EU-Sondergipfel gefordert

EVP-Chef Weber verlangt “gerechte Gasverteilung” in Europa

Sonntag, 03. Juli 2022 | 03:35 Uhr

Der Partei- und Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber, hat wegen der russischen Drosselung der Gaslieferungen einen EU-Sondergipfel gefordert. Bei dem Treffen sollten die Staats- und Regierungschefs eine europaweite Notfallversorgung im Herbst und Winter vorbereiten, sagte der CSU-Politiker dem Berliner “Tagesspiegel am Sonntag”. Der Gipfel solle verbindliche Maßnahmen für eine “gerechte Gasverteilung” beschließen.

Die EU brauche einen “verbindlichen Mechanismus, dass die europäischen Gasspeicher gemeinsam bewirtschaftet werden”, sagte Weber. Das in Europa ankommende Gas müsse gerecht verteilt werden, auch das Flüssiggas. Zudem werde eine Einkaufsgemeinschaft für Gas gebraucht: “Die Preise für die Verbraucher würden reduziert, wenn die EU gemeinsam einkauft” und nicht jedes Land für sich.

Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte am 23. Juni die zweite Krisenstufe im Notfallplan Gas, die sogenannte Alarmstufe, ausgerufen. Der staatliche russische Energiekonzern Gazprom drosselte die Gaslieferungen über die Pipeline Nord Stream 1 nach Deutschland bereits um 60 Prozent. Mitte Juli will Gazprom die Pipeline einer zehntägigen Wartung unterziehen. Was anschließend geschieht, ist offen.

Die Bundesnetzagentur befürchtet einen Totalausfall der russischen Gaslieferungen. Die Frage sei, ob aus der bevorstehenden regulären Wartung von Nord Stream 1 “eine länger andauernde politische Wartung wird”, hatte Netzagentur-Chef Klaus Müller den Funke-Zeitungen in einem am Samstag veröffentlichten Interview gesagt.

Von: APA/AFP

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

7 Kommentare auf "EVP-Chef Weber verlangt “gerechte Gasverteilung” in Europa"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Iatz woll
Iatz woll
Tratscher
1 Monat 8 Tage

Liebes Deutschland, habt Ihr nicht Herrn Schröder mit Nord Stream 2…🤔😎

Hustinettenbaer
1 Monat 8 Tage

@Iatz woll
Wir sitzen alle in der selbstgegrabenen Grube.
Italien legte sich 2009 quer, als die EU aus der Russengas-Abhängigkeit raus wollte. I bezieht über 5 Pipelines libysches, algerisches Gas. Und 40% (D 55%) russisches.
Libyen und Algerien. Blutiger Schwamm drüber. Katar ist auch nicht viel besser.
Pipeline-Infrastruktur-Umstellung für anderes Gas, Genehmigungen dauern mind. 2 Jahre. Fachkräfte, Material. 2024 wäre ein ambitionierter Abschlusstermin.
Bis dahin Transport auf der Autobahn.
D.h. LKW-Staus bis dato unbekannter Dimensionen. Ich überleg mir, in Speditionen zu investieren. Dann stehe ich zwischen meinem Geld.
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/italien-gasversorgung-101.html
https://www.deutschlandfunk.de/italien-setzt-auf-russisches-gas-100.html

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 8 Tage

@ Hustinettenbaer und wundert dich das? Italiens Wirtschaft ist zum Großteil auf Dienstleistung ausgerichtet, man ist in sehr starkem Maße abhängig von anderen. Natürlich will man auch eine Abhängigkeit in die andere Richtung. Für ein finanziell angeschlagenes Land wie Italien war die Entscheidung durchaus nachvollziehbar.

bern
bern
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Sollen mir die 440000 städtischen Wohnungsmieter leid tun, die seit Jahrzehnten mit billigem Gas das Klima angeheizt haben?
Oder der Manager mit 500PS Auto, der vor kurzem eine neue Gasheizung eingebaut hat?
Gas kann gerne richtig teuer werden, damit JEDER auf erneuerbare Energien umsteigt.

meinungs.freiheit
meinungs.freiheit
Superredner
1 Monat 8 Tage

Das sollte innerhalb der EU selbverständlich sein.

Sun
Sun
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Deutschland fordert nur , wenn sie im Nachteil sind. Als der Stiefelstaat von Bootsflüchtlingen überschwemmt wurde, hörte man von Gemeinsamkeit recht wenig.

traktor
traktor
Kinig
1 Monat 8 Tage

treibt windräder,solar,und wasserkraft weiter… das ist die lösung ohne abhängigkeit!!!

wpDiscuz