Die Super-Batterie der Zukunft lässt auf sich warten

Feststoffbatterien für Elektroautos noch nicht marktreif

Montag, 16. Mai 2022 | 09:34 Uhr

Hersteller von E-Autos hoffen auf sie: Die sogenannte Feststoffbatterie, mit der sich etwa Probleme langer Ladezeiten und geringer Reichweite von E-Autos lösen lassen könnten. Laut einer am Montag veröffentlichten Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe dürfte es aber noch einige Zeit dauern, bis sich diese Technologie im Vergleich zur bisher dominierenden Lithium-Ionen-Batterie (LIB) durchsetzt.

“Es wird nicht erwartet, dass oxid- und sulfidbasierte Feststoffbatterien in den nächsten fünf Jahren in größerem Umfang auf dem Automobilmarkt auftauchen werden”, heißt es in der ISI-Studie.

Das liege daran, dass die Technik für diese Art von Batterien noch nicht ausgereift sei, sagte Thomas Schmaltz, der die Forschungsarbeiten zur Roadmap am Fraunhofer ISI koordinierte. Für die Studie waren etwa 50 Expertinnen und Experten aus Deutschland und aus dem Ausland zu ihrer Einschätzung des Marktes und der Forschung online befragt und zusätzlich etwa 25 Interviews geführt worden.

Verschiedene Techniken werden dabei beleuchtet, wie etwa die der oxid- und sulfidbasierten Feststoffbatterien, an denen diverse Start-ups derzeit arbeiten. Einzig die Polymer-Feststoffbatterie sei derzeit in größerem Umfang auf dem Markt. Sie eignet sich nach Worten von Schmaltz aber nicht für E-Autos, da sie beheizt werden muss, um zu funktionieren.

Bei Feststoff-Batterien wird die Ladung nicht mehr durch ein flüssiges Trägermaterial transportiert. Die Zellen werden damit leichter, was die Reichweite der Fahrzeuge erhöht. Auch wird die Brandgefahr als geringer eingeschätzt. Eine höhere Energiedichte soll zudem schnelleres Aufladen ermöglichen. Die Dauer des Aufladens ist eine Schwachstelle der Lithium-Ionen-Batterie. Große Autohersteller wie etwa BMW oder auch Ford investieren seit geraumer Zeit in die Feststoff-Batterieforschung. Bisher wird der Markt von den Lithium-Ionen-Batterien beherrscht. Sie finden sich neben E-Autos auch in Laptops oder in Smartphones.

Während Deutschland in der Grundlagenforschung nicht schlecht dastehe, sehe es bei der – allerdings auch sehr teuren – Pilotproduktion von Feststoffbatterien nicht so gut aus, sagte Schmaltz. Laut Studie dominieren hier asiatische und amerikanische Akteure. Europa insgesamt müsse einen Zahn zulegen und mehr Geld aus öffentlicher oder privater Hand investieren, um künftig bei der Entwicklung von Feststoffbatterien eine führende Rolle zu spielen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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6 Kommentare auf "Feststoffbatterien für Elektroautos noch nicht marktreif"


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Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 13 Tage

…dann warten wir mal auf diese gscheiden Batterien…die derzeitigen sind Mist…

Galantis
Galantis
Superredner
1 Monat 13 Tage

..die Akkus sind immer noch besser als Tanken bei den aktuellen Spritpreisen!

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 13 Tage

@Galantis …eben, weil der Strom so billig ist…

Galantis
Galantis
Superredner
1 Monat 13 Tage

@Doolin
..richtig erkannt, ist immer noch billiger auch bei den aktuellen Strompreisen.
..und wenn man noch eine PV-Anlage besitzt unschlagbar!

traktor
traktor
Kinig
1 Monat 13 Tage

batterien werden in zukunft nur noch als pufferbatterie in fahrzeugen eingebaut werden, den rest erledigt wasserstoff….
musk verlässt bereits das sinkende schiff, wasserstoff ist wohl die zukunft…

Galantis
Galantis
Superredner
1 Monat 13 Tage

..die Autoindustrie hat sich vom Wasserstoff bereits verabschiedet, sollte ihnen das entgangenen sein!

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