Flugzeugbauer in Nöten

Flugzeugbauer Airbus hofft auf indirekte Hilfe vom Staat

Donnerstag, 30. April 2020 | 14:06 Uhr

Airbus-Chef Guillaume Faury hofft bei der Belebung der darniederliegenden Luftfahrt auf die Unterstützung des französischen Staats. Das könnte auch dem Flugzeugbauer helfen, der mit drohenden Stornierungen und Verschiebungen von Aufträgen von den notleidenden Fluggesellschaften kämpft.

“Wir haben kein Problem mit der Liquidität mehr, sondern eines, sich an die Situation anzupassen”, sagte Faury dem Radiosender RTL am Donnerstag. “Was wir zum Überleben brauchen, ist eine bestimmte Zahl an Flugzeug-Auslieferungen.” Daher sei es vorrangig, den Flugbetrieb wieder in Schwung zu bringen und das Überleben der brutal getroffenen Airlines zu sichern.

Faury sagte, er sei laufend in Gesprächen mit der Regierung in Paris. “Der Staat hört uns sehr bereitwillig zu und versteht unsere Lage sehr gut.” Vor allem Exportfinanzierungen seien vonnöten, sagte der Airbus-Chef. Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire arbeitet derzeit an einem milliardenschweren Rettungspaket für die Fluggesellschaft Air France-KLM. Er hatte bereits am Mittwoch signalisiert, der Staat sei wenn nötig zu “massiver” Unterstützung für Airbus bereit. “In Krisen, die so global sind wie diese, braucht man Staaten, die helfen”, sagte Faury.

Sein Finanzchef Dominik Asam hatte am Mittwoch erklärt, er gehe davon aus, dass Airbus selbst vorerst ohne Staatshilfe auskommen werde. Der europäische Flugzeugbauer hatte sich eine 15 Mrd. Euro schwere zusätzliche Kreditlinie besorgt und sitzt eigenen Angaben zufolge nun auf einem Finanzpolster von 30 Milliarden. Die Flugzeug-Produktion bei Airbus läuft derzeit auf Sparflamme, Tausende Mitarbeiter in Frankreich, Großbritannien – und bald auch in Deutschland – sind in Kurzarbeit.

Von: APA/ag.