Ghosn muss mindestens bis zum 20. Dezember in U-Haft bleiben

Ex-Nissan-Chef Ghosn scheiterte mit Beschwerde gegen U-Haft

Dienstag, 11. Dezember 2018 | 13:59 Uhr

Ex-Nissan-Chef Carlos Ghosn bleibt in Untersuchungshaft. Ein Gericht wies eine Beschwerde des Automanagers gegen die Verlängerung seiner Untersuchungshaft ab, wie das Gericht am Dienstag in Tokio mitteilte. Ghosns Anwalt, Motonari Otsuru, war für einen Kommentar nicht erreichbar.

Der Anwalt des ebenfalls angeklagten Managers Greg Kelly, Yoichi Kitamura, äußerte sich indes überzeugt, dass die Unschuld seines Mandanten vor Gericht erwiesen werde. Er sei sicher, dass es keine Verletzung des Wertpapiergesetzes gegeben habe.

Die Strafverfolger in Tokio werfen Ghosn vor, jahrelang sein Einkommen nicht vollständig angegeben zu haben. Die Anschuldigungen konzentrierten sich zunächst auf die Geschäftsberichte von 2010 bis 2015. In ihnen soll gesetzeswidrig nur die Hälfte der insgesamt geflossenen 77 Mio. Euro Vergütung angegeben worden sein. Die U-Haft sollte jetzt verlängert werden, weil Ghosn auch von 2015 bis 2018 nicht seine tatsächlichen Bezüge offengelegt haben soll. Der bekannte Automanager könnte bei einer Verurteilung bis zu zehn Jahre ins Gefängnis gehen. Kelly wird Mithilfe vorgeworfen.

Ghosn, der formell noch Chef des Nissan-Großaktionärs Renault ist, sitzt seit dem 19. November in Untersuchungshaft. Er hat bisher über seine Anwälte keine Stellungnahme abgegeben. Japanische Medien berichteten jedoch, er habe die Vorwürfe zurückgewiesen. Die Untersuchungshaft wurde am Dienstag in Tokio bis mindestens 20. Dezember verlängert.

Von: APA/dpa