Konkrete Geschäftszahlen liegen erst im Mai oder Juni vor

Flughafen Salzburg ab Ende April für fünf Wochen gesperrt

Mittwoch, 23. Januar 2019 | 16:33 Uhr

Vom 24. April bis zum 28. Mai wird die Start- und Landebahn des Salzburger Flughafens komplett erneuert. Für die Generalsanierung wird der Flugverkehr fünf Wochen lang eingestellt. Die 2.850 Meter lange und 45 Meter breite Piste wurde Anfang der 1960er-Jahre errichtet, ihre weitere Instandhaltung wäre mit hohen laufenden Kosten verbunden. Der Sperre des Airports gingen akribische Planungen voraus.

“Es hätte grundsätzlich auch die Möglichkeit gegeben, die Piste Stück für Stück in der Nacht zu sanieren”, sagte Flughafensprecher Alexander Klaus am Mittwoch zur APA. “Diese Variante hätte aber mehr als ein Jahr gedauert und wäre teurer, aufwendiger und wohl auch mit Verzögerungen im Flugverkehr verbunden gewesen.” So könne in der Tageszeit zwischen 6.00 und 22.00 Uhr ungestört gearbeitet werden. “In der Nacht sind nur wenig lärmintensive Arbeiten geplant. Das ist für die Anrainer besser.” Klaus schloss aber nicht aus, dass bei Verzögerungen durch massives Schlechtwetter Bauarbeiten in die Nacht verlegt werden könnten.

Saniert werden neben der Piste auch die Anschlussbereiche an die Rollbahn, außerdem werde man die Sperre zur Erneuerung einzelner beschädigter Betonfelder am Flughafen-Vorfeld nutzen. Die alte Start- und Landebahn wird nicht abgetragen, sondern dient als Unterbau für die neue Piste. “So ersparen wir uns rund 4.000 Lkw-Fuhren mit Abraum-Material”, erklärte Klaus. Weil die Trageschicht keine Spannungen haben darf, muss die alte Piste aber “wie bei einem Schachbrett” in einzelne Felder geschnitten werden, damit diese keine Verbindung mehr haben. “Auf diese Einschnitte klopft dann ein großes Fallbeil, um Sprünge in der Betondecke zu erzeugen.”

Auf das Fundament werden nach und nach insgesamt vier Schichten Beton und Asphalt aufgetragen. Die oberste Schicht wird am Ende noch mit Wasserstrahlen griffig gemacht, damit landende Flugzeuge einen guten Grip haben. Mit der für die neue Piste verbauten Menge von 120.000 Tonnen Asphalt könnte man laut Flughafensprecher Klaus übrigens eine 50 Kilometer lange und zehn Meter breite Straße mit einer zehn Zentimeter dicken Asphaltschicht überziehen.

Während der Bauzeit sollen 200 Bauarbeiter und 80 bis 100 Lkw im Dauerdienst stehen, in der heißen Asphaltierungsphase werden die Laster teilweise im Drei-Minuten-Takt Material anliefern. Zudem werden 140 Kilometer Hochspannungskabel und 45 Kilometer Niedrigspannungskabel verlegt und rund 1.000 Unter- und Oberflurlichter auf LED umgetauscht. Das Großprojekt schließt mit Markierungs- und Begrünungsarbeiten am Pistenrand. Die letzte Woche ist für Schulungen, Mängelbehebungen und die Abnahme durch die Behörden vorgesehen. In der Bauzeit wurde zudem eine Woche als Reserve einkalkuliert.

Dem Megaprojekt gingen akribische Planungen voraus. “Mitte 2016 haben wir die ersten Informationen öffentlich gemacht und Airlines, Konzessionäre, Partner und dergleichen über die Sperre informiert. Wir mussten aber zum Beispiel auch darauf achten, dass es während der Sanierung auf den Zufahrtsstraßen keine anderen Baustellen gibt”, berichtete Klaus.

Die neue Start- und Landebahn soll 26,2 Millionen Euro kosten, dazu kommen Verdiensteinnahmen durch wegfallende Landegebühren oder Entgänge im Non-Aviation-Geschäft, etwa beim Parken am Flughafen. Wie lange die neue Piste hält, wollte Klaus heute übrigens nicht prophezeien. “Das ist von vielen Faktoren wie etwa vom Wetter abhängig. Aber für die nächsten Jahrzehnte haben wir sicher eine Ruhe.”

Trotz rückläufiger Passagierzahlen wird der Flughafen Salzburg das Geschäftsjahr 2018 mit einem Umsatzplus und “guten Geschäftszahlen” abschließen. Das gab Airport-Geschäftsführerin Bettina Ganghofer am Mittwoch bei einem Pressegespräch bekannt. Konkrete Daten würden aber erst mit Mai oder Juni vorliegen. Große Fragezeichen am Airport hinterlässt indes die Schließung der AUA-Flugbasis.

“Der Rückzug der AUA aus den Bundesländern wird vor allem für die Piloten und Flugbegleiter eine harte Zeit, weil sich der Dienstort ändert”, sagte Ganghofer. Was das Aus für den Flughafen Salzburg wirtschaftlich bedeute, könne sie derzeit noch nicht abschätzen. “Das AUA-Management hat versichert, an den bestehenden Flugverbindungen und an der Frequenz nichts zu verändern”. Auch das Bodenpersonal und die Technik blieben in Salzburg. “Natürlich bringt ein Flugzeug über Nacht mehr Geld, als nur für einen kurzen Stopp. Aber wir können noch nicht sagen, wie die einzelnen Flieger in Zukunft zum Einsatz kommen.”

Insgesamt fertigte der Airport in Salzburg im vergangenen Jahr exakt 1.844.362 Passagiere ab – ein Rückgang von 2,4 Prozent. Das Minus im Linienverkehr fiel dabei mit 3,6 Prozent auf 1.461.883 Fluggäste etwas höher aus. Im Charter reisten 2018 mehr als 230.000 Passagiere nach Salzburg, mehr als 150.000 nutzen den Flughafen als Ausgangspunkt für ihre Auslandsreise.

“Das Geschäftsjahr begann turbulent mit den Auswirkungen der in der Wintersaison 2017/2018 eingestellten Flüge von Air Berlin und Flyniki, die beinahe 25 Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens des Flughafens ausmachten”, sagte Flughafen-Aufsichtsratsvorsitzender LHStv. Christian Stöckl (ÖVP). Die Ausfälle hätten aber bis auf wenige Prozent mit Partnern wie Eurowings, British Airways oder Turkish Airlines kompensiert werden können.

Der Rückgang sei dabei vor allem den Strecken nach Berlin und Hamburg geschuldet gewesen. Bei Berlin hatte Eurowings Probleme, die Zahlen zu erreichen, die Air Berlin vor der Insolvenz hatte. Hamburg wurde von easyJet zeitweise komplett aus dem Programm gestrichen, wird aber mittlerweile wieder angeflogen. Positive Signale verspreche auch der Start in das Jahr 2019. In den ersten Wochen liege man bei den Zahlen sechs bis neun Prozent über dem Vorjahr.

Auch der Brexit berge gewisse Unsicherheiten, betonte Geschäftsführerin Ganghofer: “Ryanair, easyJet und British Airways sind gerüstet”. Die Carrier seien teilweise Allianzen im EU-Raum eingegangen, easyJet habe überhaupt eine Basis in Wien eröffnet. “Es wird aber sicher Turbulenzen geben – in was für einer Form, können wir aber nicht sagen. Gewisse Strecken können möglicherweise zunächst nicht so frequentiert werden, wie geplant.”

Heuer wird der Flughafen auch 31,25 Millionen investierten – der Großteil davon fließt mit 26,2 Millionen in die Generalsanierung der Piste zwischen 24. April und 28. Mai. Zudem kündigte Ganghofer an, weiter am Linienprogramm arbeiten zu wollen, um den Flughafen Salzburg an die großen Drehkreuze für internationale Verbindungen anzubinden. “Ich werde dabei aber nicht den anderen Bundesländerflughäfen einzelne Strecken streitig machen.” Derzeit würden etwa Gespräche mit Fly Dubai laufen, die bei Erfolg eine Anbindung an das Netz von Emirates versprechen.

Mehr Fokus will Ganghofer auch auf den Bereich Non-Aviation richten. “Wir überlegen derzeit, wie wir unsere Flächen in Salzburg weiterentwicklen können.” Möglich sei dabei vom Supermarkt bis zu einem Hotel mit 150 bis 200 Betten alles.

Von: apa

Kommentare

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1 Kommentar auf "Flughafen Salzburg ab Ende April für fünf Wochen gesperrt"


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Tabernakel
26 Tage 7 h

Schön, dass der BZO so richtig aufleben wird.

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