Die EZB ändert nichts am Leitzinssatz

EZB belässt Leitzins auf Rekordtief von 0,0 Prozent

Donnerstag, 25. Oktober 2018 | 14:03 Uhr

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat wie erwartet nicht an den Leitzinsen gerüttelt. Die Währungshüter beließen den Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld am Donnerstag auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Dort liegt er bereits seit März 2016. Der sogenannte Einlagensatz bleibt zudem bei minus 0,4 Prozent.

Banken müssen also weiterhin Strafzinsen zahlen, wenn sie über Nacht überschüssiges Geld bei der Notenbank parken. Die EZB strebt weiterhin zum Jahresende 2018 den Stopp neuer Anleihenkäufe an. Ein formaler Beschluss zum Auslaufen des milliardenschweren Programms zum Erwerb von Staats- und Unternehmenspapieren wurde nach der Sitzung des EZB-Rates am Donnerstag in Frankfurt zunächst aber nicht verkündet. Das Volumen der monatlichen Anleihenkäufe hatte die Notenbank von Oktober an auf 15 Milliarden Euro halbiert. Vor allem aus Deutschland gibt es viel Kritik an dem Programm.

Die Wende hin zu höheren Zinsen wollen die Währungshüter frühestens im Herbst 2019 einläuten. Der EZB-Rat bekräftigte seine Einschätzung, dass die Zinsen bis “mindestens über den Sommer 2019” auf dem aktuellen Niveau bleiben werden. Möglicherweise läutet also erst der Nachfolger von EZB-Präsident Mario Draghi die Zinswende ein. Die achtjährige Amtszeit des Italieners läuft Ende Oktober 2019 aus. Volkswirte rechnen damit, dass die EZB in einem ersten Schritt zunächst die Strafzinsen für Kreditinstitute verringern wird. Derzeit sind für geparktes Geld bei der EZB 0,4 Prozent Strafzinsen fällig.

Sparer müssen sich noch gedulden, ehe es wieder höhere Zinsen gibt. Weil zugleich die Inflation tendenziell wieder anzieht – im Euroraum lagen die Verbraucherpreise im September um 2,1 Prozent über dem Vorjahresniveau – verlieren Sparer auf mickrig verzinsten Tages- oder Festgeldkonten bares Geld. Andererseits profitieren beispielsweise Hausbauer von vergleichsweise günstigen Kreditkonditionen.

Am Anleihenmarkt wird die EZB noch lange ein großer Spieler bleiben, denn Gelder aus auslaufenden Papieren werden wieder investiert. Seit Beginn des Kaufprogramms im März 2015 bis Ende September 2018 hat die EZB Wertpapiere im Gesamtwert von mehr als 2,5 Billionen Euro gekauft.

Ziel ist, auf diesem Weg der Konjunktur in den 19 Euroländern auf die Sprünge zu helfen und zugleich die zwischenzeitlich bedenklich niedrige Teuerung anzuheizen. Mittelfristig strebt die EZB Preisstabilität bei einer Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an. Das ist weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher dazu bringen, Investitionen aufzuschieben – das könnte die Konjunktur bremsen.

Von: APA/ag.

Kommentare

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13 Kommentare auf "EZB belässt Leitzins auf Rekordtief von 0,0 Prozent"


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Mistermah
Mistermah
Kinig
19 Tage 21 h

Die ezb verdient ihren Namen nicht. Während private Banken Kredite fast umsonst bekommen, müssen europäische Staaten hohe Zinsen auf Darlehen von internationalen Investoren zahlen. Allein 2016 betrug das Kreditvolumen an Banken 400 mrd. Griechische Banken bekommen 2018 immer noch Milliardenkredite zinsfrei. Würde man diese Mittel den Staaten zinsfrei zur Verfügung stellen, wären die Haushalte alle im Plus und man könnte mit dem Überschuss Schulden tilgen. Da diese Politik schon Jahre anhält, hätte man inzwischen die Schulden stark reduziert und viele neue hätte Ressourcen zu investieren oder man könnte die Bevölkerung entlasten

m69
m69
Kinig
19 Tage 22 h

dann bekommen (Gross-) Banken das Geld ja fast umsonst???? 

und wir zahlen ? % Zinsen?????  

Bankster? 

typisch
typisch
Universalgelehrter
19 Tage 17 h

das wird erst lustig wenn die ezb mahl den.leitzins anzieht, mal schauen wie viel mehr arbeitskräfte wir da noch brauchen….

Goldstandard
Goldstandard
Grünschnabel
19 Tage 21 h

Wir befinden uns aktuell in einer Rezession die ezb hat ihr pulfer verschossen und wenn sie die zinsen erhöht fliegt uns der laden um die ohren – da bleibt nur noch die hoffnung daß die herde das nicht merkt!😄

Mistermah
Mistermah
Kinig
19 Tage 18 h

Ja steigende Zinsen würde die Blase platzen lassen. Doch die fed hat schon angezogen und ist bereit. Das unausweichliche kann man nicht verhindern, nur verzögern.

Mastermind
Mastermind
Superredner
19 Tage 16 h

Eben nicht, wir befinden uns in einem Importhoch des gesamten EU Raumes und Wirtschaftsaufschwung, du musst eher sagen, wenn die nächste Rezession kommt, dann Gnade denen Gott, die in Italien, Griechenland und den anderen höheren verschuldeten Ländern leben.

Orschgeige
Orschgeige
Superredner
19 Tage 21 h

Hurra, jetzt kann die gelb-grüne Regierung das Staatshaushaltsdefizit auf mindestens 5% erhöhen. 

Mistermah
Mistermah
Kinig
19 Tage 18 h

Nein kann und braucht sie nicht. Wenn sie 0% bekäme, bräuchte sie gar kein Neuverschuldung

Laempel
Laempel
Tratscher
19 Tage 14 h

Mit welchem Geld kann die EZB jahrelang so viele Staats- und Unternehmenspapiere ankaufen? Druckt sie es einfach aus dem Nichts heraus oder lässt sie es in ihren Büchern auf wundersame Weise ohne irgendeinen reellen Gegenwert nachweisen zu müssen entstehen?  Falls ja, wären all diese in ihrem Hause neugeborenen Milliardensummen in Wirklichkeit wohl ungedeckt und somit wertlos, eine gigantische betrügerische Täuschung, die nur so lange funktionieren kann, bis ein Kind entdeckt, dass der Kaiser nackt ist.

ivo815
ivo815
Kinig
19 Tage 14 h

Blitzmerker

m69
m69
Kinig
19 Tage 13 h

Lehrer Laempl @

Ist das eine rhetorische Frage, oder war das im ernst gemeint?

Eppendorf
Eppendorf
Universalgelehrter
19 Tage 8 h

Das Vertrauen in den Euro besteht weiterhin, auch wenn Draghi monatlich 60 Milliarden in Staatstitel investiert. Also ruhig Blut, es ist bekannt und da die USA und China auch nicht besser da stehen, wird das Vertrauen auch so bleiben.
Europa ist immer noch eine wirtschaftliche Macht.

nuisnix
nuisnix
Tratscher
19 Tage 21 h

Wos i do les, ols Fochleit unter sich… 😉

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