Zwei Veranstaltungen von Pensplan

Finanzbildung: Quo vadis?

Montag, 16. Mai 2022 | 12:33 Uhr

Bozen – Die Finanzbildung im Fokus: In den ersten beiden Maiwochen hat die Gesellschaft Pensplan Centrum in Bozen und Trient zwei Veranstaltungen organisiert, um die Bevölkerung für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern engagiert sich die Pensplan Centrum AG dafür, das Finanzwissen der Bürgerinnen und Bürger in der Region zu fördern

Wie hoch ist der Wissensstand um die Finanzwelt in unserer Region? Warum ist Finanzwissen so wichtig? Wie kann der unterschiedliche Wissensstand zwischen den Geschlechtern und sozialen Klassen ausgeglichen werden? Um diese und andere Fragen zu beantworten, hat Pensplan Centrum zwei Veranstaltungen am 5. Mai in Bozen und am 11. Mai in Trient organisiert.

Förderung des Finanzwissens – eine institutionelle Aufgabe der Pensplan Centrum AG Die Pensplan Centrum AG ist eine öffentlich-rechtliche Gesellschaft, an der die Autonome Region Trentino-Südtirol zu 98 Prozent und die Autonomen Provinzen Bozen-Südtirol und Trient zu zwei Prozent beteiligt sind. Institutionelle Aufgaben der Gesellschaft sind unter anderem:

i) Förderung der Zusatzvorsorge durch Information, Sensibilisierung und persönliche Beratung, auch durch die beiden Contact Center in Bozen und Trient und durch ein Netzwerk von 129 Pensplan Infopoints in der gesamten Region.

ii) Die Verwaltung der Positionen der Mitglieder in den regionalen Zusatzrentenfonds, die Partner von Pensplan Centrum sind, und zwar ab dem Moment der Einschreibung bis zur Auszahlung der Leistung als Rente oder Kapital.

Neben diesen Tätigkeiten hat der regionale Gesetzgeber die Pensplan Centrum AG mit einer weiteren institutionellen Aufgabe betraut: Das Finanzwissen der Bevölkerung zu fördern. Im Rahmen der beiden Veranstaltungen im Mai hat die Pensplan Centrum AG nun Stakeholder und die gesamte Bevölkerung über das Engagement in diesem Bereich informiert.

Zwei Veranstaltungen zum Thema Finanzbildung Bei beiden Veranstaltungen hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, sowohl in Präsenz als auch online mittels Livestreaming verschiedene Fachvorträge von Experten zu verfolgen und den Referenten ihre Fragen zu stellen.

An der ersten Veranstaltung im Auditorium von Eurac Research in Bozen am 5. Mai nahmen der Landeshauptmann der Autonomen Provinz Bozen–Südtirol und Regionalassessor für die Zusatzvorsorge, Arno Kompatscher, und die Präsidentin der Pensplan Centrum AG, Johanna Vaia, teil; Hauptreferent war der Präsident der Stiftung Südtiroler Sparkasse, Konrad Bergmeister. Durch die Veranstaltung führte die Journalistin Verena Pliger.

In ihren einführenden Worten unterstrich die Präsidentin der Pensplan Centrum AG, Johanna Vaja, die Schlüsselrolle der Finanzbildung, um wirtschaftlichen Notlagen in den Familien entgegenzuwirken: „Finanzwissen kann eine Lösung sein für die Veränderungen, die die Gesellschaft derzeit erlebt. Die Pensplan Centrum AG möchte ihren Beitrag dazu leisten, dass die Bevölkerung in unserer Region wirtschaftlich gut abgesichert ist und wird bei der Finanzbildung schon bei den jungen Generationen ansetzen.“

Im Vortrag von Konrad Bergmeister ging es um verschiedene Themen ausgehend von der Digitalisierung über Kryptowährungen bis zur Wichtigkeit, spielend Sparen zu üben, im Team zu arbeiten und aus schwierigen Lebensphasen zu lernen. Bergmeister gab einen Überblick über den Stand der Finanzbildung in verschiedenen Ländern: Finnland gilt als Vorzeigemodell; in Österreich soll Wirtschafts- und Finanzbildung ab dem Schuljahr 2023/24 zum Schulfach werden. „Die Finanzbildung ist mindestens so wichtig wie das Lesen und Schreiben und erlangt immer größere Bedeutung“, betonte Bergmeister.

An der zweiten Veranstaltung am 11. Mai im Grand Hotel Trento in Trient nahmen der Assessor für wirtschaftliche Entwicklung, Forschung und Arbeit der Autonomen Provinz Trient, Achille Spinelli, der Geschäftsführer der Pensplan Centrum AG, Matteo Migazzi, und der Generaldirektor der Mefop S.p.A., Luigi Ballanti, teil. Hauptreferent war Massimo Tononi, Präsident der Banco BPM. Durch die Veranstaltung führte die Journalistin Marika Damaggio.

In seinem Referat definierte der Geschäftsführer der Pensplan Centrum AG, Matteo Migazzi, das Konzept der Finanzbildung und betonte, wie wichtig es sei, dass sich gerade eine öffentliche Gesellschaft dieses Themas annehme: „Wir verstehen unter dem Begriff „Finanzbildung“ die Fähigkeit, unseren Bürgerinnen und Bürgern geeignete Mittel zur Verfügung zu stellen, um sich in einer immer komplexeren Welt zurechtzufinden und verantwortungsvoll und bewusst ihre Zukunft planen zu können – und zwar, was Finanzen, Vorsorge als auch Versicherungen betrifft“, betonte Migazzi. „Finanzbildung ist aber noch sehr viel mehr und muss, um Worte des italienischen Staatspräsidenten aufzugreifen, in einem noch viel tiefgehenderen Sinn aufgefasst werden: Die Finanzbildung ist als ein Bürgerrecht aufzufassen, welches sowohl dem Einzelnen als auch der gesamten Bevölkerung Vorteile bringt und letzten Endes zu einem wirtschaftlichen Wachstum des gesamten Landes führen kann.”

Bei Mefop S.p.A. handelt es sich um eine öffentliche, vom Wirtschafts- und Finanzministerium gegründeten Gesellschaft zur Förderung der Zusatzvorsorge auf gesamtstaatlicher Ebene. Dem Generaldirektor von Mefop S.p.A., Luigi Ballanti, zufolge sollte jede Tätigkeit im Rahmen der Finanzbildung zweigleisig erfolgen, und zwar sowohl in der Ausbildung als auch der Verbreitung mit spezifischen Programmen für Schulen, Experten und nicht zuletzt für die gesamte Bevölkerung: „Wer im Bereich Finanzbildung und
Welfare arbeitet, hat mit Pensplan Centrum ein Musterbeispiel zur Orientierung.“

Das italienische System ist fragil – insbesondere, was die Chancen der jungen Generation und die Eindämmung der Diskrimination der Frauen betrifft, betonte der Präsident der Banco BPM, Massimo Tononi, in seinem Vortrag: „Unser Land befindet sich zweifelsohne gegenüber im Rückstand, insbesondere was die Forschung anbelangt, in die im Vergleich zu den meisten OECD-Ländern weniger investiert wird. In Italien haben wir über zwei Millionen junge Menschen, die weder studieren, arbeiten, noch eine
Ausbildung machen. Dazu kommt, dass unser System nicht dazu in der Lage ist, der jungen Generation Karrierechancen zu bieten, was dazu führt, dass die jungen Leute oft ins Ausland abwandern. So verzichten wir auf unser Humankapital und der berühmte „soziale Aufzug“, das Symbol einer Gesellschaft, die jedem eine Chance bietet, bleibt immer öfter stecken.“

Das Engagement der Pensplan Centrum AG

Entsprechend seiner institutionellen Aufgaben hat die Gesellschaft Pensplan Centrum in Zusammenarbeit mit den beiden Autonomen Provinzen Bozen–Südtirol und Trient, der Freien Universität Bozen und der Universität Trient ein Projekt zum Thema Finanzbildung ins Leben gerufen, um in der Bevölkerung eine Wirtschafts- und Finanzkultur aufzubauen. Als erstes Handlungsfeld wurde mit der Schule ein günstiger Kontext identifiziert, um die sozialen Unterschiede in Bezug auf das Finanzwissen auszugleichen. Der Beginn einiger Aktivitäten in den Schulen ist bereits für das Schuljahr 2022/23 geplant; weitere Handlungsfelder werden folgen.

Von: luk

Bezirk: Bozen

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