Lagarde: "Hohe Inflation darf sich nicht festsetzen"

EZB will Kurs notfalls verschärfen

Freitag, 04. November 2022 | 11:45 Uhr

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird laut ihrer Präsidentin Christine Lagarde den Kampf gegen die Inflation notfalls verschärfen. “Wir dürfen und werden es nicht zulassen, dass sich die hohe Inflation festsetzt”, betonte die Französin am Freitag in Tallinn. Der geldpolitische Kurs könne bei Bedarf verschärft werden. Dies gelte, wenn sich abzeichne, dass die Inflation hartnäckiger werde und die Gefahr bestehe, dass die Inflationserwartungen aus dem Ruder liefen.

Dann könne die EZB nicht abwarten, bis sich die Wirkung der bisherigen Straffungsschritte einstelle: “Wir müssten dann zusätzliche Maßnahmen ergreifen, bis wir zuversichtlicher sind, dass die Inflation rechtzeitig zum Ziel zurückkehren wird”, fügte Lagarde in ihrer Rede in der estnischen Hauptstadt hinzu. Die EZB strebt mittelfristig einen Wert bei der Inflation von 2,0 Prozent an. Zuletzt waren die Verbraucherpreise im Euroraum weit darüber hinausgeschossen – auf den Rekordwert von 10,7 Prozent.

Auch Lagardes Stellvertreter Luis de Guindos fand auf einer Konferenz in Madrid klare Worte: Die Geldpolitik müsse sich weiterhin darauf konzentrieren, die Unterstützung für die Nachfrage zu verringern, sagte der Spanier. Es gelte, sich vor dem Risiko einer anhaltenden Aufwärtsbewegung der Inflationserwartungen zu schützen.

Die EZB hat jüngst mit einem weiteren ungewöhnlich großen Schritt die Leitzinsen um 0,75 Prozentpunkte erhöht. Der an den Finanzmärkten maßgebliche Einlagensatz liegt damit inzwischen bei 1,50 Prozent. Lagarde signalisierte weitere Anhebungen. Die nächste Sitzung steht Mitte Dezember an.

Von: APA/Reuters

Kommentare

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16 Kommentare auf "EZB will Kurs notfalls verschärfen"


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mermer
mermer
Grünschnabel
1 Monat 4 Tage

Laut volker ( ehemaliger fed boss) müssen die zinsen für eine gewisse zeit der inflation entsprechen…. Kommtn nun die grose zeit der sparer?

krokodilstraene
Tratscher
1 Monat 4 Tage

nein, es kommt die große Zeit der Banken, die die hohen Zinsen an die Kunden nur bei den Sollzinsen weitergeben…

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 4 Tage

Nun, hätte man die letzten 15 Jahre die top 30 Aktien der deutschen Börse gekauft, hätte man im Durschnitt trotz der ganzen Kriesen und Minus Zinsen mehr als 9% jedes Jahr verdient.
Zeit zum sparen gabs immer, nur verstehen die meisten nicht wie mans macht!

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 4 Tage

Wer bezahl die schon aufgenommenen Kredite mit den immer höher werdenden Zinsen? Wieviele wirds geben die Häuser gebaut haben oder Wohnungen gekauft haben!?

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

@N. G…👍👍👍Im Land der Bitcoin “Millionäre”🤣🤣 werden Aktien nur als Notizpapier, im Pandemiefall auch als 🧻 verwendet…..

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 3 Tage

@Rudolfo Ach, der gemeine Südtiroler investiert nicht mal in Aktien (Teufelszeugs), mault zwar über die Banken aber lässt sich gern mit Mini Zinsen abspeisen, geschweige denn in BTC denn da müsste man selbst Verantwortung für sein Geld übernehmen. Was sie ja gerne täten aber dazu nicht fähig sind.

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage
@N. G…Das mit dem “Teufelszeug” Aktien kenne ich auch aus dem konservativen Oberschwaben des vorigen Jahrhunderts. Da war das Sparbuch das Höchste der Gefühle. Und am 02. Januar der Weg zur Hausbank obligatorisch, um die Zinsen im “Büchlein” nachtragen zu lassen. Warst Du schon auf SN, als es hier eine “hitzige” Debatte über gute, vernünftige, sich im Wert steigernde und trotzdem sichere Geldanlagen gab ? Da hat es hier urplötzlich von lauter Top Krypto Spezialisten und Digital Millionären nur so gewimmelt. Da hört und liest man gar Nichts mehr davon. Aber klar, “über Geld spricht man ja nicht”. Besonders dann,… Weiterlesen »
Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

Kredite werden teuerer, Investitionen werden zurückgehen…die Kriese kommt mit großen Schritten daher

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 4 Tage

Ganz genau! Betriebe werden nicht mehr investieren und dss bedeutet mehr Arbeitslose die wiederum dem Staat auf der Tasch…
Grandios was da abläuft!

Superredner
1 Monat 4 Tage

@N. G. laut deinen Aussagen werden wegen der Pensionierung immer mehr Positionen frei, entsprechend sollte es sich ja angleichen.

Orch-idee
Orch-idee
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

@N.G…. 👍heute mal

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

Liebe Eu durch eure Sanktionen verschärft ihr die Inflation

Orch-idee
Orch-idee
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

@spiegel… und wir (Mittelstand) werden ärmer..

Tigre.di.montana
Tigre.di.montana
Superredner
1 Monat 4 Tage

Die EZB hat sich jahrelang um die drohende Inflation nicht gekümmert – dafür wurden Frau Lagarde und ihre Vorgänger teuer bezahlt! – und stattdessen Staatsfinanzierung auf Pump erleichtert und betrieben. Das ist über die Inflation nichts anderes als Bereicherung der Reichen und Raub an allen Lohnempfängern, Rentnern und Sparern. Die europäischen Eliten zocken die Bevölkerung ab.

Noggi
Noggi
Tratscher
1 Monat 3 Tage

Wenns so weiter geht, dann haben wir eine 2. Immobilienblase wie damals, wenn niemand mehr im stande ist die Darlehen zurück zu zahlen.

OrB
OrB
Kinig
1 Monat 3 Tage

Finanzmärkte, Banken und Börsen sind das größte Problem, niemals den Hals voll genug bekommen.
Vor wenigen Jahren wurden die Banken gerettet, nichts daraus gelernt jetzt kommt es noch dicker.

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