Serge Dassault saß von 2004 bis 2017 im Senat

Französischer Unternehmer Serge Dassault starb mit 93 Jahren

Montag, 28. Mai 2018 | 19:22 Uhr

Der französische Großindustrielle Serge Dassault ist tot. Der 93-jährige Chef des Luftfahrt-, Rüstungs- und Medienkonzerns Dassault Groupe sei am Montag in seinem Büro an Herzversagen gestorben, hieß es in einer Mitteilung seiner Familie, die die Zeitung “Le Figaro” auf ihrer Webseite veröffentlichte. Das konservative Blatt gehört zum Dassault-Konzern.

Serge Dassault saß auch von 2004 bis 2017 für die französischen Konservativen im Senat. Das Vermögen von Dassault und seiner Familie wurde vom Magazin “Forbes” auf rund 26 Milliarden US-Dollar (22,27 Mrd. Euro) geschätzt. Der zu dem Firmenimperium gehörende Flugzeugbauer Dassault Aviation stellt den französischen Rafale-Kampfjet her. Nach einer Aufstellung des Magazins “Forbes” von 2017 war Dassault der drittreichste Mann Frankreichs.

Der Firmenerbe und studierte Luftfahrtingenieur stand seit 1986 der nach seinem Vater benannten Familienholding Groupe Industriel Marcel Dassault (GIMD) vor. Dazu gehört der Luftfahrtkonzern Dassault Aviation, der unter anderem die Kampfflugzeuge Mirage und Rafale herstellt. Als weiteres Standbein kaufte Serge Dassault mehrere Mediengruppen auf. Er kontrollierte zeitweise bis zu 70 Titel, darunter neben der konservativen Tageszeitung “Le Figaro” auch die Zeitschrift “L’Express”.

Zudem war Serge Dassault jahrelang politisch für die französischen Konservativen tätig. Immer wieder hatte er Ärger mit der Justiz. Im Februar 2017 wurde er wegen Schwarzgeldkonten im Ausland zu einer Geldstrafe von zwei Millionen Euro und fünf Jahren Unwählbarkeit verurteilt. Dies führte zum Rückzug von seinem Amt als Senator. Er war Vater von vier Kindern und langjähriger Bürgermeister des Pariser Vororts Corbeil-Essonnes. Im Jahr 2014 geriet er unter anderem in den Verdacht des Stimmenkaufs.

Sein Vater Marcel Dassault war vor seiner Wirtschaftskarriere Flugzeugbauer. Der Sohn eines jüdischen Arztes wurde im Zweiten Weltkrieg von den Nazis im Konzentrationslager Buchenwald eingesperrt, weil er jede Zusammenarbeit mit der deutschen Luftfahrtindustrie verweigerte. Marcel Dassault überlebte das Lager und wurde nach Kriegsende befreit. Sein am 4. April 1925 geborener Sohn Serge wurde ebenfalls inhaftiert und entging nur knapp der Deportation durch die Gestapo.

Mehrere Politiker würdigten Dassaults Verdienste. Der frühere Premierminister Jean-Pierre Raffarin nannte ihn eine “bemerkenswerte Persönlichkeit” und einen “großen Unternehmer”.

Von: APA/dpa/ag.

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