Steuern dort zahlen, wo die Nutzer sind

EU will Internetkonzerne in einzelnen Ländern besteuern

Dienstag, 27. Februar 2018 | 17:00 Uhr

Die EU-Kommission will Internet-Giganten wie Facebook und Google in Steuerfragen künftig stärker in den einzelnen EU-Ländern zur Kassa bitten. Die Unternehmen sollten ihre Steuern dort zahlen, wo ihre Nutzer sind, und nicht, wo sie ihren Hauptsitz haben, heißt es in einem Entwurf für ein Arbeitspapier. Darin ist derzeit ein Steuersatz zwischen 1 und 5 Prozent vorgesehen.

Unternehmen aus dem Online-Geschäft werden aus der Politik immer wieder dafür kritisiert, dass sie Umsätze an Standorten mit für sie günstigeren Steuersätzen bündeln. Facebook hat sein internationales Hauptquartier beispielsweise in Irland.

Der Beitrag der Nutzer zum Wert eines digitalen Unternehmens werde derzeit nicht ausreichend berücksichtigt, heißt es in dem EU-Papier. Dabei hingen die Einnahmen stark von den Aktivitäten der Nutzer ab. Die neuen Regeln sollen auf solche Firmen zutreffen, die weltweit mehr als 750 Mio. Euro im Jahr einnehmen und deren digitale Dienste in der EU mindestens 10 Mio. Euro einbringen.

Namentlich werden unter anderem Facebook, Google und Instagram, genannt, die etwa personalisierte Werbeflächen verkaufen. Aber auch digitale Marktplätze wie Airbnb oder Uber sollen von den neuen Regeln betroffen sein. Die Steuer soll dort erhoben werden, wo die Nutzer der Angebote sitzen oder wo für eine Dienstleistung bezahlt wird – und nicht am Sitz der Unternehmen. Anbieter wie Netflix sollen nicht betroffen sein.

Von: APA/dpa