

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11 Kommentare auf "EU-Rechnungshof zu BBT: Vorstand Bergmeister weist Kritik zurück"


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fritzol
fritzol
Superredner
17 Tage 12 h

Blabla Herr Bergmeister frag mich schon lange wie Sie ihre ganzen Berateraufträge unter ihren Hut bekommen

krakatau
krakatau
Universalgelehrter
17 Tage 13 h

Bis der BBT fertig ist (2040 ?) kostet er zwischen 20 und 25 Milliarden

Blitz
Blitz
Superredner
17 Tage 11 h

s’Problem , er weard gor net fertig !

peterle
peterle
Superredner
17 Tage 12 h

Mal schauen welche der Herren und Damen aus Politik und Wirtschaft das Bandldurchschneiden noch erleben?

Blitz
Blitz
Superredner
17 Tage 11 h

Weisst Kritik zurück !! isch woll logisch ,ober soller sogn , jo hobts Recht !

kleinerMann
kleinerMann
Tratscher
17 Tage 11 h

Nun, jeder weiss, dass man sich solche “Machbarkeitsstudien” schon machen lassen kann 🙂 . . und dass der BBT nichts anderes als Arbeitsbeschaffung für gewisse Leute ist und war, weil fertig wird der nie und nimmer . . .ist schon fast dasselbe wie der Berliner Flughafen !

Mikeman
Mikeman
Universalgelehrter
17 Tage 9 h

Wenn man bei einem so teuren Projekt mit der heutigen Technik nicht gleich eine Hochgeschwindigkeitsstrecke hinkriegt ist das Ganze sowieso schon mal ein Witz,wenn da nicht wieder gepfuscht wird :-))

Norbi
Norbi
Superredner
17 Tage 8 h

Bin überzeugt dass, wenn Herr Bergmeister nicht überzeugt wäre, vom dem was er sagt nicht weiter im Vorstand sein würde und es auch klar sagen. Kenn ihn nicht aber wenn man ab und zu seine aussagen hört versteht man dass er ein intelligenter und erlicher Mann ist. Aber ihr BBT gegner werdet immer etwas finden um zu mekkern.

Paul
Paul
Universalgelehrter
17 Tage 5 h

und Ich glaube es wird noch viel Schlimmer kommen als befürchtet

berthu
berthu
Tratscher
17 Tage 8 h

Da man jetzt nun genauer weiß, was alles Störende und Kostentreibende ist, ist die Zeit gekommen, eine Endsumme zu errechnen und sich dran zu halten.
Wenn das der Wille sei? Viele der aufgezählten Argumente kommen erst im Betrieb zur Geltung, und haben mit den Baukosten direkt nichts zu tun. Von den Betriebs-Vorteilen werden wohl erst unsere Kinder etwas mitbekommen, oder den Schuldenberg abtragen.

krakatau
krakatau
Universalgelehrter
14 Tage 12 h

Ich denke man sollte den BBT als Autobahn für LKW umplanen. Der Warenverkehr auf der Bahn nimmt immer mehr ab, weil viel zu langsam, schwerfällig und bürokratisch.

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