Das Euro-Bargeld wird zum Jahreswechsel 20 Jahres alt

Euro verlor 2021 zum Dollar an Boden

Donnerstag, 30. Dezember 2021 | 14:30 Uhr

Der Euro hat heuer gegenüber dem Dollar an Boden verloren. Stand die Gemeinschaftswährung zu Beginn des Jahres 2021 noch bei rund 1,20 Dollar, so sind es zum Jahresausklang nur noch rund 1,13 Dollar. Die US-Währung profitierte in der zweiten Jahreshälfte von der zunehmenden Erwartung, dass die US-Notenbank Fed ihre Zinsen anheben wird. Wie es im kommenden Jahr mit dem Euro weitergehen wird, darüber sind sich Analysten uneins.

In den vergangenen Monaten hat der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, insgesamt um knapp sieben Prozent zugelegt. Er steuert damit auf den größten Jahresgewinn seit 2015 zu.

Der US-Dollar habe jedoch überzogen auf die erwartete Straffung der US-Geldpolitik reagiert, sagte Barclays-Analyst Aroop Chatterjee. Dementsprechend sieht er Aufwärtspotenzial für die Gemeinschaftswährung, Ende 2022 könnte sie bei 1,19 Dollar stehen, das wäre um rund fünf Prozent höher als derzeit.

Dagegen sieht Jens Ehrhardt, Chef des Vermögensverwalters DJE, den Euro auf einem absteigenden Ast. “Während die Bundesbank seinerzeit immer internationaler Vorreiter in der Inflationsbekämpfung war, zeigt die Europäische Zentralbank (EZB) weltweit am wenigsten Ansätze zu einer Anti-Inflationspolitik.” Die Währungshüter drosseln zwar ihre Geldflut, im Gegensatz zu Fed oder Bank von England (BoE) sind Zinserhöhungen aber nicht in Sicht. Das mache den Euro weniger attraktiv.

Ungeachtet dessen, wie es mit dem Kurs weitergeht, feiert der Euro zum Jahreswechsel ein wichtiges Jubiläum – das 20-jährige Bestehen des Euro-Bargelds. Er wurde am 1. Jänner 2002 in zwölf EU-Mitgliedstaaten eingeführt. Es handelte sich um die weltweit größte Währungsumstellung aller Zeiten. Drei Jahre davor war der Euro bereits als Buchgeld eingeführt worden. 1 Euro wurde und wird mit 13,76 Schilling umgerechnet. Heute ist der Euro die zweitwichtigste Währung der Welt und offizielles Zahlungsmittel für mehr als 340 Millionen Menschen in 19 EU-Mitgliedstaaten.

Von: APA/Reuters