Keine Gesundheitsgefährdung für die Konsumenten

Fipronil – Kennzeichnung verarbeiteter Eier gefordert

Dienstag, 22. August 2017 | 17:17 Uhr

In einem Schulterschluss haben die Landwirtschaftskammer, Vier Pfoten, die Zentrale Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG) sowie der Freilandeier-Vermarkter “Die Eiermacher” eine umfassende Kennzeichnung von Eiern in verarbeiteten Produkten gefordert. Das berichtete die Tierschutzorganisation “Vier Pfoten” am Dienstag.

Zuletzt hatten sich Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) und Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) für eine verpflichtende Information über die Herkunft verarbeiteter Produkte ausgesprochen – allerdings auf EU-Ebene. Österreich müsse die Vorreiterrolle in der EU übernehmen und “umgehend ein Beispiel setzen”, so die Botschaft von Landwirtschaftskammer, Vier Pfoten, ZAG und “Die Eiermacher”. Derzeit würden die Verbraucher, ohne es zu wissen, entweder in der Gastronomie oder über verarbeitete Produkte wie Kekse und Nudeln immer wieder importierte Eier aus Belgien, Dänemark, Niederlanden und Deutschland konsumieren. Das bedeute aber auch geringere Standards bei Tierhaltung und Konsumentenschutz als in Österreich.

“Dass der Konsum ausländischer Eier nicht immer unbedenklich ist, zeigt der aktuelle Fipronil-Skandal mehr als deutlich”, meinte Michael Wurzer, Geschäftsführer der ZAG. Er betonte, dass es dem österreichischen Konsumenten in Verarbeitungsprodukten und im Außerhaus-Verzehr kaum möglich sei, Herkunft und Haltungsform der Eier zu erkennen. Manfred Söllradl, Geschäftsführer von “Die Eiermacher”, forderte eine rasche Lösung für die Zurückverfolgung verarbeiteter Eier in Lebensmitteln. “Nur eine Kennzeichnung wie beim Frischei macht es Konsumenten möglich, künftig konsequent heimische Eier zu kaufen”, ergänzte Heli Dungler, Präsident von Vier Pfoten.

In Kärnten und Vorarlberg wurden unterdessen weitere mit Fipronil belastete Eierprodukte entdeckt. In drei Hotels im Kleinwalsertal wurden Fipronil-Rückstände in pasteurisiertem Flüssig-Ei eines Lieferanten aus Deutschland gefunden. Die Ware wurde vernichtet, für die Konsumenten habe keine Gefahr bestanden, hieß es.

In Kärnten waren drei von 13 Proben positiv. Die belasteten Proben waren in pasteurisierten Eiweißprodukten, die im Großhandel eingesetzt wurden, zu finden. Die Produkte stammen aus Holland und Dänemark, weitere Kontrollen sind geplant.

Von: apa