Von der Leyen plant weitere Investitionen

EU will Chipproduktion mit Milliardenbeträgen fördern

Dienstag, 08. Februar 2022 | 13:57 Uhr

Die EU-Kommission will der Chipbranche mit Milliardenbeträgen unter die Arme greifen. Zur Wiederbelebung der Halbleiter-Aktivitäten in Europa sollen staatliche wie auch private Investitionen herangezogen werden, wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte. Laut EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sollen neben bereits geplanten Investitionen im Ausmaß von 30 Mrd. Euro bis 2030 zusätzliche 15 Mrd. Euro aufgebracht werden.

Die “European Chips Act” genannte Initiative soll den Marktanteil der Europäischen Union an der weltweiten Produktion bis 2030 auf ein Fünftel verdoppeln, um Europas Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandskraft zu erhöhen.

Aktuell leiden vor allem Autohersteller und Elektronikkonzerne unter der andauernden Chipknappheit. Konkret sieht der “European Chips Act” vor, dass es Staaten erleichtert wird, Werke zu fördern, die innovative Produkte herstellen. Die öffentlichen Subventionen sollen private Investitionen anlocken. Chipkonzerne wie Intel, TSMC und GlobalWafers suchen bereits nach Standorten in Europa für künftige Chipfabriken.

“Der Entwurf geht in die richtige Richtung. Chips sind die Chance für Europa. Mit dem Paket kann uns die Wiedergeburt der europäischen Chipindustrie gelingen”, erklärte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) in einer Aussendung. Einziger Wermutstropfen sei die finanzielle Ausgestaltung, hieß es weiter. Schramböck hätte sich mehr frische EU-Gelder gewünscht, dafür wolle sie sich in den Verhandlungen zum Gesetz einsetzen.

“Österreich ist im Bereich Mikroelektronik einer der wichtigsten Standorte innerhalb der EU. Auf nationaler Ebene wollen wir Österreich zur Chip-Schmiede Europas machen”, ergänzte die Wirtschaftsministerin. Österreich werde den aktuellen Vorschlag der EU-Kommission nun genau prüfen.

Nach Ansicht von Angelika Winzig, ÖVP-Delegationsleiterin im EU-Parlament, könne ohne den Halbleitern “ein dauerhafter wirtschaftlicher Aufschwung” nach der Coronavirus-Pandemie nicht gelingen. Auch seien sie für den “Klimaschutz essenziell, denn viele der neuen Technologien, die es zur CO2-Reduktion braucht, sind auf Mikrochips angewiesen, nicht zuletzt Elektroautos.” Winzig begrüßte daher die Initiative der EU-Kommission.

Von: APA/Reuters