Die EU will den Kampf gegen die Klimakrise verstärken

EU: Zentrales Klimaschutzinstrument soll verschärft werden

Sonntag, 18. Dezember 2022 | 12:44 Uhr

Die EU-Staaten und das Europäische Parlament haben sich auf eine Verschärfung der Regeln für den Emissionshandel zur Bekämpfung der Erderwärmung verständigt. Der Ausstoß von Treibhausgasen soll bis 2030 um 62 Prozent gemessen am Stand des Jahres 2005 reduziert werden, teilten die EU-Institutionen am Sonntag mit. Verbraucher und Unternehmen in der EU müssen künftig häufiger für den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) bezahlen.

Vorgesehen ist, dem System des Emissionshandels 2024 insgesamt 90 Millionen Zertifikate zu entnehmen, 2026 sollen weitere 27 Millionen hinzukommen. Von 2024 bis 2027 soll insgesamt ein Abbau von 4,3 Prozent erfolgen, von 2028 bis 2030 von weiteren 4,4 Prozent. Außerdem sollen kostenlose Zertifikate für Firmen bis 2034 schrittweise auslaufen.

Der Verhandlungsführer des EU-Parlaments, der deutsche Abgeordnete Peter Liese von der konservativen Volkspartei EVP, berichtete auf Twitter vom “größten jemals in (der Europäischen Union) ausgehandelten Klimagesetz”. Im CO2-Handel der EU müssen rund 10.000 Kraftwerke und Fabriken Zertifikate erwerben, um Treibhausgase ausstoßen zu können. Dies dient dem übergeordneten Ziel, die Emissionen bis 2030 um 55 Prozent auf der Basis von 1990 zu reduzieren. Liese sagte, 2027 beginne die “heiße Phase”. Wer bis dahin seine Emissionen nicht erheblich gesenkt habe, “wird viel bezahlen müssen”.

Der tschechische Umweltminister Marian Jurecka, dessen Land noch bis Jahresende die EU-Ratspräsidentschaft innehat, erklärte: “Die Vereinbarung (…) wird es uns ermöglichen, die Klimaziele in den wichtigsten Wirtschaftssektoren zu erreichen und gleichzeitig sicher zu stellen, dass Bürger und Kleinstunternehmen wirksam unterstützt werden.”

Zudem soll ein neuer Klimasozialfonds die Folgen der Energiewende für Verbraucher abfedern. Dieser soll ungefähr 86 Milliarden Euro umfassen. Damit sollen Haushalte entlastet und Investitionen, zum Beispiel in effizientere Gebäude, finanziert werden.

Die Projekte sind das Herzstück des “Fit for 55”-Pakets, das die Europäische Kommission im Sommer 2021 zum Kampf gegen den Klimawandel vorgestellt hatte. Es soll den EU-Ländern dabei helfen, CO2-Emissionen bis 2030 um 55 Prozent gegenüber 1990 zu senken und bis 2050 klimaneutral zu werden.

CO2, die chemische Verbindung aus Sauerstoff und Kohlenstoff, ist mit Abstand das wichtigste vom Menschen erzeugte Treibhausgas und so Hauptursache der Klimakrise. Es entsteht etwa beim Heizen, Autofahren, in der Industrie oder der – vor allem tierischen – Lebensmittelproduktion. Noch nie in der Geschichte war die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre so hoch.

Im Mittelpunkt des 2015 beschlossenen historischen UNO-Klimaschutz-Vertrags von Paris steht das Ziel, die durch Treibhausgase verursachte Erderhitzung auf klar unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Die Bemühungen sollten zudem dahin gehend verstärkt werden, den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen. Experten und Klimaschützer sehen das Erreichen der Pariser Klimaziele aber aktuell selbst bei optimistischen Szenarien als nur schwer erreichbar, was für Menschen, Tiere und die Natur schwerwiegende Auswirkungen hätte.

Von: APA/Reuters/dpa

Kommentare

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9 Kommentare auf "EU: Zentrales Klimaschutzinstrument soll verschärft werden"


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faif
faif
Superredner
1 Monat 14 Tage

…mi tat interessieren wie europa die welt retten will, wo gleichzeitig der rest der welt vielfoch no mit euro-0-motoren durch die gegend fohrt….gonz zu schweigen ven stetig zunehmenden schiffsverkehr (da mir jo foscht ols regional in china produzieren) und ve der gonzen stromproduktion in asien dee olm no voll aff kohlekroftwerke setzen…..

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 14 Tage

Denkst du nicht, dass jemand anfangen sollte? Ansonsten würde es immer irgendwo welche geben die sagen, die anderen tun auch nichts.
China produziert zwar Strim aus Kohle aber selbst die haben verstanden. Und bun mir sucher, die bekommen das gerade durch die Diktatur besser hin als wir da sie bis 2050 klimaneutral werden wollen. Wenn sue es denn ernst meinen . Glaube ich sogar… Si diof sind die nicht.

traktor
traktor
Kinig
1 Monat 14 Tage

fünf@
ops auto euro 5 oder euro 1 ist, produziert es gleich viel klimaechädliches co2…
der rest ist russ und feinstaub der uns animieren soll alle paar jahre ein neues fahrzeug zu kaufen und die sinnlose autoproduktion anzukurbeln…

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
1 Monat 13 Tage

@Faif: immer nur auf andere zeigen, hilft wenig. Und: wir sind da nicht unschuldig Wenn wir den Pro-Kopf Ausstoß anschauen, liegen wir sogar hinter den USA ganz vorn. Also haben wir allen Grund, mal bei uns anzufangen, statt zu warten, bis die mit einem Bruchteil unseres Klima-Fußabdruckes ihre Hausaufgaben machen. Und nicht zu vergessen: die Grünen Technologien der Energieerzeugung, Speicherung, nachhaltige Wirtschaftskreisläufe, Abfallwirtschaft und grüne Innovationen werden auch wirtschaftlich die Zukunft sein. Wollenwir diesen Zug weiter verschlafen und z.B. China überlassen Selbst die haben es längst kapiert, zumindest wirtschaftlich.

OrB
OrB
Kinig
1 Monat 14 Tage

Und wann hört die Autoindustrie endlich auf sinnlos aufgeblasene Autos zu produzieren.

6079_Smith_W
1 Monat 13 Tage

So lange es Leute gibt die solche Autos kaufen…🙄
Aber ein Umdenken wird es wiedermal nicht wegen dem Umweltschutz geben, sondern erst wenns an die eigene Geldtasche geht.

traktor
traktor
Kinig
1 Monat 14 Tage

suuuuper, energie unbezahlbar, dazu noch eine fette co2 steuer- wer auch immer davon profitiert-schaaaaande

Rudolfo
Rudolfo
Kinig
1 Monat 13 Tage

Diese EU “Verständigungen” und “Absichtserklärungen” sehe ich mit größter Gelassenheit. Denn nach 2030 kommt 2031, dann 2032, dann 2033 usw. usf.🤣🤣….

DontBeALooserBeASchmuser
1 Monat 12 Tage

“Emissionshandel” “Verbraucher (…) müssen (…) bezahlen.”
“kostenlose Zertifikate für Firmen bis 2034 schrittweise auslaufen.”

Also geht es wie immer nur ums Geld, bzw. dass sich einige Unternehmen und Banken mit dem Zertifikatshandel die Tresore füllen …

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