Untersuchungshaft von Renault-Chef Ghosn überschattet das Bündnis

Frankreich will Renault und Nissan angeblich zusammenführen

Sonntag, 20. Januar 2019 | 15:10 Uhr

Frankreich hat einem Medienbericht zufolge die Regierung in Tokio von Plänen in Kenntnis gesetzt, die Autobauer Renault und Nissan zusammenzuführen. Eine französische Delegation habe als wahrscheinlichste Variante einer Integration eine Holdinggesellschaft genannt, berichtete die Zeitung “Nikkei” am Sonntag. Zudem wolle Frankreich den nächsten Vorsitzenden von Nissan benennen.

Eine Stellungnahme des Unternehmens lag zunächst nicht vor. Das Autobündnis wird gegenwärtig durch die Untersuchungshaft des Renault-Chefs Carlos Ghosn in Japan erschüttert.

Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire hat unterdessen Michelin-Chef Jean-Dominique Senard als Nachfolger von Ghosn ins Gespräch gebracht. Senard sei eine anerkannte Größe in der Autoindustrie, sagte Le Maire der Zeitung “Journal du Dimanche”.

Außerdem habe der Michelin-Chef gezeigt, dass er einen großen Industriekonzern führen könne und sich der sozialen Verantwortung seines Amtes bewusst sei. “Es liegt nun am Verwaltungsrat, die Vorschläge der Berufungskommission zu prüfen”, ergänzte Le Maire. Die Regierung, die größter Renault-Aktionär ist, werde dabei mitreden.

Ghosn sitzt seit dem 19. November in Japan in Untersuchungshaft. Grund sind Vorwürfe, die seine Rolle als früherer Chef der Renault-Schwestergesellschaft Nissan betreffen. Der 64-Jährige soll seine Einkünfte zu niedrig angegeben haben. Zudem warfen die Strafverfolger Ghosn auch schweren Vertrauensbruch vor. Ghosn selbst – einst die treibende Kraft hinter dem Auto-Bündnis von Renault, Nissan und Mitsubishi – sagt, er sei “unrechtmäßig angeklagt”.

Von: APA/ag.

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