Evergrande will Gläubiger um Zahlungsaufschub bitten

Evergrande will Anleihenzahlung um halbes Jahr verschieben

Mittwoch, 05. Januar 2022 | 12:05 Uhr

Der hoch verschuldete chinesische Wohnungsbaukonzern Evergrande will fällige Zahlungen für eine Yuan-Anleihe um ein halbes Jahr hinausschieben. Dazu hat Evergrande Yuan-Anleihengläubiger vom 7. bis 10. Jänner zu einer Onlinebesprechung und anschließender Abstimmung eingeladen, wie die Hengda Real Estate Group, das Flaggschiff der Evergrande-Immobiliensparte, am Mittwoch mitteilte.

Um die Verschiebung werde aufgrund der “gegenwärtigen operativen Lage” nachgesucht. Eine nähere Begründung wurde nicht genannt. Der Immobilienentwickler hat Verbindlichkeiten in Höhe von mehr als 300 Milliarden Dollar (266 Mrd. Euro). Zur Zeit versucht das Unternehmen, durch den Verkauf von Vermögenswerten und Aktien Barmittel zu beschaffen, um Lieferanten und Gläubiger zu entschädigen. Das sich bereits über Monate hinziehende Schuldendrama um den Branchenriesen erhöht den Druck auf die Regierung, einen Flächenbrand auf dem chinesischen Immobilien- und Finanzmarkt zu verhindern.

Auf dem Onlinetreffen soll laut Hengda Real Estate ein am 8. Jänner anstehender Zahlungstermin für eine Yuan-Anleihe auf den 8. Juli nach hinten verschoben werden. Bei den betroffenen Papieren handelt es sich um einen 4,5 Milliarden Yuan (626 Mio. Euro) schweren Bond mit Laufzeit Jänner 2023. Im Vorfeld der Verhandlungen soll der Anleihenhandel mit den Papieren ab dem 6. Jänner ausgesetzt werden.

Die öffentliche Ankündigung des Online-Treffens mit Yuan-Bond-Gläubigern steht in starkem Kontrast dazu, dass sich der Konzern bisher zum Status seiner Offshore-Anleihen in Schweigen hüllt, seit er im September zum ersten Mal eine fällige Coupon-Zahlung für Dollaranleihen verstreichen ließ. Die Ratingagentur Fitch hat inzwischen Evergrande weiter herabgestuft. Die Experten bewerteten im Dezember die Kreditwürdigkeit des Unternehmens mit “Restricted Default” (RD). Das ist die zweitniedrigste Stufe und steht kurz vor dem Totalausfall.

Von: APA/Reuters

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