Warnung vor weiteren Maßnahmen in dieser Richtung

Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse: SVP-Arbeitnehmer kritisch

Dienstag, 28. Juli 2015 | 17:06 Uhr

Bozen – Die Forderung des Internationalen Währungsfonds nach weiterer Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse in Italien um dadurch das Wirtschaftswachstum anzukurbeln stößt bei den SVP-Arbeitnehmern auf große Kritik und Unverständnis. Besonders was Südtirol betrifft warnen die SVP-Arbeitnehmer und ihr Vorsitzender Landtagsabgeordneter Helmuth Renzler vor weiteren Maßnahmen in dieser Richtung.

„Südtirol erholt sich zusehends, wenn auch nur langsam, von den Auswirkungen der derzeitigen Wirtschaftskrise und eine weitere Unterordnung unseres auf der Sozialpartnerschaft beruhende Wirtschaftssystem einem ungezügelten Wachstums, ohne Rechte und Sicherheiten für die Arbeitnehmer, würde für die Südtiroler Gesellschaft fatale Folgen haben. Das sich die Wirtschaft in Südtirol zusehends erholt und mit einem geringfügigen, sozial verträglichen Wachstum rechnen kann geht klar aus dem Jahresbericht 2015 des NISF/INPS hervor“, so der SVP-Landtagsabgeordnete Helmuth Renzler. 

„In Südtirol nimmt das partnerschaftliche Zusammenspiel aller sozialen Kräfte, der Arbeitnehmer und der Unternehmen eine wesentliche Rolle ein. Diese Partnerschaft soll immer effizienter und aufmerksamer gestaltet werden und den Erfordernissen des Wirtschaftswachstums und der Wettbewerbsfähigkeit Rechnung tragen. Der Jahresbericht 2015 des NISF/INPS ermöglicht es den Arbeitnehmern in der SVP über genaue Zahlen zu verfügen welche es ihnen ermöglicht eine Wirtschaftspolitik zu unterstützen welche als vorrangiges Ziel die Schaffung von guten, qualifizierten und zeitlich unbefristeten Arbeitsplätzen hat, so der Landtagsabgeordnete Helmuth Renzler. Die Daten des NISF/INPS ermöglichen es aber auch eine sehr genaue Kontrolle über die Wirksamkeit der gesetzten Maßnahmen auszuüben. So kann genau ermittelt werden ob die von der Landesregierung getätigten Maßnahmen auch wirklich den Arbeitnehmern Vorteile erbringen oder ob sie nur dazu führen den Profit einzelner Unternehmen zu stärken. Dies darf und kann es aber nicht sein und deshalb ist dieser Jahresbericht für die Arbeitnehmer sehr wertvoll und wichtig. Wir können den Bericht sehr gut lesen und interpretieren, da er auf realen Zahlen beruht und werden ihn auch im Interesse der ArbeitnehmerInnen benutzen und verwenden. Missbräuche bei der Wirtschaftsförderung des Landes werden wir mit Hilfe diese Berichtes schonungslos entlarven und aufzeigen“, so der Vorsitzende der Arbeitnehmer in der SVP Helmuth Renzler

„Beim NISF/INPS waren am 31.12.2014 insgesamt 283.562 Beschäftige eingetragen und davon 49.258 Öffentlich Bedienstete. Auffallend ist aber dass die Anzahl der Lohnabhängigen in der Privatwirtschaft von 146.412 Stück im Jahr 2012 auf 144.658 Stück im Jahr 2013 gesunken ist. Im Jahr 2014 konnte wieder eine geringfügige Zunahme auf 144.897 Stück verzeichnet werden. Die Daten der ersten vier Monate des Jahres 2015 zeigen einen weiteren geringfügigen Anstieg an. Bedenklich ist aber vor allem, dass auch die Anzahl der zeitlich befristeten Arbeitsverhältnisse wieder geringfügig ansteigt. Wünschenswert wäre es allerdings wenn die Anzahl dieser Arbeitsverhältnisse sinken würde und die Anzahl der zeitlich unbefristeten Arbeitsverhältnisse massiv ansteigen würde. Die von der italienischen Regierung verfügten Maßnahmen für die Unternehmen, welche zeitlich befristete Arbeitsverhältnisse in zeitlich unbefristete Arbeitsverhältnisse umwandeln, sollten auch in Südtirol ihre Früchte tragen. Zu diesen staatlichen Maßnahmen hat die Landesregierung den Unternehmen auch eine massive IRAP-Reduzierung gewährt um dadurch Arbeitsplätze zu erhalten bzw. neue zu schaffen“, heißt es weiter.

Die ArbeitnehmerInnen in der SVP haben diese Maßnahme begrüßt und unterstützt und haben dadurch der Wirtschaft einen Vertrauensvorschuss gewährt in der Hoffnung das diese die ihnen gewährte beträchtliche finanzielle Unterstützung auch für die Erhaltung der Arbeitsplätze bzw. Schaffung neuer Arbeitsplätze verwenden. „Wir werden dies dann sicherlich auf der Grundlage des Jahresberichtes des NISF/INPS 2016 verifizieren können und tun“, so Helmuth Renzler.

Von: ©lu