Passagierrekord als Basis des Erfolgs

Flughafen Wien setzt auf Investitionen und Wachstum

Dienstag, 26. Februar 2019 | 13:29 Uhr

Der Flughafen Wien hat 2018 und Anfang 2019 stark an Passagieren zugelegt und ist derzeit auf Wachstum ausgerichtet. Heuer sollen in Wien rund 30 Mio. Passagiere verbucht werden, nachdem sich 2018 ganz knapp, am letzten Tag des Jahres, 27 Millionen ausgegangen waren. Aber auch bei den Investitionen und Betriebsansiedlungen stehen die Zeichen auf Wachstum. Die Aktionäre erwartet mehr Dividende.

Die Dividende schlägt der Flughafen-Vorstand für 2018 mit 89 Cent je Aktie vor, dabei werden 55 Prozent des Gewinns ausgeschüttet. 2019 soll die Quote auf 60 Prozent steigen, die Ausschüttung dann “bei einem Euro oder sogar deutlich darüber liegen”, kündigte Vorstand Günther Ofner am Dienstag bei der Vorstellung der vorläufigen Zahlen an. Basis dafür ist ein erwarteter Nettogewinn von mindestens 165 Mio. Euro im Jahr 2019 und ein Umsatz über 820 Mio. Euro.

Da bis Ende 2018 die Nettoverschuldung von 800 Mio. Euro auf 142 Mio. Euro gesenkt wurde und die Eigenkapitalquote bei 60 Prozent liege, sei man nun gewappnet für Investitionen. Als nächster Schritt soll im Office Park 4 Platz für Start-ups und für befristet gemietete Büros geschaffen werden. 1.500 bis 2.000 Arbeitsplätze sollen hier entstehen.

Zwei neue Unternehmen haben laut Ofner bereits unterschrieben und werden sich heuer fix am Flughafen ansiedeln, eines davon biete Simulatoren für Hubschrauberpiloten an. Sehr wahrscheinlich sei die Ansiedlung eines britischen “Brexit-Flüchtlings”, ein Unternehmen, das ein “neues Tool für das Reisen” entwickle. Insgesamt erwarte der Flughafen heuer acht bis zehn Neuansiedlungen.

Der Flughafen Wien sieht sich mit den angesiedelten Firmen als Jobmotor: Inklusive aller am Gelände tätigen Unternehmen soll die Zahl der Arbeitsplätze von rund 22.500 im Jahr 2018 auf 25.000 bis Ende 2019 steigen. Abgesehen vom Office Park ist es der Logistiker DHL, der ab Mai 200 bis 300 Jobs schafft, aber auch die Airlines brauchen mehr Personal und die Exekutive stocke auch um 100 Posten auf. Die Flughafen Wien AG selber mit ihren Tochterfirmen dürfte heuer den Beschäftigtenstand von rund 6.250 Mitarbeitern in etwa halten.

Heuer investiert der Flughafen 220 Mio. Euro, etwas weniger als im Jänner angekündigt, da sich manche Projekte nach hinten verschoben haben. 16 Mio. Euro gehen in den Bau neuer Hangars am Bedarfsflughafen (General Aviation Center) für mehr Abstellplätze für Business Jets, eine halbe Million Euro lässt sich der Flughafen die Verbesserung der VIP-Terminals kosten.

Der Flughafen hat aber auch eine Zehn-Jahres-Planung, die 2,6 Mrd. Euro an Investitionen vorsieht. Der bei Gerichten anhängige Bau einer dritten Piste ist darin noch nicht enthalten. Dafür aber weitere Büroeinheiten (Office Park 5 und 6 ab etwa 2024), drei neue Hangars, von denen zwei schon in Bau sind, über einen weiteren Großhangar wird nachgedacht. Neue Vorfelder und Parkpositionen, eine zusätzliche Autobahnabfahrt für Lkw zum Cargo-Zentrum und die Erweiterung der Terminals Richtung Norden kommen dazu. Angedacht ist auch eine Erweiterung des Ankunftsbereichs am Flughafen. 50 bis 60 Mio. Euro jährlich seien für die Instandhaltung der Straßen, Parkflächen und 150 Gebäude am Flughafen nötig.

Noch kein Geld in die Hand genommen hat der Flughafen für eine Andockstelle für den A380, dessen Produktion eingestellt wird, der aber von Emirates auch für den Flugverkehr nach Wien genutzt wird. Man sei in engen Gesprächen mit Emirates, ob in den nächsten Jahren mit einer regelmäßig Landung des weltgrößten Passagierflugzeuges zu rechnen sei, sagte Vorstand Julian Jäger. Davon hänge es ab, ob der schon geplante Umbau stattfindet.

Die aktuelle Terminalkapazität inklusive schon in Bau befindlicher Projekte reicht für etwa 40 Mio. Passagiere, sagte Jäger. Das sei ein Volumen, das bei einem durchschnittlichen Passagierwachstum von drei Prozent pro Jahr in rund zehn Jahren erreicht werden dürfte.

Grundsätzlich hofft der Flughafen Wien weiter auf grünes Licht für die dritte Piste. Vorstand Günther Ofner ist zuversichtlich, dass eine Gerichtsentscheidung über die Zulässigkeit bis Sommer fällt. Zuletzt habe es acht Monate gedauert, bis der Einwand der Gemeinde Parndorf, sie wären über den Bau nicht informiert gewesen, abgeschmettert wurde.

Ein anderes Problemfeld sind die Verspätungen im Luftverkehr. Sie haben zu deutlich höherem Personalaufwand mit Überstunden und Ersatzruhezeiten geführt, der operative Gewinn des Bereichs ist 2018 von 10,5 auf 3,1 Mio. Euro zurückgegangen. Heuer soll es dank zusätzlicher Umsätze und dem Abbau von Überstunden wieder eine deutliche Ergebnisverbesserung geben. Dazu sei die Planung und Organisation geändert worden, sagte Vorstand Julian Jäger.

Nicht nur der Flughafen Wien selber sondern auch seine beiden Auslandstöchter in der Slowakei und auf Malta sind im Vorjahr gewachsen. Im Malta gab es 6,8 Mio. Passagiere, um 13,2 Prozent mehr als 2017. In Kosice wurden 0,5 Mio. Passagiere abgefertigt, das bedeutet einen Anstieg um 9,1 Prozent, sagte Jäger am Dienstag bei der Präsentation vorläufiger Zahlen.

Von: apa

Kommentare

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1 Kommentar auf "Flughafen Wien setzt auf Investitionen und Wachstum"


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Tabernakel
24 Tage 21 h

Und der BZO wird bald durchstarten. Erste Arbeiten haben begonnen.

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