EU-Energiekommissarin Kadri Simson

EU-Vorschläge gegen hohe Energiepreise

Mittwoch, 13. Oktober 2021 | 17:59 Uhr

Die EU-Kommission hat den Mitgliedstaaten Maßnahmen gegen die deutlich gestiegenen Energiepreise vorschlagen. Energiekommissarin Kadri Simson sagte am Mittwoch in Brüssel, die Mitgliedsländer könnten einkommensschwachen Haushalten etwa Gutscheine ausstellen oder gezielt Steuern senken. Auch für Unternehmen seien staatliche Hilfen und gezielte Steuersenkungen möglich. Dies könne finanziell aus den gestiegenen Einnahmen des europäischen Emissionshandels unterstützt werden.

Die Rolle von Verbrauchern im Energiemarkt könne gestärkt werden, indem sie ermuntert werden, Anbieter zu wechseln, ihren eigenen Strom herzustellen oder Energiegemeinschaften beizutreten, schlug die EU-Kommission weiter vor. Simson betonte jedoch, dass die einzelnen Mitgliedstaaten nicht “genau den gleichen Energiemix oder identische soziale Lagen” hätten. Daher müssten auch die Maßnahmen der Mitgliedstaaten spezifisch sein.

Mittelfristig werde die EU-Kommission Investitionen in erneuerbare Energien und Energieeffizienz verstärken, kündigte Simson an. Zudem müssten die Mitgliedsländer Energiespeicherkapazitäten entwickeln. “Die aktuelle Situation liegt an unserer zu großen Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Während Gaspreise in die Höhe schnellten, sind die Preise erneuerbarer Energien stabil”, teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im Kurzbotschaftendienst Twitter mit.

Die Suche nach Lösungen gegen die hohen Energiepreise hatte auch die Debatte um Atomenergie wieder aufleben lassen. Während Frankreich auf Vorteile verweist und Präsident Emmanuel Macron am Dienstag ankündigte, eine Milliarde Euro in den Ausbau der Atomenergie zu investieren, lehnt vor allem Deutschland eine Rückkehr zu mehr Atomenergie ab.

Dass die Preise weiter so stark anziehen, hält die EU-Kommission für unwahrscheinlich. Der momentane Preisanstieg für Energie sei “wahrscheinlich vorübergehend”. Demnach bleiben die Großhandelspreise für Gas in den Wintermonaten wahrscheinlich hoch und fallen ab April wieder. Trotzdem werden die Preise durchschnittlich höher als in den vergangenen Jahren sein, schätzte die EU-Kommission.

Über längerfristige Lösungen wollen die EU-Staats- und Regierungschefs bei ihrem nächsten Gipfel am 21. und 22. Oktober beraten. Vergangene Woche hatten mehrere Euro-Länder ein gemeinsames Vorgehen gefordert. Spanien spricht sich ähnlich wie bei Impfstoffen für gemeinsame Gas-Einkäufe und eine strategische EU-Reserve aus.

Durch eine gestiegene Nachfrage seit den Lockerungen von Corona-Maßnahmen und die vergleichsweise niedrigen Füllstände der Gasspeicher in der EU sind vor allem die Gaspreise zuletzt deutlich gestiegen. Weil die Strompreise in der EU an den Preisen für Gas ausgerichtet werden, stiegen auch diese in den vergangenen Monaten stark an.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) forderte eine Senkung der Stromsteuern. In Europa bestünden rund 40 Prozent des Haushaltsstrompreises aus Steuern und Abgaben, erklärte das IW. In Deutschland sei es sogar mehr als die Hälfte.

Von: APA/AFP

Kommentare

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6 Kommentare auf "EU-Vorschläge gegen hohe Energiepreise"


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Amadeus
Amadeus
Tratscher
10 Tage 15 h

Bitte liebe EU-Kommission begebt euch in eine Grundschule, dort kann euch jedes Kind sagen, daß weniger Verbrauch die einfachste Lösung ist. 
Doch dann dürfte man “leider” nicht mehr dauernd das Wort “Wirtschaftswachstum” in den Mund nehmen. Wirtschaftswachstum steigert den Energieverbrauch, den “Wegwerfmüll”, den negativen Klimawandel, die Schere zwischen arm und reich, die Zukunftsangst der Menschheit, die “muß ich haben” Mentalität usw.

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
10 Tage 11 h

…noch einfacher: Steuern runter!…
😆

merlinita
merlinita
Neuling
10 Tage 10 Min

In Italien würde es schon reichen wenn man die 19 accise abschaffen würde, die eigentlich keine Existenzberechtigung mehr haben würden, aber wir zahlen ja selbst noch die für den Äthiopienkrieg, daher sollen se mal ruhig weiter Vorschläge machen, dafür werden sie ja auch bezahlt.

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
9 Tage 12 h

Die Eu ist nicht mehr Zeitgemäss!

Zugspitze947
8 Tage 22 h

merlinita: Man könnt ja ausschliesslich die BENITO FREUNDE diese Steuer zahlen lassen……. Davon hat Italia ja immer noch jede Menge😝👌

merlinita
merlinita
Neuling
8 Tage 1 h
Naja mit Benito-Freunden hat das weniger zu tun, accise mögen durchaus einen Sinn ergeben und haben auch eine Existenzberechtigung da sie auch bei Umweltkatastrophen wie Erdbeben und Überschwemmungen eingeführt und erhoben werden, in Italien ist halt das Problem dass sie dann nie mehr abgeschafft werden. Momentan kosten uns Endverbraucher die accise ca. 50 cent pro Liter auf den Kraftstoff und das ist definitiv zu viel. Aber selbst bei der Südtiroler Preisgestaltung frage ich mich oft wie es zu den Preisen kommt, in Bruneck zahle ich im Schnitt 25 cent mehr pro Liter als hier in Verona, das finde ich schon… Weiterlesen »
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