Studie

Europa könnte nächsten Winter ohne russisches Gas auskommen

Samstag, 05. März 2022 | 10:20 Uhr

Unter bestimmten Bedingungen könnte Europa im nächsten Winter ohne russisches Erdgas auskommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Freitag vorgestellte Studie des Beratungsunternehmen Aurora Energy Research. Die Analysten nehmen für diesen Fall eine Lücke von 109 Milliarden Kubikmeter Erdgas an, was 38 Prozent aller geplanten Gaslieferungen in die EU entspräche. Diese Lücke müsste durch andere Lieferungen und Verbrauchskürzungen geschlossen werden, hieß es.

Alternative Lieferungen könnten gesteigert werden durch eine Kombination aus mehr Flüssiggas- und Pipeline-Importen und einer stärkeren heimischen Erdgasförderung, hieß es in einer Mitteilung. Eine wichtige Rolle spiele auch die Gasspeicherung. Hilfreich wäre es, wenn die Speicher zu Beginn des kommenden Winters zu 90 Prozent gefüllt sind. Auf der Grundlage aktueller Gaspreise rechnen die Analysten dafür mit Kosten in der Größenordnung von 60 bis 100 Milliarden Euro. Starke staatliche Eingriffe wären für die Einspeicherung erforderlich.

Je nach Speicherfüllständen müsste der Gasbedarf in verschiedenen Wirtschaftsbereichen mehr oder weniger reduziert werden. So könnte die geplante Abschaltung von Atom- und Kohlekraftwerken mit einer Kapazität von insgesamt 25 Gigawatt verzögert werden, was rund 12 Milliarden Kubikmeter Gasverbrauch durch Gaskraftwerke ausgleichen würde. Der Kohlebedarf und in der Folge auch die CO2-Emissionen würden allerdings entsprechend steigen.

Würden allerdings auch noch die russischen Kohlelieferungen gestoppt, würde dies eine “erhebliche Herausforderung” für die Kohlekraftwerksbetreiber bedeuten, so die Studie. Auch Haushalte könnten durch maßvolle Verhaltensänderungen den Gasverbrauch senken.

Von: APA/dpa

Kommentare
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Calimero
Calimero
Universalgelehrter
2 Monate 22 Tage

Die Amis lachen sich schon ins Fäustchen, die Gaslieferungen nach Europa laufen bereits jetzt schon auf dem Seeweg .

nuisnix
nuisnix
Kinig
2 Monate 22 Tage

worüber sonst sollten sie auch laufen?

Frank
Frank
Universalgelehrter
2 Monate 21 Tage

So ist es, das war schließlich ganz offensichtlich Sinn und Zweck, zu Lasten unserer Geldbeutel. Man kann davor die Augen verschließen, muß es aber nicht.

P.H.
P.H.
Grünschnabel
2 Monate 22 Tage

…und den Preis den Europa dafür bezahlen wird sehen wir schon heute beim Bezinpreis !!!

Universalgelehrter
2 Monate 22 Tage

ein geringer Preis im Vergleich zu dem, den die Ukrainer derzeit zahlen und den unsere Kinder und Enkel bei ruiniertem Klima zahlen müssen…
Ich fasse es nicht… da regt sich einer wegen ein paar Euro mehr pro Tankfüllung auf! Gehts noch!

Wiesodenn
Wiesodenn
Tratscher
2 Monate 21 Tage

Eine Tankfüllung könnte aber auch an die 200 € kosten, wenn die russischen Leitungen gekappt werden.

Frank
Frank
Universalgelehrter
2 Monate 21 Tage

Nicht “könnte”, sondern “wird”.

Frank
Frank
Universalgelehrter
2 Monate 21 Tage

An den 200€ für eine Tankfüllung wird schon gearbeitet, bei einem Mittelklasse Auto mit 70 Liter Tank und in ersten Regionen Literpreisen über 2€ fehlt da nicht mehr viel.
Aber das kann uns in Europa egal sein, so lange die USA ungebremst russisches Erdöl für ihre benzinfressenden Monster beziehen.

traktor
traktor
Universalgelehrter
2 Monate 22 Tage

so, nun zu den gaskraftwerken. das gas wird verpufft, durch die entstandene wärme wird wasserdampf erzeugt für die stromerzeugung! wirkungsgrad gerademal 30%! die abwärme wird nicht genutzt!!! damit müssten jedoch die grosstäfte geheizt werden um den wirkungsgrad zu verdoppeln,jedoch wird auch da grossteils gas verpufft um zu heizen!
und das ist die grösste schweinerei, da hört man von den umweltschützern nichts!!!
quelle= wikipedia

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Tratscher
2 Monate 22 Tage

Nicht zuletzt müssten auch die alternativen Energien rascher ausgebaut werden, dieses Potential ist enorm. 3×5 km Photovoltaikpanele könnten den gesamten Südtiroler Strombedarf decken, inklusive Industrie (zumindest was die Menge anbelangt)…

Ueberetscher
Ueberetscher
Tratscher
2 Monate 22 Tage

PHOTOVOLTAIK isch iaz obor a net is wahre, noch 10 johr entsorgrn usw, wind isch is beste und 8nsore energievorräte ba ins lossn gonz oanfoch

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Tratscher
2 Monate 22 Tage

@überetscher: habe auf dem Dach selbst seit 17 Jahren eine kleine Photovoltaikanlage. Musste nur vor kurzem den Wechselrichter reparieren lassen, sonst null Wartungsarbeiten. Die meisten Anlagen haben 20 oder 25 Jahre Garsntie, funktionieren auch danach noch (mit etwas geringerem Wirkungsgrad)…

Selbstbewertung
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Tratscher
2 Monate 22 Tage

@Überetscher: habe selbst seit ca. 16 Jahren eine kleine (3kwp) Photovoltaikanlage auf dem Dach, sie produziert immer noch fast gleichviel Strom wie zu Beginn. Die meisten bieten heute eine Garantie von 20 Jahren und mehr. Als Wartung musste ich gerade mal vor 1 Jahr den Wechselrichter um ein paar hundert Euro reparieren, sonst nichts. Glaube eher, dass sich Wind und Sonne (und Wasserkraft) gut kombinieren ließen…..Da bliebe für Gas und Öl nicht mehr viel übrig!

traktor
traktor
Universalgelehrter
2 Monate 22 Tage

zusllererst zum co2. ob kohle oder gas verfeuere ist es immer eine fossile energiequelle die co 2 ausstösst!!!
gas ist absolut nicht umweltfreundlich

traktor
traktor
Universalgelehrter
2 Monate 22 Tage

also die grosstädte verpflichten die abwärme zu nutzen,oder wer nicht in die leitungen investieren will den preis der thermischen energie vervierfachen als ansporn zu investieren!! auch die abwärme der akws’ sollte zwingend zum städteheizen benützt werden müssen! eine winwin situation was erheblich der natur zugute kommen würde

The Hunter
The Hunter
Superredner
2 Monate 22 Tage

wer terf die Zeche widor amol zohln? dor normale Bürger.

Traurig das in an Lond wia Südtirol Fernheizwerke mit Gas betrieben wearn und net mit Holz

Rabe
Rabe
Tratscher
2 Monate 22 Tage

locker , müssten nur mehr Alternativen fördern

Universalgelehrter
2 Monate 22 Tage

diese Krise wäre eine echte Chance, Europa noch schneller aus den dreckigen fossilen Energieträgern rauszukriegen. Mit Volldampf und ohne Kompromisse oder Rücksicht die Erneuerbaren ausbauen. Mir wurscht, wenn es wegen Windrädern keine Rotmilane mehr gibt! Hauptsache energetisch unabhängig und klimafreundlich! Außerdem unerschöpflich und als Rohstoff kostenlos!

OH
OH
Tratscher
2 Monate 19 Tage

Das ist richtig, wir könnten ohne russisches Gas auskommen werden dann aber auch weitaus mehr zur Kasse gebeten !!!!

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