Knackpunkt der Arbeitsmarktreform wird angesprochen

Ex-Ministerin Fornero für Seminar an Bozner Uni

Dienstag, 14. April 2015 | 20:29 Uhr

Bozen – Am Dienstag, 21. April organisiert die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften ein Seminar, das den politischen Konsens in Bezug auf Arbeitsmarktreformen und Fürsorge in den Mittelpunkt rückt. Referent ist niemand Geringerer als Prof. Elsa Fornero, Universitätsprofessorin und ehemalige Arbeitsministerin in der Regierung Monti.

Auf Einladung von Prof. Federico Boffa, Dozent für angewandte Ökonomie an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, wird Universitätsprofessorin Elsa Fornero ein Seminar zur Entwicklung von Arbeit und Pensionen („Lavoro e pensioni nel ciclo di vita”) halten. Das Seminar wird den Knackpunkt der Arbeitsmarktreform ansprechen, den Bereich Arbeit und Pensionen verknüpft mit der Frage nach der Finanzierung von Seiten der öffentlichen Hand.

Die ehemalige Ministerin wird dabei auf die Möglichkeiten eines politischen Konsenses rund um Reformen eingehen, stets vorausschickend, dass man den Bürgern die notwendigen Informationen übermitteln muss, um die Langzeiteffekte einer Reform einschätzen zu können. Prof. Fornero wird zudem den Weg nachzeichnen, der zu jener Reform geführt hat, die im Anschluss als “Riforma Fornero” bekannt wurde, also das Gesetz n. 92 vom 28. Juni 2012. Dieses hatte den Übergang zum Pensionssystem aufbauend auf ein Beitragssystem beschleunigt.

„Kernthema des Vortrags von Prof. Fornero ist jenes des politischen Konsenses im Zusammenhang mit Arbeitsmarktreformen und der Fürsorge“, so Prof. Boffa. „Strukturelle Reformen in Italien waren absolut notwendig, um mit anderen Staaten gleichzuziehen. Ihre Umsetzung bedarf nichtsdestotrotz eines Konsenses unter den Wählern, der nicht leicht einzuholen ist, sind die Auswirkungen doch erst auf lange Sicht erkennbar. Daher auch die große Notwendigkeit der ausreichenden Information.“

Prof. Elsa Fornero war vom 16. November 2011 bis 28. April 2013 Ministerin für Arbeit in der Regierung Monti; heute lehrt sie als Universitätsprofessorin an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Turin und ist Direktorin des Forschungszentrums CeRP (Centre for Research on Pensions and Welfare Policies, Collegio Carlo Alberto). In ihrer Forschungsarbeit befasst sie sich mit Pensionssystemen, öffentlicher wie privater Natur, deren Entwicklung in Hinblick auf eine Überalterung der Bevölkerung, der Ersparnisse der Familien, und mit dem Thema der Lebensversicherungen.

Der Workshop findet in der Aula Magna am Bozner Campus ab 17 Uhr statt und er ist allen Interessierten zugänglich.

Von: ©mk