Branchenkenner rechnet mit Ausbreitung des E-Autos

Experte sieht Risiko für deutsche Autobranche wegen E-Autos

Sonntag, 15. April 2018 | 12:18 Uhr

In der Autoindustrie droht offenbar wegen der Dominanz asiatischer Batteriekonzerne eine “Verschiebung der Machtbalancen” zum Nachteil deutscher Hersteller. Batteriezellen sind entscheidend bei der Fertigung der Batterien für E-Autos. “Auch bei anderen Komponenten hängen die Automobilhersteller von Zulieferern ab”, sagte Branchenexperte Wolfgang Bernhart von der Unternehmensberatung Roland Berger.

“Aber der große Unterschied ist: Bei der Batteriezelle besteht die Gefahr, dass künftig ein großer Teil der künftigen Wertschöpfung nicht bei den Autoherstellern liegt. Das könnte die Gewinne drücken. Und das könnte Folgen für die Beschäftigung haben.”

Batteriezellen sind entscheidend bei der Fertigung der Batterien für E-Autos. Derzeit dominieren asiatische Hersteller den Weltmarkt, es drohen Abhängigkeiten. Eine Fertigung in Deutschland und Europa gilt bisher als zu teuer.

“Es gibt ein Risiko der Abhängigkeit und der Verschiebung der Machtbalancen in der Automobilindustrie. Das ist kritisch zu sehen”, sagte Bernhart. Der Bedarf an Batteriezellen werde mit dem Hochlauf der Elektromobilität in den kommenden Jahren deutlich steigen. “Zeitgleich nehmen die Preise für die Rohstoffe stark zu.”

Denkbar wäre beim Aufbau einer Fertigung von Batteriezellen eine europäische Lösung. Der Aufbau einer Batteriezellenfertigung koste sehr viel Geld. “Bei entsprechenden Volumina könnte das Sinn machen, um sich vor möglichen Preiserhöhungen zu schützen.”

Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte sich vor kurzem für den Aufbau einer Batteriezellen-Produktion in Europa ausgesprochen. Dafür müsse ein zwei- bis dreistelliger Milliardenbetrag investiert werden. Eine Batteriezellenfertigung sei sehr energieintensiv. Es gehe um die Frage, ob der Strom, der dafür gebraucht werde, von der EEG-Umlage befreit werden könne. Das müsse mit der EU-Kommission besprochen werden, die dies genehmigen müsse.

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hatte gesagt: “Die Fertigung von Batteriezellen ist entscheidend, um im globalen Wettlauf um die Technologieführerschaft in der Autoindustrie nicht ins Hintertreffen zu geraten.” Schon heute könnten Unternehmen aus Ostasien Preise und Liefermengen bestimmen.

Bernhart betonte zugleich, die Abhängigkeit der Automobilhersteller von ihren Zulieferern seien beim autonomen Fahren und bei der künstlichen Intelligenz viel größer – vor allem bei der Hardware, aber auch bei der Software. “Hier ist auch die Politik gefordert, insbesondere in der Förderung von Ausbildung und Forschung.”

Von: APA/dpa

Kommentare

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3 Kommentare auf "Experte sieht Risiko für deutsche Autobranche wegen E-Autos"


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Spitzpassauf
Spitzpassauf
Grünschnabel
3 Tage 22 h

Autonomes fahren will doch keiner,man möchte nur e autos mit einer ansändigen reichweite wie z.b. Beim tesla

tom
tom
Superredner
3 Tage 19 h

a Grund mehr., die h2-technik zu forcieren. dann können die sich ihre Batterien in den allerwertesten schieben und die Europäer sind nicht mehr von irgendwem abhängig

Spitzpassauf
Spitzpassauf
Grünschnabel
3 Tage 22 h

Tya, wenn die deutsche autoindustrie diesen hype verpasst,selber schuld.vielleicht gibts dann ein paar millionen euronen weniger für die manager….kein mitleid meinerseits

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