Nur sehr wenige Ausländer sind Beamte

EU- und Nicht-EU-Bürger im öffentlichen Dienst unterrepräsentiert

Freitag, 11. September 2015 | 15:57 Uhr

Bozen – Die Bevölkerungszusammensetzung in Südtirol hat sich in den vergangenen Jahren rasant verändert. Eine logische Folge davon ist, dass sich dies auch im Arbeitsleben niederschlägt. In Südtirol zählen die öffentlichen Körperschaften zu den größten Arbeitgebern im Land. Der Freiheitliche Parteiobmann und Landtagsabgeordnete Walter Blaas forderte daher in einer Anfrage Auskunft über die Anzahl der im öffentlichen Dienst beschäftigten EU- und Nicht-EU-Bürger.
 
Die Landesrätin Martha Stocker legt in ihrer Antwort die detaillierten Zahlen dazu offen. Aus diesen geht klar hervor, dass EU- und Nicht-EU-Bürger im öffentlichen Dienst unterrepräsentiert sind. So waren zum Stichtag 30.06.2015 unter 1.250 Personen im Staatsdienst in Südtirol nur zwei EU-Ausländer und kein Nicht-EU-Bürger. Unter den 12.368 Landesbediensteten waren zum selben Stichtag 93 EU-Ausländer und kein Nicht-EU-Ausländer. Unter den 4.561 Beamten im Dienste der Südtiroler Gemeinden waren wiederum zum selben Stichtag 12 EU-Ausländer und 2 Nicht-EU-Bürger. Diese Unterrepräsentation von EU-Bürgern und Nicht-EU-Bürgern findet sich im ungefähr selben Verhältnis auch in den vergangenen drei Jahren wieder.
 
Laut Auskunft von Stocker sollen alle EU- und Nicht-EU-Bürger den Zweisprachigkeitsnachweis, welcher Zugangsvoraussetzung für den öffentlichen Dienst in Südtirol ist, besitzen. Eine Antwort schuldig blieb die Landesrätin hingegen auf die Frage des Freiheitlichen, ob Nicht-EU-Bürger über Leihfirmen in den öffentlichen Körperschaften angestellt wurden. Der Landesregierung würden für eine solche Auswertung keine Daten zur Verfügung stehen, verweist Martha Stocker.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen